Leiter des Zentrums für Bruttonationalglück in Bhutan: "Das wird schmerzhaft“

Leiter des Zentrums für Bruttonationalglück in Bhutan: "Das wird schmerzhaft“

Ha Vinh Tho, Leiter des Zentrums für Bruttonationalglück in Bhutan, über die Messbarkeit von Glück und das Ende unseres Wirtschaftssystems.

FORMAT: Das kleine Land Bhutan richtet seine Entwicklung am Bruttonationalglück statt dem Bruttoinlandsprodukt aus. Wie misst man Glück?

Ha Vinh Tho: Das oberflächliche Gefühl ist kaum messbar, weil es individuell sehr verschieden ist und sich ständig ändert. Was man messen kann, ist, ob eine Gesellschaft die Grundbedingungen schafft, in denen die Menschen ihrem eigenen Glücksstreben nachgehen können. Wenn sie keine Freiheit haben, die Umwelt verschmutzt ist und die Regierung diktatorisch ist, fehlt dieser Raum natürlich. Unser Konzept des Bruttonationalglücks (BNG) hat vier Säulen: die Umwelt, wirtschaftliches Wachstum und Verteilungsgerechtigkeit, gute Regierung und Kunst und Kultur.

Das sind Ziele, die auch jeder europäische Politiker sofort für sich reklamieren würde.

Stimmt. Das Problem ist, dass im Westen die Wirtschaft im Zentrum des Lebens steht. Im Zentrum der Wirtschaft steht das Wachstum, die Umwelt ist eine Ressource und der Mensch ein Kostenfaktor. Das stellen die Politiker aller Richtungen auch nicht infrage. Sie unterscheiden sich nur darin, wie man dieses Wachstum am besten erreichen kann. Unser Vorschlag ist, dass man das System umdreht. Zuerst kommt die Natur, denn wenn die kaputt ist, gibt es sonst nichts mehr. Dann das soziale System, die Menschen. Und dann erst die Wirtschaft. Eigentlich scheint das logisch.

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