Rückkehr des Bösen

Rückkehr des Bösen

Marilyn Manson spielt in Wien. Sein nicht minder irrer Freund Rob Zombie bestreitet das Vorprogramm.

Brian Hugh Warner zu sein war in den letzten Jahren nicht so leicht. Es ist ein wenig ruhig geworden um den Mann, der als Marilyn Manson so ziemlich allen Autoritäten, die so frei herumkreuchten und -fleuchten, in den letzten zwei Jahrzehnten das Fürchten lehrte. Seinen Job als Provokateur, der in der Popkultur das Finstere und Makabre zelebrierte, nahm er ernst. Hatte aber sichtlich höllischen Spaß dabei, eine bitterböse Gegenwelt zu zeigen. Durchtränkt mit Sex, Gewalt und dunklem Glamour, griff er so ziemlich alles an, was dem Establishment heilig war – und demolierte es. In seinen besten Momenten war er dabei eines nie: hohl; oder gar inhaltsleer.

Nun, in letzter Zeit, war Manson, der gerne als „Antichrist“ oder „Schockrocker“ tituliert wird, ein wenig amtsmüde. Er wirkte irgendwie weichgespült und gefangen in seinem eigenen Universum. Eine Selbstparodie des Bösen. Der Schuldige für die Form- und Provokationskrise war aber schnell gefunden – die Plattenindustrie, respektive das Major-Label, bei dem Manson unter Vertrag stand, wie er dem Magazin „Metal Hammer“ ins Aufnahmegerät diktierte: „ Ich weise darauf hin, dass sie unfähige Verkäufer waren. Deshalb tat ich mein Bestes, um von meinem Label fallengelassen zu werden.“ Wobei Manson, das Bühnenviech, natürlich auch ein hohes Maß an Selbstreflexion an den Tag legt. Auch weil mit „Born Villain“ ein neues Album zu promoten ist.

„Ich musste mir selbst eingestehen, dass ich ein ‚Comeback‘ starten müsste. Und das ist ein harter Brocken, zu sagen, dass man nicht so gut ist, wie man war. Und ich war es nicht. Also habe ich es in Ordnung gebracht.“ Hat er? Ja, der Mann ist auf und neben der Bühne wieder ein Ereignis und zurzeit auf Welttournee. Gemeinsam mit Co-Headliner Rob Zombie – übrigens ein anderer spezieller Fall.

Wiener Stadthalle: Sa., 8. 12., 19 Uhr.

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