Honinbo Shusaku, Meister des Go-Spiels + Regeln für das japanische Brettspiel

Honinbo Shusaku, Meister des Go-Spiels + Regeln für das japanische Brettspiel

Honinbu Shusaku, der legendäre japanische Go-Meister wurde am 6. Juni 1829 geboren. Er gilt bis heute als einer der größten Könner des japanischen Brettspiels. Die von ihm erfundene Spiel-Eröffnung ist ein Klassiker. Google erinnert mit seinem Doodle des Tages an Shusaku. So können auch Sie "Go" spielen lernen wie der Meister

Go, das japanische Brettspiel ist in Europa und besonders im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt. Zu Unrecht, denn das in seiner Grundstruktur an das "Mühle"-Spiel erinnernde Strategie-Spiel mit schwarzen und weißen Steinen ist so faszinierend, einfach und komplex zugleich, dass sich bis heute selbst die leistungsfähigsten Computer daran die Zähne ausbeißen. Google erinnert mit seinem Doodle des Tages an Honinbu Shusaku, den legendären japanischen Go-Spieler, der bis heute als der absolute Meister des Spiels gilt und 19 Jahre lang hintereinander das O-shiro-go gewann.

Viel ist über Honinbu Shusaku (japanisch: 本因坊 秀策) nicht bekannt. In der deutschsprachigen Wikipedia erschöpft sich der Eintrag zu seiner Person auf wenige Zeilen. Shusaku wurde demnach vor 185 Jahren, im Jahr 1829 auf Innoshima geboren und starb 1862, im Alter von nur 33 Jahren an Cholera.

Viel bedeutender als die Details zu seiner Person sind allerdings ohnehin die zum Go-Spiel selbst, in dem Shusaku als "der Unbezwingbare" galt. Allerdings auch, weil er fast immer mit der Farbe Schwarz spielte, die beim Go das Spiel eröffnet, und Shusaku den Anfangsvorteil zunutzen wusste wie kein Zweiter.

Das Spiel

Go wird auf einem nahezu quadratischen Spielbrett gespielt, auf dem sich eine Gitter-Markierung befindet. In Japan ist das traditionelle Go-Brett aus massivem Holz - für besonders wertvolle Spielbretter wird das seltene Holz des Kayabaums verwendet. Klassische Spielsteine sind aus Schiefersteinen oder Muscheln gefertigt.

Das Spiel zu gewinnen alleine hat der asiatischen Tradition zufolge nicht oberste Priorität. Es geht um das gemeinsame Spiel, um die Konzentration auf die Sache. Um den fairen Vergleich der geistigen Fähigkeiten der Spieler. Entsprechend endet das Spiel auch, wenn sich die Spieler darauf einigen, dass es zu Ende ist. Im Prinzip könnte man eine Go-Partie nämlich beinahe endlos weiterspielen, also auch auch wenn es für den Unterlegenen schon nahezu ganz aussichtslos ist, das Spiel noch zu drehen.

Die Spielregeln

Anfänger beginnen mit einem Spielbrett mit einem 9 x 9 Gitter, Fortgeschrittene spielen Go mit einem 13 x 13 Gitter und Profis mit einem 19 x 19 Raster. Allerdings ist auch ein 9 x 9 Brett nicht zu unterschätzen. Selbst Profis spielen immer wieder auf dem "Kleinfeld", die Zahl der strategischen Varianten reduziert sich dabei jedoch.

Es spielen zwei Personen mit Spielsteinen in den Farben weiß und schwarz gegeneinander. Die Zahl der Spielsteine ist dabei nicht genau festgelegt. Profis spielen mit einem Vorrat von 180 Steinen, die allerdings niemals alle zum Einsatz kommen.

Video-Tutorial: How to play Go, Teil 1

Das Ziel des Spiels ist, auf dem Spielbrett eine möglichst große Fläche mit eigenen Steinen abzugrenzen und somit diese Fläche zu erobern. Gewinner des Spiels ist, wer eine größere Fläche als der Gegner erobert. In der Endabrechnung des Spiels werden allerdings noch weitere Punkte berücksichtigt. Insgesamt gibt es dabei vier Kriterien:

• Die Zahl der umschlossenen Gebietsfelder
• Die Zahl der geschlagenen Steine des Gegners
• Die Zahl der gefangenen "toten" Steine, die völlig von gegnerischen Gruppen umgeben sind
• Das "Komi" für Weiß: Als Ausgleich für den Startnachteil bekommt Weiß einen Bonus von 6,5 Punkten

Video-Tutorial: How to play Go, Teil 2

Der Ablauf des Spiels

Spieler Schwarz beginnt, indem er einen Stein auf einen beliebigen Schnittpunkt zweier Gitterlinien setzt, anschließend ist Spieler Weiß an der Reihe.

Zwei nebeneinander liegende Steine gleicher Farbe nennt man verbunden, wobei es immer nur vertikale oder horizontale Verbindungen, keine diagonalen gibt. Verbindungen über mehrere Felder werden als "Ketten" bezeichnet, leere Felder zwischen einzelnen Spielsteinen als "Freiheiten"

Steine und Ketten des Gegners können geschlagen werden, wenn man alle Freiheiten rund um sie besetzt. Ist das der Fall, dann wird der entsprechende Stein vom Spielfeld genommen und landet im "Gefängnis".

Der KO-Regel zufolge ist es verboten, einen Stein sofort mit dem nächsten Zug zurückzuschlagen, da sonst eine sich immer wiederholende Pattsituation entstehen könnte.

Video-Tutorial: How to play Go, Teil 3

Strategie-Tipps

• Am Spielbeginn sollte man sich drauf konzentrieren, zunächst Ecken zu besetzen und sich anschließend von den Ecken den Kanten entlang weiter vorzuarbeiten. Ratsam ist es dabei, in der dritten Reihe zu beginnen, da man gegnerische Steine in der ersten und zweiten Reihe leicht isolieren und zu toten Steinen machen kann
• Ketten zu bilden ist wichtig, noch besser ist es allerdings, lose Steine zu setzen und sie zu verbinden, wenn der Gegner angreift
• Augen sind Gebiete, die so umschlossen sind, dass der Gegner nicht mehr in sie hineinziehen kann. Wegen des "Selbstmord-Verbots" beim Go, das verbietet, dass eine Kette ohne Freiheit entsteht, kann ein Auge nur noch dann geschlagen werden, wenn es vollständig mit Steinen der anderen Farbe umzingelt wird. Sie zu bauen ist sinnvoll, kostet aber auch viel Zeit. Taktisch klug ist es daher, mehrere Augen vorzubereiten und sie erst später vollendet.

Legendäre Go-Partien nachespielt: Shusakus einziger Fehler

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