It's Sowtime: Buster Keaton im
Österreichischen Filmmuseum

It's Sowtime: Buster Keaton im
Österreichischen Filmmuseum

Keaton oder Chaplin? Klassik oder Jazz? Beatles oder Stones? Fred Perry oder Lacoste? Fanta oder Sprite? Das waren einmal die großen existentiellen Fragen, als es galt, sein Gegenüber ideologisch zu verorten. Heutzutage spricht nichts mehr gegen Beatles und Stones beziehungsweise Keaton und Chaplin.

Joseph 'Buster' Keaton, am 4. Oktober in Kansas geboren, stand schon als Kind mit seinem Vater auf der Bühne. Der Legende nach stammt sein nickname vom legendären Entfesselungskünster Houdini (My, what a buster – was für ein wilder Bursche), und früh zeigte sich Busters Talent, elterliche Erziehungsmaßnahmen ebenso, wie Treppenstürze, Tornados (!), und Ärgernisse mit Menschen und Maschinen aller Art mit versteinert-melancholischer Miene zu quittieren.

Ruhm in New York

Keaton entflieht dem Elternhaus, geht nach New York, lernt den damals populären Komiker Roscoe 'Fatty' Arbuckle kennen und debütiert 1917 als dessen sidekick in "The Butcher Boy". Artbuckle war es auch, der den jungen Mann mit dem traurigem Blick mit dem Handwerk des Filmens vertraut macht. Bald wird er Regieassistent, ab 1920 dreht Buster Keaton selbst anarchische Kurzfilme. Wie Chaplin war er jetzt Regisseur, Autor, Auteur und Hauptdarsteller in einer Person.

"The Great Stone Face" Keaton aber war im Unterschied zu Chaplin der modernen Technik trotz – oder wegen? – ihrer tückischen Eigenheiten begeistert zugewandt. Beziehungssentimentalitäten wiederum, die Chaplin in vielen seiner Filme ('Modern Times') groß ausspielt, nehmen in Busters Werk keinen Platz ein. Slapstickartige Gags und verwegene Stunts bleiben sein Hauptgeschäft, er dreht ohe Double und mach waghalsige Szene würde selbst Buster himself kein zweites Mal drehen.

Trost im Alkohol

Mit der Ära des Tonfilms endet die große Zeit des passionierten Melancholikers Keaton, er findet keine entsprechende Form, seinen Stil den neuen Zeiten anzupassen. Zwei Ehen scheitern, wie sein Vater sucht und findet er Trost im Alkohol. Als Gag-Schreiber kehrt er Mitte der 30-er Jahre zu MGM zurück, sein Spätwerk beschränkt sich auf kleine Rollen. Buster Keaton stirbt am 1. Februar 1966 an Lungenkrebs.

Im Rahmen der Retrospektive präsentiert Falter-Kulturchef Klaus Nüchtern sein neues Buch "Buster Keaton oder die Liebe zur Geometrie" (Zsolnay Verlag, 318 Seiten, 20,50 Euro).

Klaus Nüchtern und Alexander Horwath über Buster Keaton

Die Reihe 'Beyond Buster' ergänzt die Filmschau durch 30 klassische Werke amerikanischer Filmkomik von Harold Lloyd, Charles Chaplin, Marx Brothers u.a.

Infos und Programm: www.filmmuseum.at

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