Regenbogenparade Wien: Aufgemalte Bärte und Brasilienfieber

Regenbogenparade Wien: Aufgemalte Bärte und Brasilienfieber

Conchita-Wurst-Bärte und Brasilienoutfits. Die Regenbogenparade in Wien geht in den Abend. Neben ausgefallenen Kostümen fanden sich aber auch politische Statements auf Plakaten. Um 19 Uhr findet die Abschlusskundgebung am Rathausplatz statt.

Fußgängergruppen, VW-Käfer, Motorräder und Trucks: Die Fortbewegungsmittel waren genauso vielfältig wie die Auswahl der Kostüme der Teilnehmer der 19. Wiener Regenbogenparade am Samstag. Von Bodypainting, vorwiegend in Regenbogenfarben, über Conchita-Bärte und Brasilienanklänge bis hin zu Latexanzügen konnten die Besucher so einige ausgefallene Selbstdarstellungen bestaunen.

Beliebt waren auch Lederhosen und Dirndl sowie Korsagen und Netzstrumpfhosen, meist begleitet von ausgefallenen High Heels. Aus den Lautsprechern tönte Partymusik und auch das Gewinnerlied des diesjährigen Eurovision Songcontests "Rise Like a Phoenix" durfte nicht fehlen. Zwar zeigte sich Conchita Wurst nicht persönlich, wurde aber in einigen Outfits mit langen Kleidern und aufgemalten Bärten imitiert. Auch die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien inspirierte einige Teilnehmer zu freizügigen Auftritten oder Tanzperformances in Brasilientrikots.

Schon fast traditionell war die von Menschen, anstatt von Pferden, gezogene Kutsche: Sechs schwarz gekleidete und mit Zaumzeug versehene Personen waren dem Fiaker vorgespannt. Ebenfalls Fixstern der Veranstaltung: Der bekennend homosexuelle Schauspieler Hermes Phettberg, der sich heuer auf der Motorhaube eines schwarzen VW-Käfers einmal um den Ring kutschieren ließ.

Neu dabei war ein Truck der Rainbow Scouting Austria, einer Initiative für lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Pfadfinder. Wichtig sei auch die Teilnahme von Unternehmen, meinte Organisator Christian Högl von der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. Denn das sei ein Zeichen, dass Regenbogenmitarbeiter willkommen und akzeptiert sind.

Die Zuschauer schwenkten eifrig Regenbogenfahnen und jubelten der Parade zu. Grundgedanke des Events ist es, ein Zeichen gegen die Diskriminierung zu setzen. "Jeder soll jeden akzeptieren", so ein in Regenbogenfarben bemalter Teilnehmer.

Trotz der vorherrschenden Partystimmung ist der Umzug eine Demonstration. Dies wurde durch Statements auf den Trucks und Plakaten deutlich. Das Motto "Pride by Choice" wurde beispielsweise mit dem Spruch "Pride means Resistance" wiedergegeben. Der Truck der HOSI Wien warb mit dem Satz: "Reden ist Silber, Aktivismus ist Gold" und auch die Bundesländer zeigten sich tolerant mit Schilderaufschriften, wie "Salzburg is queer", "Bad Mitterndorf is Conchita" oder "Tirol ist lesbisch". Der Aidshilfe Truck setzte ein Zeichen gegen Homophobie, indem der anfangs mit homophoben Begriffen beklebte Lkw nach und nach durch Herunterreißen "entkleidet" wurde und nach der Ringrunde vorurteilsfrei wieder im Ziel ankam.

Politisch wird es auch bei der Abschlusskundgebung am Abend ab circa 19.00 Uhr am Rathausplatz. Es wurden unter anderem die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ), Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) angekündigt.

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