„Hobbit“-Trilogie: (Fast) mehr wert als ein Berg Gold

Im harten Hollywood-Geschäft ist es ratsam, auf sichere Deals wie die "Hobbit"-Trilogie zu setzen - denn die familienfreundlichen Filme erscheinen zur umsatzstarken Weihnachtszeit und können außerdem auf treue Fans vertrauen. Für Regisseur Peter Jackson hat sich das Projekt ausgezahlt - und seine berufliche Zukunft dürfte auch recht rosig sein.

„Hobbit“-Trilogie: (Fast) mehr wert als ein Berg Gold
„Hobbit“-Trilogie: (Fast) mehr wert als ein Berg Gold

Die Schatzkammern von MGM und New Line Cinema sind nicht ganz so prall gefüllt wie das Wohnzimmer des Drachen Smaug - doch die Filme haben sich auf jeden Fall rentiert.

„Von jetzt an geht es nur noch abwärts, das war es wohl mit meiner Karriere“, scherzte Regisseur Peter Jackson bei der Premiere des Films „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“, der am Mittwoch, 10. 12., in die österreichischen Kinos kommt. Der von Fans sehnsüchtig erwartete Film ist der vorerst letzte Streifen aus Jacksons „Herr der Ringe“-Reihe, die auf den Büchern des Fantasy-Autors J.R.R. Tolkien basiert. Vor 14 Jahren war mit „Herr der Ringe: die Gefährten die Verfilmung der drei „Herr der Ringe“-Bücher gestartet; es folgte mit einer „Hobbit“-Trilogie die kommerzielle Verwertung des gleichnamigen Kinderbuchs. Sorgen um Jacksons Karriere oder die Einnahmen der beteiligten Filmstudios MGM und New Line Cinema muss man sich aber nicht machen – ganz im Gegenteil.

Der dritte Teil von "Der Hobbit" kommt pünktlich zur Weihnachtszeit in die Kinos.

Gedreht wurden die drei Hobbit-Filme gleichzeitig in Jacksons Heimatland Neuseeland; und das hat nach Angaben der dortigen Finanzbehörden insgesamt 560 Millionen Dollar gekostet. Offizielle Zahlen für die Gesamtkosten inklusive Postproduktion gibt es noch nicht; Schätzungen gehen aber von rund 700 Millionen Dollar für alle drei Filme aus, also rund 230 Millionen Dollar pro Film. Dem gegenüber stehen recht hohe Einnahmen, zumal die familientauglichen Filme rund um die Weihnachtszeit die Kinos erobern und auf eine treue Fanbasis vertrauen können: Der Filme-Plattform imdb.com zufolge hat alleine der erste Teil, „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“, über 300 Millionen Dollar in den USA und über eine Milliarde Dollar weltweit eingespielt; der zweite Teil, „Smaugs Einöde“, brachte es weltweit auf ein Einspielergebnis von knapp 900 Millionen Dollar. Das Finale dürfte sich in einer ähnlichen Erfolgskategorie bewegen.

Tolkien wird teurer

Im Vergleich dazu spielten die drei ersten „Herr der Ringe“-Filme ebenfalls weltweit jeweils rund eine Milliarde Dollar ein – allerdings zu deutlich geringeren Produktionskosten von rund 94 Millionen Dollar pro Film, also etwa der Hälfte der Nachfolge-Werke. Schuld an den erhöhten Kosten ist einerseits die Inflation, zweitens Jacksons gesteigertes Faible für teure Spielereien: Der mit drei Oscars geehrte Regisseur besteht zum Beispiel darauf, die „Hobbit“-Filme in einer so genannten „High Frame Rate“ zu produzieren, die mehr Bilder pro Sekunde zeigt als herkömmliches Full-HD. Außerdem werden die Original-Schauspieler aus den ersten Filmen wohl eine erhöhte Gage für ihre Rückkehr in die Welt der Orks und Elfen verlangt haben.

Die Trailer der ersten drei "Herr der Ringe"-Filme - zusammengeschnitten von einem Fan.

Die neue Trilogie ist somit kommerziell nicht ganz so lukrativ wie die ursprünglichen drei Filme – aber immer noch genug, um als ein vergleichsweise sicherer Deal zu gelten in einer Zeit, in der Raubkopien und Streaming-Dienste die glitzernde Hollywood-Welt manchmal recht düster erscheinen lassen. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Filme durch Merchandising-Produkte auszuschlachten: MGM und New Line Cinema sind etwa beide an der Produktion des Videospiels „Mittelerde: Mordors Schatten“ beteiligt, das Ende September – pünktlich zum Hype um den neuen Filme – erschien.

"Mittelerde: Mordors Schatten" - ein Spiel, das rechtzeitig zum Hype um den Film erscheint.

Und auch um die weitere Karriere von Mastermind Peter Jackson muss man sich in Wahrheit keine Sorgen machen – denn er ist inzwischen weiter gezogen: Der Regisseur und Produzent, der sich ursprünglich mit Trash-Horrorfilmen wie „Braindead“ und „Bad Taste“ einen Namen machte, hat im Jahr 2011 mit „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn“ die Verfilmung der berühmten belgischen Comics begonnen; 2016 soll mit „Prisoners of the Sun“ eine Fortsetzung folgen, die wohl nicht die letzte sein wird.

Und wo steht eigentlich in Stein gemeißelt, dass Jackson nicht doch nochmal eine Rückkehr nach Tolkiens Mittelerde wagt? Immerhin hat der britische Autor noch weitere Werke aus dem Reich der Fantasie publiziert, wie etwa „Das Silmarillion“ oder „Die Kinder Hurins“. Deren Story ist zwar nicht so spannend wie jene aus „Der Herr der Ringe“ – aber der Ruf des Geldes hat Jackson und die Studios auch nicht davon abgehalten, das bloß 300 Seiten dünne Kinderbuch „Der kleine Hobbit“ in eine Special-Effects-Orgie aus drei Filmen à drei Stunden zu verwandeln. Warum sollte man also aufhören, wenn es gerade am schönsten ist?

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