Falstaff-Guide: Topliga schrumpft in Wien - und wächst in den Tourismusregionen

Krise hin oder her: Der neue Falstaff-Restaurant-Guide sorgt für eine Veränderung an der Spitze und zeigt die neuen Trends.

Der Unterschied könnte größer nicht sein. Die Brüder Obauer in Werfen, lange Jahre Spitzenreiter in der österreichischen Top-Gastronomie, hatten im Vorjahr mit den Testern des Restaurantführers Michelin wenig Glück. Sie verloren einen von zwei Sternen und rangierten damit nur noch im guten Mittelfeld. Ganz anders im diese Woche erschienenen Falstaff-Restaurant-Guide, in dem die Bewertungen nicht von Profis, sondern von den Gästen stammen. Dort rangiert das Restaurant als einer von drei Siegern, zusammen mit dem Wiener Steirereck und dem Hanner im niederösterreichischen Mayerling.

Trend zur Mittelklasse  
Für den mittlerweile im fünften Jahr erscheinenden Publikumsguide sind rund 12.000 Gäste unterwegs gewesen, die für 1.000 Restaurants rund 140.000 Bewertungen abgegeben haben. Aus dem Wust an Zahlen- und Datenmaterial lassen sich auch einige Trends ablesen. So kam es etwa in Wien zu einer völligen Neuordnung, nicht zuletzt durch den Wegfall einiger Schlemmertempel im Top-Segment. Palais Coburg, Mörwald Ambassador und Das Turm mussten krisenbedingt ihre Pforten dichtmachen, jetzt ragt nur noch das Steirereck einsam als hoch bewertete Gourmet-Oase heraus. Ansonsten geht der Trend in Wien eindeutig zur Mittelklasse. In Krisenzeiten sind es vor allem die Plachutta-Betriebe, der Eisvogel im Prater oder das neue Freyenstein mit Meinrad Neunkirchner am Herd, die jetzt vermehrt von jenen frequentiert werden, die zuvor in den Luxustempeln ein und aus gingen. Deutlich abgewertet wurden im neuen Falstaff-Guide auch all jene Häuser mit zu kleiner Weinauswahl. Das trifft vor allem auf Ethno-Lokale, insbesondere Asiaten zu, die oft nicht mit viel mehr als ein paar Biersorten aufwarten. Bemerkenswert allerdings: Kim kocht wurde diesmal nicht nur zum besten Asia-Lokal Österreichs gekürt, das Restaurant der Koreanerin Sohyi Kim ist im Ranking der Besten Wiens inzwischen auf Platz sechs vorgerückt.

Aufsteiger & Gewinner  
Zu den wichtigs­ten Aufsteigern zählen noch das Schlossstern in Velden und das Tangelberg in Vorchdorf. In beiden Fällen stehen junge und überaus ambitionierte Köche am Herd, die in Zukunft die Tischordnung im Spitzensegment noch gehörig durcheinanderbringen könnten. In den Küchenwertungen des Guides erreichten beide bereits 49 von maximal 50 Punkten und haben damit zur absoluten Elite aufgeschlossen. Während die Krise in der Top-Gastronomie besonders in Wien ihre Opfer fordert, da dort die Business-Esser abgewandert sind, wurden Qualitätsbetriebe in Tourismusregionen generell hoch bewertet. Top-Restaurants in Lech, Salzburg und Umgebung sowie am Wörthersee scheinen von der Krise noch eher wenig zu merken. In der Kategorie Neueinsteiger hat sich vor allem Didi Dorner aus der Steiermark als Sieger hervorgetan. Der Extrem-Koch hat mit dem neuen Landhaus Stainach bei Irdning eine entsprechende Bühne gefunden. Beste Landgasthäuser wurden übrigens das Mesnerhaus in Mauterndorf im Lungau sowie das Steirereck am Pogusch, die Kate­gorie „Mediterran“ gewann das kleine Dolce Vita in Klagenfurt und verdrängte damit das fashionable Fabios auf Platz zwei.

Verlierer  
Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. Zu den prominen­testen Restaurants, die Punkte verloren haben, zählt der Taubenkobel in Schützen, wobei ganz generell im Burgenland mehr Häuser ab- als aufgewertet wurden. Einzig Max Stiegl vom Gut Purbach gilt mehr denn je als eines der hoffnungsvollsten Jungtalente der Region.

Von Herbert Hacker

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