Viennale 2014: Fünf Doku-Empfehlungen

Wien steht zwei Wochen wieder ganz im Zeichen des Films - die Viennale 2014 hat begonnen. Wir haben fünf Doku-Empfehlungen für sie, darunter "20.000 Days on Earth", eine fiktiver Tag im Leben des australischen Sängers Nick Cave und "Burroughs: The Movie" über das Leben des Beat-Poeten William S. Burroughs.

Viennale 2014: Fünf Doku-Empfehlungen

Nick Cave: Dunkler Poet. Geläuterter Schmerzensmann. Exzessiver Performer: "20.000 Days on Earth" ist mal Musikdoku, Künstlerporträt, Fiktion und Wahrheit zugleich.

Dem Spielfilm gilt traditionell die höchste Aufmerksamkeit. Wir widmen uns hier kurz dem Dokumentarfilm. Die Viennale hat dieses Jahr einige besonders feine Filme dieses Genres im Programm. Fünf Empfehlungen:

20.000 Days on Earth (Regie: Iain Forsyth, Jane Pollard, Großbritannien 2013)

Ein Tag im Leben von Nick Cave. Tag 20.000. Ein fiktiver Tag. Der Film, der vorgibt eine Dokumentation zu sein, vermittelt tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des 54-jährigen australischen Musikers, den seine Fans – besser: Jünger – wie den Messias persönlich verehren.
Mit dabei sind Weggefährten wie Kylie Minouge und Blixa Bargeld.

20,000 Days on Earth Official Trailer

1.11., 23.30, Gartenbau
2.11., 11.00, Gartenbau
3.11., 15.30, Urania

Burroughs: The Movie (Regie: Howard Brookner, USA/Großbritannien 1983/2014)

William S. Burroughs (1914-1997) ist mit seinen Romane (großartig: Junkie und Naked Lunch), mehr noch durch seine schillernde Lebensgeschichte und seinen Einfluss auf verschiedene künstlerische Strömungen des 20. Jahrhunderts zu einer Ikone der Popkultur geworden. In Kürze: der stets elegante Herr mit Hut im Dreiteiler (er stammte aus reicher Familie, sein Großvater erfand eine Art Rechenmaschine), lebenslang Drogen aller Art verfallen, gehörte der Beat-Generation um Kerouac und Ginsberg an. Er war Erfinder oder Mit-Erfinder der Cut-Up-Technik, arbeitete u.a. mit Laurie Anderson, dem Theatermacher Robert Wilson, Bill Laswell, Kurt Cobain und U2. Viel zu viel Stoff für ein einziges Leben. Und: Wer je seine hypnotische Stimme gehört hat, wird sie nie wieder vergessen.

24.10., 23.30, Stadtkino im Künstlerhaus
27.10., 15.30, Gartenbau

Mr Leos Carax (Regie: Tessa Louise-Salome, Frankreich 2014)

Vom Wunderkind zum Enfant terrible des französischen Kinos und wieder retour. Carax wurde für „Boy meets Girl“ (1984) und „Die Liebenden vom Pont-Neuf“ (1991, mit der jungen Juliette Binoche), von Kritik und Publikum gefeiert. Danach kam länger nichts substanzielles, der als notorisch schwierig geltende Einzelgänger konnte einige Projekte wegen Finanzierungsproblemen nicht realisieren. 2012 gelang mit „Holy Motors“ ein spektakuläres Comeback. Die Dokumentarfilmen Tessa Louise-Salome nähert sich der poetischen Welt des introvertierten Parisers in Interviews mit Weggefährten sowie zahlreichen Filmausschnitten.

27.10., 13.30, Metro
29.10., 23.00, Urania

Pulp (Regie: Florian Habicht, Großbritannien 2014)

Was ist Brit-Pop? Blur, Oasis, Pulp. Der deutsch-niederländische Filmemacher widmet sich über 90 Minuten der extrovertierten Persona von Pulp-Mastermind Jarvis Cocker, nimmt jedoch auch dessen Heimatstadt Sheffield genauer unter die Lupe. Schlüssiger Langtitel des Werkes: Pulp: A Film about Life, Death & Supermarkets.

Pulp: A Film About Life, Death & Supermarkets Official Trailer

24.10., 23.00, Gartenbau
26.10., 13.30, Metro

We come as Friends (Regie: Hubert Sauper, Frankreich/Österreich 2013)

Sauper (Darwin’s Nightmare) begibt sich „in eine neuzeitliche Odyssee, eine atemberaubende Reise in das Herz Afrikas“, vermerkt das Programmheft. Er trifft im Sudan auf Missionare, weinende Kinder, US-amerikanische Botschafter sowie nach Öl bohrende Chinesen. Außergewöhnliche Bilder, außergewöhnliche Situationen. Er habe sich, sagt Sauper, während der Dreharbeiten fast permanent in einem Ausnahmezustand befunden. Spannend.

2.11., 18.00, Gartenbau
4.11., 13.00, Urania

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