Lustvolle Macht: Warum mächtige Manager sich mit jüngeren Frauen "aufladen"

Mächtigen steht die Welt offen. Frauen dienen sich an, und die Alpha-Männer greifen zu, denn häufiger Partnerwechsel ist gesellschaftsfähig geworden und bringt Status. Experten sagen, welche Beweggründe dahinterstecken und wie sie sich auf den Job auswirken.

Er steckt voller Tatendrang und verströmt eine Lebenslust, die seine Umgebung förmlich mitreißt. Seit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die attraktive, kapriziöse Sängerin Carla Bruni, 39, als seine dritte Frau freite, gibt sich der klein gewachsene Mittfünfziger wie Napoleon, dem kein Ziel zu groß und kein Vorhaben unmöglich scheint. Sarkozy ist das aktuellste Beispiel, wie Gefühle und ein aufregendes Sexleben die Sinne und den Geist beleben und offenbar einen gewaltigen Energieschub für den Job bringen.

Prominentes Ringelspiel
Das Rezept ist nicht neu. In Deutschland holten sich etwa Exkanzler Gerhard Schröder und Exaußenminister Joschka Fischer regelmäßig frischen Kick mit neuen Ehen und immer jüngeren Partnerinnen. In Russland wiederum ist Premier Wladimir Putin Newcomer im Ringelspiel der Beziehungen: erst einmal verheiratet, noch nicht von der alten Gefährtin geschieden und recht dezent angeblich auf Freiersfüßen bei einer Jüngeren. Hierzulande geht es, bei aller neuen Offenheit und der heutigen gesellschaftlichen Akzeptanz des Partnerwechsels, zurückhaltender zu. Sozialminister Erwin Buchinger, 53, legte sich für den Schub in die neue Position Freundin Marina Laux, 27, zu. Kommentieren will er das nicht.

Beflügelnde Partnerinnen
Im Wirtschaftsbereich outeten sich zumindest der Industrielle Hannes Androsch, 70, sowie Bautycoon Hans Peter Haselsteiner, 64, mit außerehelichen Söhnchen von jungen Müttern. Großinvestor Martin Schlaff, 55, vollzog eben seine zweite Scheidung und wendet sich einer Dreißigjährigen zu, und Exunternehmer Christian Niedermeyer, 54, derzeit noch Privatier, wird in wenigen Wochen zum dritten Mal heiraten. Die Partnerin ist 27, und sie beflügelt. Niedermeyer will jetzt wieder ins Berufsleben zurück und wälzt konkrete Pläne. "Eine junge Frau lässt es nicht zu, dass man bequem wird", sagt Niedermeyer, "und das ist auch positiv, denn diese Ansprüche halten jung und geben natürlich Energie für den Job."

Narzissmus und Suchtverhalten
Warum verlassen mächtige Politiker, Unternehmer und Manager ihre Ehefrauen oder Partnerinnen? Was erhoffen sie sich von dem Wechsel, und warum wird offenbar immer hemmungsloser ausgetauscht? "Der Mann wird höher bewertet, wenn er sich eine attraktive Frau leistet", sagt der Sexualtherapeut und Mentaltrainer Karl Stifter. "Sarkozy geht energetisch auf. Sein Selbstwert ist erhöht, er ist auf jeden Fall potenter dadurch. Er ist erotisch stimuliert. und diese Energie kann er umsetzen in die Arbeit, dadurch ist er auch belastbarer." (Siehe Interview mit Karl Stifter .)

Hormonrausch mit Suchtgefahr
Für die Psychotherapeutin Ursula Kren-Kwauka sind sogenannte Alpha-Männer Narzisse. Extrovertierte Persönlichkeiten mit einem starken Geltungsbedürfnis, die ihr Selbstwertgefühl organisieren und nähren müssen und die sich nur über Leistung definieren. "Zuerst fühlen sie sich mit einer neuen Partnerin beflügelt, jünger und bringen Energie und Kreativität in den Beruf ein", so Kren-Kwauka, "dann kippt das System, und es kann zur Sucht kommen." Das heißt, nach einiger Zeit vergeht der Hormonrausch, und die Attraktivität des Partners lässt nach. Anlass genug, sich um ein neues Glücksgefühl umzuschauen, das dann ebenfalls wieder nur vorübergehend ist.

Das biologische Erbe
"Macht ist das stärkste Aphrodisiakum", hat Ex-US-Außenminister Henry Kissinger einmal gesagt. Macht und Eros. Untrennbar verbunden? Das kommt alles noch aus der Steinzeit, sagen die Evolutionstheoretiker (siehe James Bond als Testimonial ). Als Frauen sich ganz instinktiv den Mann erwählten, der die stärkste Keule schwang und so die größtmöglichen Überlebenschancen für Frau und Nachwuchs versprach. Das stecke uns noch immer in den Genen. Auch heute wählten Frauen beispielsweise immer noch gern groß gewachsene Männer, obwohl das inzwischen nicht mehr notwendig sei.

Macht, Geld und Potenz
"Es geht immer nur um das eine", sagt Adolf Holl, 82, Religionsphilosoph. "Macht ist daher immer in Verbindung mit der Sexualität zu sehen." Mächtig will Mann werden, weil er dann alle Frauen bekommen kann. Das führe dem Mächtigen aber keine Energie zu, weil Triebabfuhr im Grunde schwäche. Eine Erkenntnis, die schon in Indien vor 4.000 Jahren Gültigkeit hatte. Priester, Mönche oder geistliche Herren waren zölibatär und bezogen gerade daraus ihr hohes Sozialprestige. Für Frauen unerreichbar, wurden sie von ihnen umso mehr verehrt und angehimmelt.

Moderne Askese
Askese ist für Holl aber keine Erscheinung vergangener Jahrtausende. Die Politiker und Manager von heute, meist schwere Workaholics, zählt Holl zu den modernen Asketen. Nach einem 18-Stunden-Tag sind viele von ihnen wahrscheinlich mehr müde als geil. Auf Sex sind viele Frauen vielleicht auch nicht immer scharf. Eine US-Studie ermittelte immerhin, dass 70 Prozent der befragten Frauen einen Mann ausschließlich seines Geldes wegen heiraten würden.

Von Doris Gerstmeyer

Society

Opernball-Lady Treichl-Stürgkh: "Rücktritt am 4. Februar!"

Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Die 10 reichsten Amerikaner

Leben

Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Die 10 reichsten Amerikaner

Women Leadership Forum 2014

Society

Women Leadership Forum 2014