Potz Blitz! Hochspannung mit Volksphysiker Gruber

Potz Blitz! Hochspannung mit Volksphysiker Gruber

Österreichs Volksphysiker Werner Gruber ist ein Universalgelehrter. Der Physiker und Leiter des Planetariums erklärt, warum ein Regentropfen rund ist, wie Gedanken entstehen und warum Burn-out falsch interpretiert wird.

Werner Gruber, 44, fürchtet weder Tod noch Teufel. In Glaubensfragen lässt sich der Physiker nicht festlegen: "Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich Agnostiker oder Atheist bin.“ Definitiv weiß er: "Der Beruf ist mein Leben.“ 1.400 Überstunden weist Gruber derzeit aus. Neben seinem Job als Leiter des Planetariums ist er Universitäts- lektor, als Science Buster im Rabenhof Theater, in TV und Radio präsent, Vortragender auf Volkshochschulen und beantwortet Fragen, die über seine Homepage an ihn herangetragen werden. Und: Er beschreibt auch, wie Schweinsbraten und Würstel nach physikalischen Gesetzen am besten zubereitet werden. Der Mann kommt mit ein paar Stunden Schlaf aus. Bewegung ist nicht das Seine. "Ich habe den Vorteil, dass ich keine Stufen steigen muss. Ich kann auch den Aufzug nehmen oder gehe dort nicht hin, wo es keinen gibt.“

Hochspannung. Werner Gruber beim Experimentieren mit dem Tesla-Transformator ...

Der Workaholic relaxt seit seiner Studienzeit im Stammlokal Ritz in Wien-Alsergrund. Urlaub gab es in den vergangenen 17 Jahren nur zweimal. Dass seine Leibesfülle ihm mal zum Verhängnis werden kann, verneint er: "Ich wünsche dem Rest der Bevölkerung meine medizinischen Werte. Laut Befunden bin ich astronautentauglich.“ Trotzdem tut er sich schwer bei seiner Körpergröße von 1,76 Metern, denn "das Volumen einer Kugel wächst mit der dritten Potenz des Radius“. Grund genug, um sich demnächst einer Magenbypass-Operation zu unterziehen. "Ich werde drei Tage ausfallen. Dann wird man im Büro sein und schauen, wie grantig man ist“, beschreibt er den Eingriff in derselben Tonalität, als ob er über Physik dozieren würde.

Und das tut er für sein Leben gern. Gruber packt den neuen Tesla-Transformator aus und schreitet zum Experiment. Licht aus, Schalter an, und schon entladen sich die Blitze büschelförmig aus der silbernen Kugel. Das Licht der Leuchtstoffröhre in seiner Hand geht an, ohne elektrisch angeschlossen zu sein. Wow! Die Zuschauer sind fasziniert. Der Showcharakter soll im Planetarium beibehalten werden.

... der Blitze erzeugt und ...

Gruber sieht die Institution allerdings auch als Bildungseinrichtung und plant, Kindergärtner wie auch Lehrer in den Fächern Astronomie und Physik auszubilden. "Wir wollen den Lehrern nicht die Kompetenz nehmen, aber im Schulbetrieb ist es ziemlich schwierig, Experimente durchzuführen.“

Der Erfolg gibt ihm recht. Seit Gruber die Leitung im Planetarium vor zwei Jahren übernommen hat, werden Zuwachsraten von 100 Prozent verzeichnet: "Wenn man sich den Arsch aufreißt, passiert schon etwas“, wirft er ein und baut schon am nächsten Experiment. "Ich erbringe den Beweis, dass ein Regentropfen rund ist, denn hätte er eine Tropfenform, würde der Regenbogen birnenförmig sein.“ Sagt’s, nimmt einen gläsernen Tropfen, bestrahlt ihn mit einer Taschenlampe, und der wirft tatsächlich ein Zwiebeltürmchen auf die Vorlage. "Ein nettes Experiment, weil es so primitiv und einfach ist.“

... und Leuchtstoffröhren zum Glühen bringt.

Mit Physik erklärt Gruber einfach die Welt. "Physik ist auch eine Denkschule, aus der Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Javier Solana oder Jimmy Carter hervorgegangen sind.“ Er selbst bedauert, dass derzeit sein Forscherdrang zu kurz käme. "Ich war der Erste, der entdeckte, wie ein Gedanke entsteht. Da kenn ich mich aus, deshalb würde ich gerne wieder auf dem Gebiet der Neurowissenschaft forschen.“

Im Fokus hat Gruber Depression und Schizophrenie, die seiner Meinung nach oft falsch behandelt werden. "Klassisches Burn-out ist eine Überforderung aufgrund einer Unterforderung und hat nichts mit der stressinduzierten Depression zu tun. Das möchte ich am Computer simulieren.“ Grubers Vortragsreihen "Gehirn und Psychologie“ auf der VHS Meidling sind gut besucht. "Das fällt auch den Medizinern auf“, so Gruber, "die finden es traurig, dass Patienten lieber zu einem Physiker als zu einem Arzt gehen.“

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