Über 200.000 in Online-Petition gegen Wetten, dass..? Moderator Markus Lanz

Über 200.000 in Online-Petition gegen Wetten, dass..? Moderator Markus Lanz

In einer beispiellosen Online-Petition fordern Rundfunk-Gebührenzahler den Abschied von Markus Lanz als "Wetten, dass..? Moderator. Bereits über 200.000 haben unterschrieben.

Dass es Markus Lanz nicht versucht hat, kann man ihm nicht vorwerfen. Am Ende hat er sich sogar dazu verbogen, den Dauer-Stammgast aus der Ära Thomas Gottschalk - den deutschen Bruce-Springsteen-Abklatsch Peter Maffay - in seine Sendung einzuladen. "Halleluja" sang dieser, als er nach der großen Thomas Gottschalk Abschieds-Sause im September 2010 auf Mallorca wieder auf der Bühne stehen durfte, der er so viel seiner Karriere verdankte.

Aber auch wenn Maffay in Deutschland eine Institution ist und er mit seinen Alben bereits über 1000 Wochen in den deutschen Charts war - die Kritiker konnte Lanz mit dem alternden Star nicht überzeugen. Im Gegenteil: Des wurde deutlich, dass die Sendung bloß noch ein Schatten von dem ist, was sie einmal war. Sie ist mit Maffay alt geworden, der dort zum bereits 18. Mal (!) auftreten durfte.

Da half es auch nichts, dass sich Hermann Maier nach fünf Jahren Pause wieder einmal seine Rennski anschnallte und wie in seinen besten Tagen die Flutlicht-Piste am Nassfeld hinunter raste - im Duell gegen einen Hobby-Rallye-Fahrer, der die Piste mit seinem Auto bergauf fuhr.

Witzlose Unterhaltung

Mit jeder Sendeminute wurde klarer, dass Lanz als Moderator die Leichtigkeit seines Vorgängers fehlt. Die Spontaneität und der Witz, mit dem Gottschalk durch die Sendungen führte und dabei schamlos Sendezeit überzog, ohne dass die TV-Zuseher scharenweise auf ihren Sofas einnickten. Und mit jeder Sendeminute stieg die Zahl der Unterschriften in der Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!"

Kaum war die Sendung angelaufen war die Marke von 200.000 Unterstützern geknackt, die damit den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk - in dem Falle ZDF - aufforderten, Lanz abzusetzen.

Kein Wohlwollen

Anlass für die Petition war die Sendung "Markus Lanz" vom 16. Jänner, in der Lanz die Politikerin Sarah Wagenknecht mehrfach nicht ausreden ließ.

"Sie zeigte zum wiederholten Mal, dass Herr Lanz weder fähig noch willens ist, seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen", meinte die Initiatorin der Petition, Maren Müller aus Leipzig: "Ein Moderator, der offenbar große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen, passt nicht in ein öffentlich rechtliches Format."

Bei der "Wetten, dass..?" Sendung vom 25. Jänner entlud sich der Ärger wieder während der Show auf Twitter . Dass sich Lanz auch noch über die mehr als 200.000, die hinter der Petition stehen, lustig machte, heizte die Lage zusätzlich an.

Bei der Präsentation der Stadtwette, zu der 100 Menschen in Bauarbeiter-Montur in die Halle kommen und zu dem 70er-Jahre-Hit "YMCA" der Band Village People tanzen sollten, meinte er, die Zuseher sollten entweder herkommen - oder eben eine Petition starten. Das muss man nicht mehr. Nur noch unterschreiben.

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