Maschen possible: Im Männermode-Winter 2009 wird der Strick grob und das Karo klein

Der Winter wird kalt. Wolle wärmt. In dieser Modesaison setzen die Chefdesigner der großen Häuser auf dicke Maschen und entdecken bei Stoff- und Schnittmustern die 50er- und 80er-Jahre neu.

Strick ist chic. Ein Stehsatz? Natürlich, aber in der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion gibt es an Wolle kein Vorbeikommen (siehe Die besten Männermodenrezepte gegen den Wintereinbruch ) . Legt man es drauf an, beweist man also ausgesprochen guten Geschmack, wenn man sich ein wenig wie ein isländischer Schafbauer anzieht. Ob dies ein (zumindest optisches) Zugeständnis der Designer-Gilden an die harte Wirtschaftskrise da draußen ist, wäre da natürlich zu hinterfragen. Ebenso wie die Preisgestaltung einzelner Kleidungsstücke. Will man das – aus welchen Gründen auch immer – nicht, reicht es aber, wenn man sich vor der Shopping-Tour einfach Folgendes einbläut: „Je dicker die Maschen, je gröber die Strickmuster, je überbordender die Zopfmuster, umso trendiger ist man und umso budgetbelastender wird der Einkauf.“

Farbtupfer im Grau
Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass feiner Gestricktes erstens billiger und zweitens weniger modisch wäre. Ganz im Gegenteil: Designer-Anzüge aus Kaschmir- oder Mohair-Woll-Gemischen sind in den Boutiquen nicht gerade in der Minderzahl. Und dünne Cardigans, unterm Sakko statt Gilets getragen, nehmen dem klassischen Dreiteiler ein wenig die formelle Strenge, respektive Spießigkeit. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die durchaus auch mit Mustern und kräftigen Farbakzenten aufwarten dürfen, um so die saisonale Hegemonie der Farbe Grau ein wenig zu brechen.

Röhrenhosen als Achtziger-Zitat
Die wichtigsten Anzugtendenzen: Der Zweireiher, dessen Comeback bereits im Vorjahr eingeläutet wurde, ist noch immer da. Das braucht es, da nach wie vor Sakkos mit zwei Knöpfen Mode-Usus sind. Die Silhouetten der Anzüge sind dazu nicht mehr ganz so körperbetont eng wie noch vor ein, zwei Jahren. Hosen sind etwas weiter geschnitten und fallen weicher. Allerdings, das eine oder andere Design-Haus (Prada, Gucci, Hugo) zitiert mit Liebe zum Detail die 80er-Jahre. Enge Röhrenhosen, knappe Sakkos, die manchmal auch an Ausgehuniformen von Heereskadern erinnern. Achtung bei Figurproblemen! Es werden aber auch die 50er-Jahre fleißig zitiert. Das fügt sich übrigens perfekt in den herrschenden Vintage-Trend, der alte Stoff- und vor allem Musterklassiker in den Fokus rückt. Glencheck-, Hahnentritt- und Fischgrät-Muster tauchen verstärkt auf, diskret auf Anzügen, etwas auffälliger in der Freizeitkleidung.

Wiederentdeckung der Fünfziger Jahre
Es ist also keine Schande, heuer im Winter kleidungstechnisch an Oxforder Literaturprofessoren zu erinnern. Zumal eines der wichtigsten Must-Haves der Saison die gute alte Schiebekappe ist, die am besten in erdigen Tönen gehalten wird. Für Casual-Zwecke, quasi als Jeansersatz, ist die Chino-Hose wiederentdeckt worden. Damit man sich beim Blick in den Spiegel dann endgültig wie im Kalten Krieg fühlt oder gar in eine Sputnik-Schockstarre verfällt, wurde für den modeaffinen Mann von den Top-Schneidern ein weiterer Klassiker der Fifties wiederentdeckt: der „Monkstrap“, also jener Halbschuh, der mit seinen polierten Schnallen stets als Blickfang in Bodennähe diente. In den Luxusvarianten sind diese Schuhe meist aus Veloursleder und – besonders angesagt – in einem dunklen Blau gehalten. In Sachen Schuh ist aber auch eine rustikalere Variante erlaubt. Biker-Boots aus grobem Leder bringen radikale Männlichkeit in den Winter zurück.

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