Cheers! Whisky ist ein sicheres Investment in Krisenzeiten, nicht nur Kehlenöl für harte Kerle

Lange war Whisky ausschließlich der Drink für harte Kerle. Heute spricht er verstärkt junge Käuferschichten an und gilt auch in Krisenzeiten als sicheres Investment.

Western-Legende John Wayne genoss ihn in rauen Mengen. Ernest Hemingway war vor allem während des Schreibens von seiner wärmenden Wirkung angetan. Humphrey Bogart hatte sich dem „Wasser des Lebens“ gar mit Haut und Haaren verschrieben. „Man muss dem Leben immer einen Whisky voraus sein“, brachte der Frauenschwarm mit der rauchigen Stimme seine Passion einst auf den Punkt.

Trendiger Touch
Das Image des Whisky trinkenden Raubeins reiferen Alters trifft heute allerdings nur mehr bedingt zu. Whisky hat mittlerweile einen trendigen Touch. Fakt ist: Das aus Getreide gebrannte Getränk gewinnt bei den 20- bis 30-jährigen Trendsettern immer mehr an Bedeutung. Diverse Marken haben das Kaufpotenzial der jungen Zielgruppe längst erkannt. Durch effiziente Promotion-Aktionen in Clubs und Bars konnten Whisky-Produzenten somit ihre Verkaufszahlen kontinuierlich steigern. Und sogar an den neuen Party-Hotspots in China, Indien oder Südamerika ist das Getränk bereits in aller Munde. Schottland, weltweiter Marktführer in Sachen Whisky, konnte im Vorjahr ein Rekordexportergebnis von rund 3,6 Milliarden Euro Umsatz erzielen.

Austro-Brennereien
Neben der Hochburg Schottland konnten sich Irland, Japan und die USA als Big Player im internationalen Whisky-Geschäft etablieren. Seit einigen Jahren versuchen sich zudem österreichische Firmen in der Kunst der Whisky-Produktion – wobei hier auf kleinerer Flamme gebrannt wird. Besonders drei Austro-Hersteller haben sich hervorgetan. Dazu zählt etwa die älteste Brennerei – Roggenhof –, die im Waldviertel seit 1995 fünf verschiedene Whiskysorten anbietet. Der wohl bekannteste heimische Whisky wird in der südsteirischen Destillerie Weutz erzeugt. Aber auch in der Herstellung von „Single Malt“ experimentiert man hierzulande eifrig. Im Gegensatz zu irischen oder schottischen Whiskys, die meist in Sherry- oder Portweinfässern gelagert werden, benützt Single-Malt-Brenner Hans Reisetbauer ganz bewusst gebrauchte Barriquefässer von heimischen Weinbauern, um sein goldfarbenes Feuerwasser reifen zu lassen.

Whisky ist nicht gleich Whisky
Das beginnt schon bei der unterschiedlichen Art der Herstellung. Bei der Frage nach Blended oder Single Malt scheiden sich die Geister. Obwohl die Gewinnung des Alkohols immer gleich bleibt, hängt der Geschmack von vielen Faktoren ab. Während Single-Malt(Malz)-Whisky das Produkt einer bestimmten Brennerei ist, werden bei den Blends unterschiedliche Sorten verschnitten beziehungsweise gemischt. Zu den Bekanntesten zählen etwa Johnnie Walker, Ballantine’s oder Chivas Regal. Single Malts sind auf dem Niveau eines hochwertigen Bordeaux anzusiedeln, böse Zungen attestieren den Blends hingegen die „Qualität eines besseren Spritzweins“.

Mit Wasser einsteigen
„Egal ob Single Malt oder Blended Whisky, der Genuss steht immer an erster Stelle“, schwärmt Colin Scott, Master Blender beim schottischen Premium-Whisky-Hersteller Chivas Regal. Der Schotte weiß, wovon er spricht, schließlich ist er seit über 30 Jahren in dieser Branche tätig. Anfängern rät er zur Vorsicht. „Der erste Whisky sollte am besten mit einem recht hohen Wasseranteil getrunken werden“, so Scott, „so kann man sich langsam an den Geschmack gewöhnen und die Wassermenge mit der Zeit verringern.“ Ein Tabu hingegen ist es, einen Single Malt mit Eiswürfeln zu vermischen, da durch die Kälte ein großer Teil des Aromas verloren geht. „Nur in seiner puren Form ist das explosive Gaumenerlebnis vollkommen“, postuliert Mario Prinz, Inhaber des exklusiven Wiener Whisky-Ladens „Potstill“, in dem über 900 Single Malts angeboten werden.

(Geschmacks-)Stabiles Investment
Eingefleischte Whisky-Liebhaber greifen beim Kauf des edlen Tropfens schon mal tiefer in die Tasche. Das kostbarste Exemplar, das Prinz bis dato an den Mann brachte, hatte einen Wert von 3.700 Euro. „Die Flasche mit 0,7 Liter schottischen Whiskys – eine ‚Glenfarclas 1955‘ – gönnte sich ein japanischer Sammler per Online-Bestellung“, so der Kenner. Der wohl teuerste Whisky wurde vor drei Jahren von einem Geschäftsmann für umgerechnet 45.800 Euro in einem Hotel in England gekauft. Man kann nur hoffen, dass der 65-jährige „Dalmore“ gemundet hat. Es scheint, als wäre der Erwerb von Whisky eine ertragreiche Vermögensanlage. „Wenn man in Aktien investiert, besteht immer das Risiko, dass diese im Wert fallen“, erzählt Michel Kappen, der Gründer der virtuellen Whisky-Börse www.worldwhiskyindex.com , „Whisky ist jedoch ein stabiles Investment.“ Seit einem Jahr werden dort die besten Whisky-Sorten der Welt gehandelt – mit jährlichen Renditen von 12 Prozent. Und: Im Gegensatz zur Aktie kann man den Whisky bei Wertverlust sogar noch selber genießen.

Von Birgitt Kohl

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