FORMAT-Buchtipp: „Die nackte Elite“ – Sex, Liebe und Moral im Leben der Manager

Manager sind wegen ihrer privilegierten Position bei Frauen begehrter, sie gehen häufiger fremd, Nobelbordelle gehören zum guten Ton. Gleichzeitig leiden sie öfter an Libido-Problemen und Impotenz und tun sich in ihren Ehen schwerer – das sind die Kernaussagen des neuen Buches „Die nackte Elite“ von FORMAT-Redakteurin Silvia Jelincic, in dem bekannte deutsche und österreichische Manager erstmals offen über Sex, Liebe, Moral und Glaube sprechen.

Zu Wort melden sich unter anderen adidas-CEO Herbert Hainer, Investor Hannes Androsch, der Industrielle Franz VI. Mayr-Melnhof, Immobilien-Mann Hanno Soravia, Anwalt Manfred Ainedter, die beiden Consulter Peter Hochegger und Jochen Kienbaum, Süßwaren-Hersteller Carl Manner, Medien-Mann Hans-Hermann Tiedje, Tourismus-Unternehmer Robert Rogner, Herausgeber Christian Rainer, Werbefilmproduzent Dieter Klein, Geschirrspülmittelhersteller Josef Dygruber, Psychoanalytikerin Rotraud Perner, Abt Gregor Ulrich Henckel Donnersmarck, die Ärzte Johannes Huber und Siegfried Meryn und Nobelbordell-Betreiber Peter Bretterklieber.

Lust zwischen Macht, Geld und Stress
Einen Traumjob haben Manager nicht mehr, seit Gagendebatte und Schmiergeldskandale an ihrem Image nagen. Nun hat Silvia Jelincic auch noch ihr Liebesleben zwischen Macht, Geld und Stress durchleuchtet. Sie zeichnet ein Sittenbild, das die Wirtschaftskapitäne keineswegs ausnahmslos als jene geradlinigen und ausgeglichenen Übermänner darstellt, als die sie sich gerne präsentieren.

Umfrage „Der Sex der Manager“
Eine für das Buch durchgeführte anonyme Umfrage unter 63 Managern im Alter zwischen 30 und 60 Jahren aus Österreich und Deutschland bestätigt das. Der Großteil der Manager (92 Prozent) lebte zum Zeitpunkt der Befragung in einer festen Beziehung. Rund zwei Drittel (68 Prozent) gaben an, ihrer Partnerin nicht treu zu sein – ein erstaunlich hoher Prozentsatz. 16 Prozent der Befragten gaben an, dass sich zwischen 50 und 100 Prozent ihres Liebeslebens außerhalb der festen Beziehung abspielt.

Eifrige Bordellbesucher
Mehr als die Hälfte der befragten Manager (52 Prozent) besucht laut der Umfrage für „Die nackte Elite“ zumindest ein bis drei Mal jährlich (als "aktiver" Gast) ein Bordell, und fast alle sind der Meinung, dass Bordellbesuche unter Führungskräften üblich sind (92 Prozent). Der prominente Wiener Unternehmensberater Peter Hochegger bestätigt das und sagt aus Erfahrung: „Mehr als die Hälfte der Manager geht ins Bordell.“ Zu diesem Phänomen sagt auch Peter Bretterklieber, der medienscheue Chef der Luxusbordellkette Babylon mit Häusern in Wien, Klagenfurt und Salzburg: „Wir verkaufen Illusionen und wir retten vielleicht sogar Familien damit: Eine Affäre mit einer Sekretärin kann nicht nur viel teurer kommen, sie kann auch Ehen ruinieren.“ Auch der deutsche Werber Holger Jung betont, dass Bordelle einfach ein fixer Bestandteil der Gesellschaft sind.

„Kick“ oder Beziehungsglück
„Manager sind es dabei gewohnt, Grenzen zu überschreiten, und sie neigen in ihrem Liebesleben eher als andere Männer dazu, Impulsen nachzugeben“, so Silvia Jelincic. „Viele Manager sind ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick“, beschreibt die Psychoanalytikerin und Sexualtherapeutin Rotraud Perner in einem Interview für „Die nackte Elite“. Dass der berufliche Stress oft zu Libido- und Potenzproblemen führt, wird dabei gern übertüncht: Potenzmittel seien selbstverständlich geworden, niemand schäme sich noch, sie zu nehmen, so Jelincic. Beziehungsglück ist trotzdem auch für Manager möglich. „Will ein Manager eine glückliche Beziehung führen, muss er sich aufgrund der zahlreicheren Verlockungen aber viel bewusster dazu bekennen als ein anderer Mann“, so Jelincic.

Ohne Herz kein Betrug
Zwar meint der Kärntner Bau- und Immobilienunternehmer Hanno Soravia in dem Buch, dass es kein Betrug sei, wenn das Herz nicht dabei wäre. Und der Investor Hannes Androsch meint, dass ja auch so manch Therapeut meint, dass Seitensprünge die Beziehung beleben würden. Doch es gibt auch Manager und Unternehmer, die ihren Partnerinnen ohne Umschweife und Ausflüchte treu bleiben. „Seit meiner Kindheit lebe ich nach christlichen Werten. Der Glaube hilft mir, ein guter Vater, ein guter Ehemann und ein guter Unternehmer zu sein“, sagt etwa der Industrielle Baron Franz VI. Mayr-Melnhof-Saurau. Auch der Kärntner Tourismus-Unternehmer Robert Rogner schwört auf Zweisamkeit: „Im Grunde suchen alle Menschen nach Beziehungen, manche tun es sogar in Bordellen.“

Von Silvia Jelincic

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