Habemus Papam: Michel Piccoli soll Papst werden, hat aber keine Lust auf den Job

Michel Piccoli gehört zu den Großen des europäischen Films. Als vorige Woche in Berlin der Europäische Filmpreis verliehen wurde, war der 85-Jährige für seine Rolle als Papst wider Willen in Nanni Morettis aktuellem Streifen „Habemus Papam“ für den Darstellerpreis nominiert. Er hat ihn nicht erhalten.

Der Europäischen Filmakademie fiel allerdings die Ehrwürdigkeit des betagten Stars auf, und man überreichte ihm spontan eine Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Ehrwürdig ist auch Kardinal Melville, den Piccoli in Morettis Film gibt. Papst Johannes Paul II. ist gestorben. Die katholische Kirche braucht ein neues Oberhaupt. Beim Konklave wird Kardinal Melville zum neuen Papst gewählt. Die Kardinalsversammlung atmet auf. Jeder ist froh, nicht diesen Job (Himmelfahrtskommando?) machen zu müssen. Weißer Rauch steigt auf – allerdings, Melville will auch nicht. Der Kardinal kriegt eine Panikattacke. Die Kirchenhäupter beraten, was zu tun sei, und entschließen sich, einen renommierten Psychoanalytiker (Nanni Moretti) in den Vatikan kommen zu lassen. Der soll in einer intensiven Crashtherapiesitzung den Papst zurück auf die Spur bringen.

Allerdings haut der einfach ab und irrlichtert auf Sinnsuche durch Rom. Die Kirche steht ohne Führung da, die Kardinäle geben dazu einen aufgescheuchten Hühnerhaufen. Morettis Vatikan-Story ist eine tiefgehende Komödie, die sensibel Machtstrukturen, Glaubensbekenntnis und Demutsgesten auseinandernimmt. Ab 8. 12.

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