Scheuba und Palfrader: Es muss Liebe sein

Scheuba und Palfrader: Es muss Liebe sein

Erfolgs-Kabarettisten: Robert Palfrader (li) und Florian Scheuba.

Florian Scheuba und Robert Palfrader haben wieder ein neues gemeinsames Programm gemacht. Im Interview erzählen die Satire-Routiniers, warum sie das noch stärker zusammengeschweißt hat, was Red Bull mit Religion zu tun hat und wobei der ORF versagt.

Ob solo, zu zweit oder im Trio mit Thomas Maurer als "Die Staatskünstler": Florian Scheuba und Robert Palfrader sind längst ein eingespieltes Team in Sachen politisches Kabarett. Florian Scheuba stand zuletzt mit seinem Solo "Bilanz mit Frisur" auf der Bühne, für das der 50-Jährige eben mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde. Robert Palfrader, als Kaiser längst Kultfigur, spielte zuletzt im TV in der Thomas-Raab-Krimi-Verfilmung den Titelhelden Adrian Metzger, veredelte Davids Schalkos "Braunschlag" und ist ab 2. November im ORF auch in dessen neuer Mini-TV-Serie "Altes Geld" zu sehen. Jetzt erweisen sich die beiden erneut als "Männer fürs Grobe", wie ihr letzter gemeinsamer Kabarettabend 2008 hieß. Als Zornarbeiter, die rotsehen, präsentieren sie ihr neues Programm "Flügel" über Käuflichkeit und Korruption in einer kapitalisierten Welt.


Red Bull ist in einer Welt, in der Kapitalismus wie Religion funktioniert, eine wunderbare Projektionsfläche.

Florian Scheuba

Nach ihrem ersten, höchst erfolgreichen gemeinsamen Kabarettprogramm im Jahr 2009 und der hoch gelobten, die österreichische Psyche therapierenden TV-Politsatire Sendung "Wir Staatskünstler" folgt nun im Oktober 2015 das nächste vereinte Bühnenunternehmen von Robert Palfrader und Florian Scheuba.


In der Politik wird nur noch Vorgekautes nachgeplappert. Dass die Leute darauf wirklich reinfallen, schmerzt mich.

Robert Palfrader

In ihrem neuen Programm "Flügel" sehen sie sich mit einer für sie völlig neuen Situation konfrontiert. Zwar ist der Umgang mit dem „roten Tuch“, bei dem es darum geht, den durch provokantes Auftreten zum Heranstürmen gebrachten Gegner ins Leere laufen zu lassen, für Palfrader und Scheuba seit vielen Jahren Berufs-Routine. Doch diesmal sollen sie es mit einem Stier aufnehmen, der selbst rot ist.


Wer seine Gefühle verletzt sieht, soll nach Hause gehen.

Robert Palfrader

„Den Stier bei den Flügeln packen“ lautet ihre Taktik. Aber will der Bulle überhaupt mit ihnen kämpfen, oder will er nur spielen? Wird dabei das rote Tuch zum Fähnchen im Wind degradiert? Wer verleiht hier wem Flügel? Oder ist es in Wahrheit ein Tanz um ein goldenes Kalb? Und welcher Gott könnte sich dadurch provoziert fühlen?


Das Wesen des Witzes ist ja, dass er über alle gemacht werden darf.

Florian Scheuba

Zwei Matadore der öffentlichen Arena kämpfen mit scharfer Klinge die Corrida ihres Lebens. Im Zuge des Gefechts treffen sie unter anderem Niki Lauda und Peter Schröcksnadel, Werner Faymann und Karlheinz Grasser, Psychiater und Investmentbanker, Jäger und Sammler, Priester und Menschenopfer, Atheisten und Kapitalismusgläubige, Mohammed und den heiligen Geist, Kronen-Zeitung und Spatzenpost, Kristallschwäne und Intimschmuck, verletzte Gefühle und blühende Watschenbäume, sowie einen geheimen Kabarett-Darkroom und die einzigartige Chance, endlich die Welt verbessern zu können.

Premiere ist im Rabenhof am Mi., 7.10., 20 Uhr

Lesen Sie das Interview mit Florian Scheuba und Robert Palfrader in der FORMAT Ausgabe 40/2015
Zum Inhaltsverzeichnis und ePaper-Download

Leben

Vinyl-Boom bringt Kult-Plattenspieler zurück

Kultur & Style

ePaper Download: Das Ranking der 500 wichtigsten Künstler Österreichs

Kultur & Style

★ David Bowie: Starman, Waiting in the Sky★