Vom smarten Fahrrad zum urbanen Gemüsebeet: So stellt sich Linz die Zukunft vor

Smarte Städte brauchen smarte Fahrzeuge und smarte Menschen. Das zeigte die Ars Electronica heuer in Linz. Unter dem Motto "Post City" wurden Mobilität und Lebensräume der Zukunft präsentiert. Der Star des Events: Ein selbstfahrender Mercedes.

Vom smarten Fahrrad zum urbanen Gemüsebeet: So stellt sich Linz die Zukunft vor

So sieht die mobile Zukunft aus: Der Mercedes-Benz F015 Luxury in Motion.

Die Verschmelzung zwischen Kunst und Technologie, das ist das Kernthema der alljährlich in Linz stattfindenden Ars Electronica. Während bei der IFA in Berlin, der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik, kurzlebige Gadgets und Fernseher präsentiert werden, stehen in Oberösterreich die Konzepte der Zukunft im Vordergrund. Kernthema diesmal: „Post City“ – also die Stadt von morgen, inklusive der entsprechenden Mobilitätskonzepte.

Das vernetzte Auto

Unangefochtener Star des Festivals war der Mercedes-Benz F015 Luxury in Motion – ein Konzeptauto des deutschen Automobilherstellers, das in Linz seine Europapremiere feierte und als Sinnbild für die Zukunft des autonomen und vernetzten Fahrens gilt. Das Auto fährt eigenständig mit Hilfe ausgeklügelter Sensorik; im Innenraum sitzen die Passagiere nicht mehr in Fahrtrichtung, sondern blicken einander an – als Vorbild gilt hier der Wiener Fiaker. Im Inneren des Autos soll es Bildschirme geben, die die Fahrtzeit zum Ziel ebenso Angeben wie persönliche Informationen der Fahrgäste – etwa zu bevorstehenden Terminen – oder nähere Informationen zur Umgebung.

Der Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion¿¿ fährt eigenständig.

Doch das Auto der Zukunft soll mehr können als bloß selber zu fahren – es ist auch mit den Geräten seiner Fahrgäste verbunden und stellt somit das Konzept des „Carsharing“ auf eine neue Ebene. So werden etwa künftige Termine im Kalender des Nutzers erkannt und das Auto automatisch gerufen. Fährt das Auto leer durch eine Stadt und sieht Menschen am Straßenrand stehen, so hält es an und bietet eine Mitfahrgelegenheit an. Will ein Fußgänger hingegen die Straße überqueren, so projiziert das Auto einen Zebrastreifen auf den Weg und signalisiert ihm so, dass er gefahrlos die Fahrbahn betreten kann.

Das vernetzte Fahrrad

Ein anderes auf der Ars Electronica präsentiertes Konzept zeigt ein smartes Fahrrad. Es erkennt Fahrbahnschäden über spezielle Sensoren und nutzt anschließend eine Datenverbindung, um die Gefahrenstelle an die Stadtverwaltung zu melden, so dass diese den Schaden ausbessern kann. Außerdem markiert eine am Fahrrad befestigte Spraydose automatisch die entsprechende Stelle, so dass andere Radfahrer gewarnt sind.

Allzu utopisch ist die Vision des vernetzten Fahrrads längst nicht mehr. Bereits heute werden Apps verwendet, um Navi-Lösungen auf die zwei Räder zu bringen und gefahrene Kilometer aufzuzeichnen, so dass diese über soziale Netzwerke geteilt werden können. Auf der CeBIT 2015 wurde außerdem von der Deutschen Telekom ein „smartes Mountainbike“ vorgestellt, das bei einem Unfall Hilfe rufen kann – dank eines speziellen Chips schickt es die exakten GPS-Koordinaten gleich mit, so dass das Rettungsteam den verletzen Radfahrer im Wald leicht finden kann.

Der vernetzte Mensch

Parallel zur Zukunft der Mobilität versuchten Aussteller auf der Ars Electronica, Konzepte für die Zukunft der Stadt greifbar zu machen. Im Vordergrund, so scheint es, steht hier nicht die Technologie selbst – sondern der Mensch selbst. Bürgermitbestimmung dürfte ein Thema sein, dass Stadtverwaltungen der Zukunft beschäftigen wird; denn durch soziale Netzwerke und Online-Petitionen haben Bürger erkannt, dass sie eine Gesellschaft mit verändern können. Jüngstes Beispiel: Die bewundernswerte Flüchtlingshilfe durch Privatpersonen am Wiener Westbahnhof.

Parallel dazu spielt die ökologische Gestaltung einer Stadt eine zunehmende Rolle. So werden Menschen nach Ansicht der Ars Electronica-Aussteller mehr auf Bio-Produkte aus der Region zugreifen, sowie manche Obst- und Gemüsesorten auf dem eigenem Balkon und Fensterbrett anbauen – „Urban Gardening“ heißt das Schlagwort, nach dem urbane Hipster schon heute ihre eigenen Tomaten in der Großstadtwohnung ernten.

Am Ende des Tages spiegeln sich all diese Dinge im ökologischen Fußabdruck des individuellen Bürgers wieder: Fährt er mit dem smarten Mercedes oder lieber mit dem Fahrrad? Baut er zuhause Gemüse an oder isst er täglich Fleisch? Die Auswirkungen auf die Umwelt kann jeder Bürger auf einer Website des Lebensminsteriums ausrechen lassen (unter diesem Link). Dort wird deutlich: Die Zukunft mag allerlei neue Entwicklungen bringen – aber dass wir selbst mit unserem Lebensstil zu viel CO2 produzieren, das ist schon heute Realität.

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