"Wir sind herzkrank": Abertina-Chef
Klaus A. Schröder über fehlende Millionen

FORMAT: Was bedeutet das K-Wort für den Kunstmarkt?
Schröder: Durch die Vernichtung von aberwitzigen Milliardenbeträgen fehlt jenes Geld, das den Kunstmarkt in den letzten Jahren befeuert hat. In Russland wie in Amerika. Der Kunstmarkt ist einer der ersten, der auf Krisen reagiert, und einer er letzten, der sich davon erholt. Die letzte Kunstmarktkrise hatten wir 1989, und die hat bis 1997 gehalten. So etwas dauert und wird also auch jetzt nicht unter acht Jahren abgehen.

Kein Glück, krank zu sein
FORMAT: Viele versuchen, der Lage etwas Positives abzugewinnen, sprechen von Gesundregulierung, neuen Werten etc. Sie auch?
Schröder: Ich wünschte, ich könnte das mit Ja beantworten. Aber da gewinnt sogar die Wahrheit ein Moment an Trivialität, das in Falschheit umschlägt. Prinzipiell gehöre ich nicht zu denjenigen, die sagen: Mein Gott, was habe ich doch für ein Glück, dass ich krank bin! Wenn die Weltwirtschaft krank ist, muss man nicht unbedingt von Chancen und Möglichkeiten reden. Natürlich wird ein Herzkranker mit dem Rauchen aufhören.

"Es fehlen zwei Millionen"
FORMAT: Was heißt das für Ihr Haus?
Schröder: Herzkrank! Konkret fehlen im Moment zwei Mio. Euro, wir erwarten im Eventbereich einen Rückgang zwischen 30 und 50 Prozent. Es werden wohl auch die Umsätze pro Besucher zurückgehen. Wenn man nun vom Meinl zum Hofer wechselt, dann mag wohl auch eine Preissensibilität beim Museumsbesuch um sich greifen, die sich letztendlich in der Kassa bemerkbar macht.
FORMAT: Wie lautet Ihr Plan B?
Schröder: Der baut auf Folgendes: Wenn wir Geld haben, um Autos zu verschrotten, dann haben wir in einem angeblichen Kulturland vielleicht auch Geld für Kunst und Kultur.

Interview: Michaela Knapp

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