Spielkonsolen: PSP-Go liegt gut in der Hand und steht für einen Wandel in der Branche

Eine PlayStation für die Hosentasche?! Die neueste Generation der mobilen Spielkonsole, die stylishe PSP Go, setzt auf Online-Shopping und Downloads.

Als Sony im September 2005 die PlayStation Portable nach Europa brachte, war die Welt für die Unterhaltungsindustrie noch in Ordnung. Musik wurde auf CD gekauft, Spiele auf Disk oder Modul, und den lukrativen Markt für mobiles Gaming teilte sich Sony mit dem Erzrivalen Nintendo. Seither hat sich das Unterhaltungsbusiness grundlegend verändert. Vor allem ein Mann hat wesentlich dazu beigetragen: Steve Jobs. Der Apple-Boss hat mit dem iTunes Store einen Trend ins Leben gerufen, der nicht mehr umzukehren ist. Immer mehr Kunden kaufen ihre Musik online statt auf Scheibe. Nach der Musik sind jetzt auch die Videogames dran. Längst kann man sich über iTunes auch Spiele für iPhone und iPod touch herunterladen. Knapp über 21.000 verschiedene sind nach letztem Zählstand im Angebot. „Der iPod touch ist in erster Linie eine Spielkonsole“, gab Jobs vor kurzem als Parole aus. Eine klare Kampfansage an Sony, wo man die Vorherrschaft im Video­spielmarkt freilich nicht kampflos aufgeben will.

Sonys stylishes Boytoy
Und so präsentiert Sony am 1. Oktober die Antwort auf den iPod touch. Sie heißt PSP Go und ist speziell für die Bedürfnisse der digitalen Downloadgeneration de­signt. Auf ein Laufwerk wurde bei der PSP Go konsequenterweise komplett verzichtet, auch hier kommen die Spiele via Download, ganz wie beim iPhone oder beim iPod touch. Auch optisch macht die PSP Go einiges her. Die edle Klavierlackoptik überzeugt auf den ersten Blick. Die mobile Spielkonsole ist leichter als eine Tafel Schokolade, kaum größer als ein iPhone und lässt vor allem Männerherzen höherschlagen: Mit leichtem Druck lässt sich das Display hochschieben, und darunter offenbart sich die Steuerzentrale für das neueste Hightech-Boytoy. Ein 16 GB großer interner Speicher bietet für ungefähr zehn Spiele gleichzeitig Platz. Wer mehr will, erweitert den Speicher mit Memory-Stick-Micro-M2-Karten um bis zu 16 GB. Damit sperrt der Hersteller klassische Medien wie Disks oder Module einfach aus.

Kampfansage an den Handel
Doch das Äußere täuscht wie so oft, denn technisch hat sich das Gerät nicht sehr verändert. Bis auf das neue Design sind die inneren Werte fast baugleich mit der älteren Schwester, der PSP 3000. Vor allem aber setzt Sony mit diesem Gerät ein Statement. Denn das fehlende UMD-Laufwerk ist eine klare Absage an den üblichen Vertriebsweg über Händler. Spiele werden hierfür nur noch über den eigenen Onlinestore verkauft. Direkten Zugriff auf Spiele im PlayStation Store erhält die PSP via integriertes WLAN oder mittels einer neuen PC-Software-Anwendung, des Media Go. Damit können User in einem übersichtlichen Menü ihre dort bereits gekauften Spiele, Videos, Fotos und Musik am Computer organisieren und verwalten.

Perfekt für Einsteiger
Die neue mobile PlayStation wird im Handel um 250 Euro angeboten. Wer sich bis 10. Oktober im PlayStation Store anmeldet, bekommt das neueste Rennspiel „Gran Turismo“ als Bonus dazu. Damit ist die PSP Go perfekt für Einsteiger, doch wer bereits eine große Sammlung an UMD-Spielen im Regal stehen hat, sollte noch mit dem Kauf warten, denn die Hardcopys sind nicht übertragbar. Sony verspricht eine Lösung im Interesse bestehender PSP-Kunden. Doch das scheint nicht das einzige Problem zu sein. Verschiedene niederländische Händler haben bereits zum Boykott der neuen mobilen Konsole aufgerufen. Wegen des fehlenden UMD-Laufwerks befürchten die Händler, eine wichtige Einnahmequelle zu verlieren.

Branche im Umbruch
Ob via Internet oder konsolengestützte Online-Portale wie Sonys PlayStation Store, Xbox Marketspace oder Wii-Shoppingkanal – das Angebot der digital beziehbaren Spielinhalte nimmt permanent zu. Während hierzulande das Video-on-Demand-Angebot noch in den Kinderschuhen steckt und mit Copyrights kämpft, hat die Computerspielbranche das Geschäft im Internet bereits für sich perfektioniert. Dank der stetigen Erweiterung des Breitbandnetzwerks hat die Zahl jener Nutzer, die digitale Entertainment-Inhalte abrufen, deutlich zugenommen. Große Downloadportale wie zum Beispiel Steam, Gamesload oder Apples App-Store zeigen stabiles Wachstum um die 30 Prozent. Die unmittelbare Produktverfügbarkeit im Moment des kundenseitigen Interesses ist komfortabel und senkt die Kaufbarrieren.

Computerspielen ist salonfähig
Das Kerngeschäft der Konsolenspiele zeigt sich noch unbeeindruckt vom Download-Hype, vor allem durch die Gewinnung neuer Zielgruppen. Trends wie „Active Gaming“ oder „Party-Games“ locken besonders Frauen und ältere Spieler, sogenannte „Silver Gamer“, vor den Bildschirm (siehe auch die FORMAT-Spieletipps ) . Allein Nintendos „Wii Fit“ hat sich weltweit über 20 Mil­lionen Mal verkauft und einen wahren Fitness-Tsunami in heimischen Wohnzimmern ausgelöst. Hintergrund ist die Tatsache, dass viele Anbieter von interaktiver Unterhaltungssoftware verstärkt auf Spielerlebnisse setzen, die komplizierte Tastenkombinationen und Controller überflüssig machen. Bei Party- und Quiz-Games wie „Rock Band“ oder „Buzz“ steht das Kollektive im Vordergrund. Das Spielprinzip ist einfach und unkompliziert und lässt sogenannte „Gelegenheitsspieler“ schnell das Niveau eines Intensivspielers erreichen.

Von Shin Chang

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