"kein halbes Dutzend Stars ist alleine
durchs Internet entstanden"

FORMAT: Herr Ginthör, Sie haben sich alle Castings und somit alle möglichen Kandidaten für die ORF-Show „Helden von Morgen“ angeschaut. Würden Sie das nochmals tun?

Ginthör: Ja. Denn es gibt nichts Wichtigeres und Spannenderes, als Talente zu suchen – und vor allem zu finden. Egal ob bei diesem Format oder durch andere Formen des Talentscoutings – den Besuch von Livekonzerten oder in der Zusammenarbeit mit Produzenten etwa.

FORMAT: Was bewegt Ihrer Meinung nach Jugendliche, zu Castings zu gehen? Ruhmsucht? Neugierde? Mutprobe?

Ginthör: Wohl von allem ein bisschen – aber die Motivation ist von Kandidat zu Kandidat unterschiedlich. Der eine will seine 15 oder auch nur 2 Minuten Ruhm, der andere hat ernsthaftere Absichten und möchte eine Musikkarriere starten. Castingformate bieten Raum für beides.

FORMAT: Sie gelten als Gentleman. Wie reagierten Sie auf „Talente“ mit hohem Fremdschämfaktor?

Ginthör: Wie ein Gentleman eben.

FORMAT: Wo sehen Sie Unterschiede, wenn Sie das „Helden“-Format mit ähnlichen Shows im Privatfernsehen vergleichen?

Ginthör: Bei „Helden von Morgen“ stehen die Musik und das Genre im Vordergrund, dem der Kandidat während der Show treu bleiben kann. Es gibt 100.000 Euro zu gewinnen; und das Wichtigste: Die Show bietet durch das Coaching mit etablierten Musikstars die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

FORMAT: Was entgegnen Sie Kritikern, die diesem System Zynismus vorwerfen? Es entsteht ja auch der Eindruck, dass Menschen gehypt und dann fallengelassen werden.

Ginthör: Wir glauben an den Erfolg der Künstler. Castingshows sind nur eine von vielen Aktivitäten, mit denen wir Musiktalente finden und zum Erfolg bringen.

FORMAT: Sind Castingshows vielleicht auch eine Art Rettungsanker für Major-Labels, um auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Branche reagieren zu können?

Ginthör: Nein. Sie sind nur ein kleiner Ausschnitt unserer Aktivitäten um das Finden und den Aufbau von Talent.

FORMAT: Was raten Sie dann Künstlern, die auf traditionellem Wege versuchen, den Durchbruch zu schaffen?

Ginthör: Ich rate ihnen zu Mut, zu Durchhaltevermögen und einer realistischen Selbsteinschätzung. Entscheidend sind starke Songs, eine profunde Livepräsenz und Authentizität.

FORMAT: Stichwort Social Media. Wie schätzen Sie die Möglichkeiten ein, über diese Plattformen zu reüssieren?

Ginthör: Im Internet werden nur in der Theorie Stars gemacht. Es ist eine wichtige Plattform und bietet jedem die Chance, gehört zu werden. Oft bleibt es aber bei der Chance, denn kein halbes Dutzend Stars ist alleine durchs Internet entstanden. Die Entwicklung von Talent und letztendlich der kommerzielle Erfolg daraus benötigt ein Team von engagierten, professionell arbeitenden Menschen.

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