"The Master" – Der Pitbull des Herrn

"The Master" – Der Pitbull des Herrn

"Das ist kein Film über Scientology", ratterte Regisseur Paul Thomas Anderson im Vorfeld zu seinem neuen Werk "The Master“ gebetsmühlenartig runter. Allerdings ist es auch so, dass dieser Film zwölf Jahre lang seiner Realisierung harrte. Das nährte Spekulationen, dass die mittlerweile sehr einflussreichen Scientologen blockten und verhinderten.

"The Master“ jedenfalls, der im Vorjahr in Venedig vorgestellt wurde und für den Anderson den Silbernen Löwen für die beste Regiearbeit erhalten hat, ist seit geraumer Zeit fertig. Bildkräftig - gedreht wurde im 70-mm-Format - erzählt er die Geschichte einer merk- und denkwürdigen Männerfreundschaft. Auf der einen Seite der Kriegsveteran Freddie Quell (Joaquin Phoenix), der seinen Lebensfrust und die posttraumatische Belastungsstörung mit hochprozentig Selbstgebranntem wegspült. Auf der anderen Seite ist Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman). Der hat ebenfalls Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg zu verarbeiten. Der charismatische Intellektuelle macht dies allerdings mithilfe der selbst gegründeten Religion "The Cause“.

Er schart Anhänger um sich, lässt sich "Master“ rufen und sorgt mit psychologischen Taschenspielertricks für Seelenheil in der höheren, orientierungslosen Gesellschaft. Die Wege der ungleichen Männer kreuzen sich - beide sind gleichermaßen fasziniert voneinander, und so wird der aggressive, oft einfältig wirkende Freddie zum Pitbull seines Herrn. Kritik wird weggeprügelt. Widersprüche und Zweifel am System im Schnaps ertränkt. Gespenstisch, nie ganz fassbar wankt Freddie durchs Leben, indessen wird die "Cause“-Bewegung immer größer.

Warum, wird nicht geklärt, und trotz großartigem Spiel von Hoffman und Phoenix tritt die Charakterstudie oft auf der Stelle. Ab 22. 2. im Kino.

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