Adrenalin-Snack: Eine neue Generation von Extremerlebnissen macht Bubenträume wahr

Alltagsflucht einmal anders. Wer heute hemmungslos Mann sein will, demoliert Autos oder haut sich über die Häuser.

Wann ist ein Mann ein Mann? Die Frage stellte sich bereits Herbert Grönemeyer und wollte in den 80er-Jahren in seiner vor Ironie triefenden Hymne „Männer“ nicht wirklich zu einem Ergebnis kommen. Nähert man sich ein wenig populärbiologisch dem Mannsein, lässt sich aber ziemlich schnell eine Antwort auf die Frage finden.

Kick für zwischendurch
Männlich ist – oder besser: wird – man vor allem dann, wenn eine anständige Ladung Testosteron durch die Blutbahn zirkuliert. Denn dieser unberechenbare Hormontreibstoff ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass sich die Herren der Schöpfung immer wieder zu Aktionen augenscheinlichen Irrsinns hinreißen lassen. Vor allem da dort, wo das bekannte Geschlechtshormon sein Unwesen treibt, auch sein hinterfotziger Bruder Adrenalin nicht weit ist. Und noch bevor ein störender Denkprozess einsetzen kann, befindet man sich schon mitten in merkwürdigen Ritualen maskuliner Machismen, angesiedelt irgendwo zwischen Bubenträumen, nackter Gefahr, Imponiergehabe und Penisvergleichen. Kein Wunder also, dass so etwas bedient wird, und so boomt seit geraumer Zeit das Angebot rund um die kleinen Kicks für zwischendurch. Und zwar abseits etablierter Extrem-Erlebnisse wie Tandemspringen mit dem Fallschirm, Paragleiterflügen mit Profis oder dem guten, alten Bungee-Jump von der Autobahnbrücke. Bürohengste können gegenwärtig aus einem umfassenderen Katalog „gesicherter“ Gefahren wählen.

Spiderman-Gefühle am Hochhaus
Besonders hoch im Kurs: House-Running (siehe Bild) . Spektakulär bezwingt man dabei in der Horizontalen die Fassade eines Hochhauses, trotzt am Seil hängend der Gravitation und muss sich mit jedem Schritt immer wieder aufs Neue überwinden. Ab Mai kann man sich so auch erstmals in Wien über die Häuser hauen, genauer: übers Artis Tower Hotel. „Die Buchungslage ist ausgezeichnet, House-Running wird sehr gut angenommen und ist eine oft gewählte Alternative zum Bungee-Jumping“, heißt es dazu aus der Veranstalter-Agentur Jochen Schweizer, die sich auf kleine Kicks und Erlebnisgeschenke spezialisiert hat. Zudem schenkt man zurzeit derartige Erlebnisse gerne weiter. Gutscheine wie vom Erlebnis-Anbieter jollydays.at , der momentan etwa mit der Drogeriekette Bipa kooperiert, werden gerne gewählt, wenn man dem besten Freund zeigen will, wo der Hormon-Bartl den Most herholt. Je nach Gusto des Beschenkten kann dieser beispielsweise zwischen Hubschrauberrundflügen (gähn), einer ausgiebigen Quad-Tour durch matschiges Gelände (okay) oder einer Fahrt im Formel-1-Boliden (hossa) wählen.

Auf dem Männerspielplatz
Überhaupt, das Stillen von Speedbedürfnissen, in Kombination mit Action und einem überschaubaren Maß an Zerstörung, scheint einer dieser ewigen Bubenträume zu sein. Quasi eine Art Überraschungsei für den erwachsenen Kindskopf. Das bemerkte auch Christoph Schmudermayer, der im niederösterreichischen Irnfritz einen Männerspielplatz der besonderen Art betreibt. Unterm Motto „Männer Metall Maschinen“ werden dort seit Jänner 2007 mit Baggern Löcher ausgehoben, tonnenweise Sand bewegt, mit Vorschlaghämmern Autos vorbearbeitet, um die Vehikel dann mit einem 27-Tonnen-Umschlagbagger überhaupt gleich zum Wrack zu machen. Verschrottungsprämie einmal anders. Das kommt – unschwer zu glauben – unheimlich gut an. „Wir haben Privatgäste aus der Schweiz, Deutschland, Italien und Russland, aber auch Unternehmen kommen zu uns und motivieren damit ihre Mitarbeiter“, erzählt der 30-jährige Niederösterreicher. Wem das nicht reicht, der kann in den vier Stunden, die einem zur Verfügung gestellt werden, auch noch mit PS-starken Quads das Gelände unsicher machen. „Vor allem Manager und Führungsmitarbeiter erfüllen sich damit alte Träume. Das ist durchaus ein Luxus-Package“, so Schmudermayer erfolgsverwöhnt zu seinem Angebot.

Windkanaltaugliche Kerle
Bleibt noch der letzte große Traum zu erfüllen – nämlich jener vom Fliegen. Klar, dass einem auf diesem Sektor einiges geboten wird. Stunden im Flugsimulator gibt’s ebenso wie die Möglichkeit, im Jet mitzufliegen oder Hubschrauber und kleine Flugzeuge selbst zu steuern. Wer gerne in Bodennähe bleibt, sollte sich aber in den Windkanal begeben und Bodyflying ausprobieren. Dort pfeifen einem 180 km/h aus der Windmaschine um die Ohren, und man hebt ganz einfach ab. Die beste Anlage dafür gibt es momentan in Bedford bei London ( www.bodyflight.co.uk ). Wer also auf einer Geschäftsreise ein Zeitloch findet und es mit Action füllen will, sollte vielleicht einen kleinen Abstecher riskieren. Man kann sich aber auch in Geduld üben. Ende des Jahres soll im WIPARK Parndorf Europas modernste Bodyflying-Anlage eröffnen. Adrenalin-Kick inklusive.

Webtipps:
www.jollydays.at : Marktführer in Österreich, mit über 700 Erlebnissen im Programm.
www.mydays.at : Sprung aus dem fliegenden Hubschrauber, oder doch ein Iglu-Baukurs? Action-Romantiker werden hier fündig.
www.alpdays.at
: 150 Erlebnisgeschenke quer über Österreich verstreut hat man im Angebot.
www.jochen-schweizer.at
: Im Bob durch den Eiskanal oder mit dem Speedboot übern Rhein. Vieles ist möglich.
www.loos.co.at : Auch hier lassen sich Action-Geschenke besorgen.

Von Manfred Gram

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