Gourmetfestival: US-Sieger 'Domäne
Wachau' will auch in Dürnstein reüssieren

Beim diesjährigen Wachau-Gourmetfestival werden unter anderem auch die Weine der Domäne Wachau präsentiert. Eine Winzergenossenschaft im inter­nationalen Höhenflug.

Im Bild: In den USA wurde bei einer Verkostung der „New York Times“ der „Grune“ der Domäne Wachau zur Nummer eins gekürt. € 8,40

Die Liste der Feinschmeckerevents ist lang: Beim diesjährigen Wachau-Gourmetfestival vom 11. bis 22. März kochen nicht nur internationale Starköche wie Portugals Paradekoch Dieter Koschina oder nationale Herdgrößen wie die Grande Dame der Wachauer Küche, Lisl Wagner-Bacher. Auch am Weinsektor bieten die Veranstalter Hochkarätiges. So verkostet etwa Weinpfarrer Hans Denk, auch die „Weinnase Gottes“ genannt, am 12. März die Top-Kreszenzen der besten Winzer von Spitz bis Loiben – von Franz Hirtzberger bis F. X. Pichler.

Verkostung beim Gourmetfestival
Austragungsort dieser önologischen Power-Präsentation ist das Kellerschlössel der Domäne Wachau in Dürnstein, ein Weingut, das momentan auch international beachtenswerte Erfolge erzielt. Sogar die „New York Times“ jubelte im Vorjahr in einem ausführlichen Bericht über die Weine der Wachauer und kürte bei einer internationalen Veltliner-Verkostung den Grünen Veltliner „Federspiel Terrassen“ weltweit zur Nummer eins. Wohl auch deshalb haben die Organisatoren des Wachau-Gourmetfestivals dem gefeierten Weingut gleich einen zweiten Top-Event gewidmet: Unter dem Motto „Weltklasse Rieslinge – Wachau trifft den Rest der Welt“ werden am 19. März die Rieslinge der Domäne Wachau mit den besten aus dem Elsass und aus Deutschland im Vergleich präsentiert. „Ein Verkostungs-Highlight des Weinjahres 2010“ nennen es die Veranstalter selbstbewusst.

Für Falstaff unter den Top 10
Die Domäne Wachau zählt in Österreich schon länger zu den erfolgreichsten Weingütern des Landes – und das, obwohl es sich dabei um eine Genossenschaft handelt. Schon in den 1990er-Jahren konnte sich die Genossenschaft unter der Bezeichnung „Freie Weingärtner Wachau“ am Markt erfolgreich behaupten. Vor zwei Jahren wurden die „Freien Weingärtner“ dann in „Domäne Wachau“ umbenannt, gleichzeitig reihte das Fachmagazin „Falstaff“ die Genossenschaftswinzer erstmals unter die „10 besten Weingüter Österreichs“. Gegründet wurde das Weingut 1938 als „Genossenschaftskellerei“, und 1955 wurde anlässlich der Unterzeichnung des Staatsvertrages im Oberen Belvedere zum Dinner auf Wunsch des damaligen Außenministers Leopold Figl ein „Dürnsteiner Hollerin Riesling Spätlese 1953“ kredenzt. Danach waren es Weine wie der „Dürnsteiner Katzensprung“ und „Dürnsteiner Flohhaxen“, die zu Verkaufsrennern wurden.

Drei Millionen Flaschen
In wirtschaftlicher Hinsicht steht die Domäne Wachau auch heute alles andere als schlecht da. Insgesamt bewirtschaften rund 300 Traubenproduzenten knapp 420 Hektar – immerhin rund 30 Prozent der gesamten Weinbergfläche der Wachau. Im Jahr werden rund drei Millionen Flaschen Wein produziert, der Umsatz liegt bei über 10 Millionen Euro. Neben den Weinen zählen inzwischen aber auch andere Produkte zum Gesamtsortiment. Vom Wachauer Riesling-Traubengelee über Riesling-Senf, Marillenmarmelade, Schokolade mit Veltlinerbrand-Creme bis zu handgemachten Wachauer Edel-Seifen aus Grünem Veltliner und Riesling. „Das sind nur Zusatzprodukte“, meint Weingutsleiter Roman Horvath, „unser Hauptaugenmerk aber legen wir auf Qualitätsweine, die wir zu einem fairen Preis verkaufen wollen.“

Der "Grune" als Kultgetränk  
Tatsächlich gelingt den Genossenschaftswinzern wie kaum einem anderen Weinproduzenten in Österreich die Gratwanderung zwischen Menge und Qualität. Manche der Einzellagen-Weine stammen von den besten Rieden der Wachau – von Achleiten bis Singerriedel – und erhalten auch bei internationalen Verkostungen laufend Höchstbewertungen. Gleichzeitig erobert der Grüne Veltliner der Domäne den internationalen Markt; in den USA etwa wurde der „Grune“ schon fast zu einem Kultgetränk und steht in zahlreichen Spitzenrestaurants auf der Weinkarte. „Und das, obwohl die Leute dort die Bezeichnung Grüner Veltliner nur schwer aussprechen können“, freut sich Horvath. Der Domäne-Wachau-Boss ist in der österreichischen Weinszene kein Unbekannter. Neben seinem Hauptjob in Dürnstein absolvierte er eine überaus anspruchsvolle Ausbildung am renommierten „Institute of Wine“ in London und darf sich seither „Master of Wine“ nennen. Das Besondere dabei: In Österreich tragen diesen weltweit begehrten Titel nur zwei Personen. Einer davon ist Horvath.

Herbert Hacker

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