Soldier of Love

28 Jahre nach ihrem ersten Auftritt im Szeneklub U4 gab Sade das letzte Europa-Konzert ihrer Welttournee in Wien. Ein Kreis der sich, wie sie sagte, endlich schließt. Eine Nachtkritik von Marko Locatin

Freitag 25.November, Wiener Stadthalle

21 Uhr. Mit 70 Minuten Verspätung, die ein DJ mit musikalisch uninspirierten Gemeinplätzen wie 'That's the way love goes' (und das war eine der besseren Nummern) zu verkürzen suchte, taucht endlich – 28 Jahre nach ihrem legendären U4-Gig – Madame Adu und Band aus den Katakomben der Stadthalle ans Licht empor. Hoch energetischer Auftritt, rotes Licht, Band und Sängerin in Schwarz, Soldier of Love – siehe Bild links. Starker Einstieg. Dann 'Your Love is King', eines der wenigen Stücke ihres erfolgreichen Debüts (6 Single-Auskoppelungen!) Smooth Operator.

Intime Momente

Kostümwechsel. Flaches Schuhwerk statt High Heels. Schwarze Anzughose, Gilet, weißes Hemd. Klassisches Jazz-Bühnenoutfit. Adu sitzt am Bühnenrand und intoniert eine ihrer schönsten Balladen: Jezebel. Erste warme Glücksgefühle. Darauf gibt die Band wieder Gas: 'Is it a Crime', 'Love is Stronger than Pride' und anderes wird leider allzu routiniert heruntergespielt. Bei schnelleren Songs deckt die Band die Stimme der 52-jährigen Sängerin komplett zu. Zuviel Bass, teils nerviges Saxophon, zu lautes Schlagzeug. Schade, Sade.
Längst im weißen Kleid, mit offenem Haar und barfuss, gerät auch das wundervolle 'No Ordinary Love' viel zu wuchtig.

Die Versöhnung

Nach über 90 Minuten Show, ach ja – die Show: Überbordende, überambitionierte Neo-Retro-Noir-Visuals von Regisseurin Sophie Muller, durchsetzt mit nichtssagenden 'Naturaufnahmen' der Marke 'das Leben war so leicht damals' und die Band hat so was von Spaß im Grünen. Virtuos und schlüssig hingegen war das Spiel der Ver-und Enthüllungen, das Spiel mit Vorhängen aller Art, das die ganze Show stimmig begleitete.

Nach der letzten Nummer 'By Your Side' schließlich wurde jeder Musiker einzeln an der Hand genommen und musste öffenliche Liebesbekundungen über sich ergehen lassen. Allerdings unfassbar charmant gebracht, inklusive tiefer Verneigungen und Küsschen.

Ende gut

Abgang, Standing Ovations. Letzter Kostümwechsel. The Lady, jetzt in Red mit dem warmen Herzen schenkt uns noch einmal ein wenig Liebe mit 'Cherish the Day' – ein gutes Ende.

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