René Magritte: Diese Pfeife ist keine Pfeife

Bis heute faszinieren der intellektuelle Reiz und die geheimnisvolle Rätselhaftigkeit der surrealen Bildwelten von René Magritte. Ab November 2011 widmet die Albertina diesem so einflussreichen Künstler des 20. Jahrhunderts eine große Ausstellung.

Seine spätere Frau, das Model Georgette Berger, lernte René Magritte bereits im Alter von 15 Jahren kennen, und er war bis zu seinem Tod mit ihr verheiratet. Sein bevorzugter Tagesablauf sah so aus: vormittags malen, nachmittags Schachspielen. „Er hat ja nach außen hin praktisch kein Leben geführt. Würde man seine Biografie zusammenfassen, würde man sagen: geboren 1898 im wallonischen Lessines, gestorben 1967 in Brüssel“, bringt Klaus Albrecht Schröder Magrittes „brave“ Biografie auf den Punkt.

Dennoch zählt der belgische Surrealist zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. In der Albertina wird sein Œuvre nun mit einer umfassenden Werkschau gewürdigt. Die in Kooperation mit der Tate Liverpool konzipierte Ausstellung beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten Aspekten in Magrittes künstlerischer Praxis. „Vielleicht war ja sein bürgerliches Leben die Voraussetzung für die explosive Fantasie, die seine Werke auszeichnet“, mutmaßt Schröder.

Seine Eisenbahn, die aus einem Kaminsims rast, oder eine nächtlich finstere Straße unter einem taghellen Himmel sind längst Bild-Ikonen; ebenso die Pfeife, die vorgibt, keine Pfeife zu sein, die Tauben oder Menschen mit Tuch vor dem Gesicht. „Der Surrealismus ist das Biotop für die ganze Werbebranche. Viele träumen sogar wie Magritte, weil sie einmal einen gesehen haben“, unterstreicht Albertina-Chef Schröder die Nachhaltigkeit des Surrealisten.

„Das Rätselhafte, Verstörende ist wie ein Gegenpol zu unserer organisierten, administrierten Welt. Magritte führt uns unsere Ängste vor Augen.“ In der Albertina sind mehr als 200 Werke aus allen Stadien seines künstlerischen Werdegangs zu sehen, darunter 120 der bedeutendsten Gemälde sowie umfassendes Foto- und Filmmaterial. Aufgrund des Reichtums der Exponate wird die Ausstellung nach Themen gegliedert, von den 30er-Jahren bis zum Tod des Künstlers.

Albertina: Magritte, Eröffnung: 8. 11., 18.30 Uhr; bis 26. 2.

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