Wetten, dass.. im Quotentief: Lanz entzaubert die TV-Unterhaltung

Wetten, dass.. im Quotentief: Lanz entzaubert die TV-Unterhaltung

Das erhoffte "Heimspiel" für Markus Lanz wurde "Wetten, dass..?" aus Düsseldorf nicht. Hier hatte er 2012 die Moderation übernommen. Im Februar 2014 sahen erstmals weniger als sechs Millionen Deutsche die Show. Im ORF waren durchschnittlich 634.000 Seher dabei.

Was, bitteschön sind Kamelle? Diese Frage haben sich die durchschnittlich 625.000 Zuseher aus Österreich gestellt, als "Wetten, dass...?" Moderator Markus Lanz Samstagabend zu seiner Stadtwette aufrief. Elf Düsseldorfer Karnevalsprinzen, die trotz ihrer Uniformen aussahen als hätten sie keinen Spaß und zweitens dem zarten Prinzenalter längst entwachsen waren sollten mit ebendiesen aufgewogen werden. Erst nach und nach dämmerte es: Unter Kamelle werden man im Rheinland offenbar Süßwaren aller Art gehandelt.

So verwirrend sie begann ging die Sendung weiter. Die deutschen TV-Show-Berserker Joko & Klaas durften neben Lanz auf dem Sofa Platz nehmen und sich in der Folge über vieles lustig machen, was gar nicht so lustig war. Auch der Schauspieler Christoph Maria Herbst, der in Deutschland mit seinem "Stromberg"-Film derzeit die Kino-Charts anführt, durfte das.

Dazwischen durften weitere Gäste ihre neuen Filme und Hits vorstellen. Hilary Swank war ein Lichtblick, mit der Zeit wurde es aber auch ihr offensichtlich ein wenig fad und sie schien froh, als sie mit Pharell Williams, der seinen Song "Happy" zum besten gab, den Saal endlich wieder verlassen durfte. Der zweite Lichtblick war, dass sich Leandro Palme, der tanzende Star der Kinderwette, nicht um Konventionen scherte. Als einziger im Saal nahm er Pharell Williams' Aufforderung an alle im Saal, aufzustehen und zu tanzen ernst und rannte nach vorn, um neben dem Sänger zu tanzen.

Pharell Williams schien es cool zu finden und klatschte mit dem Jungen am Ende des Songs ab. Er selbst wirkte neben dem tanzenden Burschen aber fast ein wenig verloren, wie eben am Samstagabend um halb elf in einer Disco, wenn außer dem DJ noch niemand da ist. Vermutlich hatte das Lanz jemand geflüstert, den Lanz schien not amused. Er verbannte den Jungen, der ihm eben die Show gestohlen hatte, zu seiner Mama auf die Zuschauerränge.

Udo Jürgens kam auch noch vorbei und sang ein neues Lied über die Schlechtigkeit des Mannes generell. Obwohl davon eigentlich auch nur der Text neu war. Die Melodie hatte Jürgens gewieft bei sich selbst geklaut. Mit 79 Jahren darf er das aber auch einmal.

Ansonsten passierte relativ wenig. Die Wetten, die neben dem braven Sofa-Small-Talk in der Sendung auch einmal wichtig waren, schienen noch mehr Nebensache zu sein als schon in den vergangenen Shows. Gewonnen hat ein Brüderpaar, das ohne Leiter in dreieinhalb Metern Höhe Bilder aufgehängt hat - eine anstrengende, aber nicht wirklich umwerfend spektakuläre Parcours-Übung.

Ein Österreicher war auch dabei. Der Jagdaufseher Konrad Kolb wettete, er wisse, welche Stangen - abgeworfene Geweihe der Hirsche aus seinem Revier - zu welchem Hirsch gehörten und wie alt der Hirsch beim Abwurf gewesen wäre. Beinahe wäre er damit Wettkönig geworden und hätte sich mit den 50.000 Euro Preisgeld seinen Traum von einer Reise nach Alaska erfüllen können. So aber muss Kolb wohl weiter die Hirsche in seinem Revier beobachten.

Eines musste Lanz jedenfalls nicht: Dolmetschen, was Kolb gesagt hatte. Obwohl der, wie Lanz betonte "Aus einem Eck am Bodensee kommt, wo man etwas anders spricht." Wie war das noch mit den Kamelle, Herr Lanz?

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