Die große Kunst des kleinen Gesprächs

Die große Kunst des kleinen Gesprächs

Alexander von Schönburg

Mit seinem neuen Buch will Alexander von Schönburg die Kunst des stilvollen Mitredens wiederbeleben. Im Interview erzählt er, warum Sex und Steuern gute Themen sind und was es mit der Eleganz der Ignoranz auf sich hat.

Fragen Sie nie 'Waren Sie schon im Urlaub?' oder 'Was machen Sie beruflich?'. Das ist an Spießigkeit nicht zu übertreffen", schreibt Alexander von Schönburg in seinem neuen Buch "Smalltalk. Die Kunst des stilvollen Mitredens". Der 45-jährige adelige deutsche Bestsellerautor und Journalist, einst Chefredakteur von "Park Avenue", Kolumnist der deutschen "Vaity Fair" und seit 2009 Mitglied der "Bild"-Chefredaktion, bricht darin launig humorvoll eine Lanze für die Kultur der Konversation.

Sie sei in unserem Selfie-Zeitalter, geprägt von Selbstdarsteller-Plattformen wie Facebook, Twitter &Co, nahezu in Vergessenheit geraten. Die Menschen redeten zwar immer noch miteinander, aber, so von Schönburg, "dabei führen sie seltener Konversation, sie verhalten sich eher so, als würden sie ihren jeweiligen Linked-In-Status miteinander vergleichen. Sie suchen keinen Dialog, sondern Selbstbestätigung. Selten wurde so viel kommuniziert und dabei so wenig miteinander geredet." Von Schönburg trifft damit den Zeitgeist und macht, was er am besten kann: ernsthafte Themen unterhaltsam aufbereiten.

Mitreden können. Schon lange, bevor Fiona Swarovski zur Tomatenzucht am eigenen Balkon und kaltem klaren Wasser geraten hat, hat der kleine Bruder der milliardenschweren Schwestern Gloria von Thurn und Taxis und Maya Flick 2005 ein Buch über die Kunst des stilvollen Verarmens geschrieben, in dem er die Erkenntnisse aus "500 Jahren Familienerfahrung in sozialem Abstieg" verwertete. 2008 hinterfragte er dann mit "Alles über Könige" die Idee des Königtums. Nun rechnet er mit dem Dilemma des durch das Informationszeitalter überforderten Menschen ab: "Wir sind wissdumm geworden, überinformiert und doch ahnungslos", lautet seine Kurzanalyse. Denn das Ausmaß von fundiertem Wissen werde langsam lästig.

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