Over the Rainbow: Die Tourismusbranche buhlt immer stärker um Schwule und Lesben

Die Urlaubsbranche entdeckt „Gay & Lesbian Travel“. Wo die heiß begehrte Zielgruppe hinreist und ob es Unterschiede im Reiseverhalten gibt, hat sich FORMAT genauer angeschaut.

„Ich war mit meinem damaligen Mann auf Hochzeits­reise in einem kleinen Hotel, und der Direktor fand es wohl klasse, uns einen rosa Bären zu schenken“, erzählt Markus Schumann, Kunsthistoriker. Abends mussten sich die Frischvermählten an der Bar schwulenfeindliche Witze anhören. Erfahrungen, die zum Glück der Vergangenheit angehören.

Begehrte Zielgruppe
Heute gehört die Gay-Klientel zu einer heftig umworbenen Zielgruppe. Ob Kosmetik-, Fashion- oder Reiseindustrie – Lesben und Schwule verfügen (meist) über ein doppeltes Einkommen, sind Neuem gegenüber aufgeschlossen, legen Wert auf modische Kleidung und: Lifestyle wird in jeder Lebenslage zelebriert. Gute Gründe für „Urlaubsmacher“ also, sich auf diesen Wachstumsmarkt zu stürzen. Thomas Bömkes, Gründer von TomOnTour.com , verweist auf das Potenzial: „Wir wachsen auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Immer mehr Anbieter, ob Hotels oder Airlines, kommen mit eigens auf schwule Zielgruppen zugeschnittenen Inhalten auf uns zu.“ Sogar die größte Reisemesse der Welt, die ITB in Berlin (10.–14. 3., itb-berlin.de), setzt ihren diesjährigen Fokus auf Gay & Lesbian Travel.

Gleichgesinnte und guter Service
Wie unterscheidet sich das Reiseverhalten von Homos und Heteros? Laut John Tanzella, Präsident der International Gay & Lesbian Travel Association, ist der Wunsch Nummer eins das sexuelle Erlebnis. Dann geht es um Urlaub unter Gleichgesinnten mit entsprechender Infrastruktur. Sonst? Götz Lachmann, Pressesprecher der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, kann nicht wirklich Unterschiede entdecken: „Homosexuelle Paare wollen in einem 4-Sterne-Haus das Gleiche wie in einem „Gay Hotel“; guten Service, ein attraktives Wellnessangebot, exzellente Kulinarik und das Gefühl, willkommen zu sein.“

Romana Kanzian

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