Pimp your brain: Gehirne wollen trainiert werden - und langweilen sich schnell

Ein Hirn wie ein Nudelsieb? Einfache Übungen, richtig gemacht, soziale Kontakte und körperliche Bewegung lassen Hirnzellen sprießen. Wie man der digitalen Demenz und dem Hirnverschleiß den Kampf ansagt.

Die schlechte Nachricht zuerst. Der altersbedingte Abbau von Gehirnsubstanz beginnt bereits im zarten Alter von 25 Jahren. Die gute Nachricht: Rezente Erkenntnisse der Hirnforschung haben ergeben, dass selbst im Greisenalter der Körper frische Nervenzellen fürs Gehirn produziert. Die brauchen allerdings Reize und müssen stimuliert werden, um brauchbare Verknüpfungen zu schaffen. Um also trotz fortschreitenden Alters mental agil zu bleiben und den Verstand nicht zu verlieren, muss man seinem Denk­organ etwas bieten und sein Gehirn trainieren. Dafür hat sich in den letzten Jahren ein boomender Nischenmarkt entwickelt.

Sauerstoff, Bewegung, Ernährung
Nicht zuletzt auch, da vor allem jüngere Baujahre, die vor allem durch multi­mediale Bilderflut und neue Kommunikationsmittel ständig „kunterbunten“ Reizen ausgeliefert sind, durch ständiges „Multitasking“ unter Stress stehen und ihres Kurzzeitgedächtnisses verlustig gehen. Die Freisprechanlage im Ohr, die Finger an der Tastatur und gleichzeitig dabei noch eine Notiz auf einen Schmierzettel machen kann auf Dauer nicht funktionieren, und von der Fülle an Informationen bleibt meist nicht einmal mehr das Wesentliche hängen. Was also tun, um seine Gehirnaktivitäten auf einem akzeptablen Level zu halten? Was tun gegen die Gefahr der digitalen Demenz? „Man stimuliert seine Synapsen etwa mit Sport, mit einem guten Buch oder mit dem ­Erlernen einer Sprache“, erklärt Susanne Seyr , Präsidentin des Braintrainer Verbands Österreich, das einfache, aber effektive Rezept für ein Gehirn, das jung bleiben soll.

Schweinehund bekämpfen
Es bleibt einem also nicht erspart, sich dem inneren Schweinehund zu stellen. Bewegung, vorzugsweise in der frischen Luft, versorgt die menschliche Kommandozentrale mit Sauerstoff, und das bringt das Denken auf Vordermann. Und natürlich kommt es auch auf die Ernährung an. Nüsse und Fisch, denen seit jeher nachgesagt wird, dem Köpfchen gutzutun, sollten mehrmals auf dem wöchentlichen Speisezettel stehen, auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist unabdinglich und steigert die Konzentration. Gehirne wollen trainiert werden, und die Nachfrage dafür ist durchaus gegeben. Allein am Buchmarkt ist das Angebot an einschlägiger Trainingslektüre, die das ultimative Superhirn verspricht, unüberschaubar geworden. Zudem eroberten Gedächtnisübungen auch die PC-Bildschirme und Spielkonsolen. So verkaufte etwa ­Nintendo von Dr. Kawashimas „Gehirn-Jogging“-Übungen weltweit mehr als zehn Millionen Stück.

Langeweile im Kopf
Wenn Spieltrieb auf Ehrgeiz trifft, kommt es eben meist zu Verkaufsschlagern. Wie beim berühmten ungarischen Rubiks Würfel. 350 Millionen Mal ging das bunte Spielzeug in drei Jahrzehnten über die Ladentische. Und das nächste Verkaufshoch – Brain-Training-Trend sei Dank – ist bereits prognostiziert. Wobei, ganz so einfach gehen IQ und die Merkfähigkeit auch nicht wieder hoch. Unser Hirn langweilt sich nämlich ziemlich schnell. Täglich die immergleichen Übungen zu machen verbessert zwar die Schnelligkeit beim Lösen der Aufgabe, zielführend in puncto Gedächtnisleistung ist das allerdings leider nicht. Wie beim Essen, beim Sport oder beim Lesen bringt auch hier nur Abwechslung das gewünschte Ergebnis, um schlau durch den Alltag zu kommen.

Von Manfred Gram

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