Godzilla is back!

Godzilla is back!

Die Erde erbebt unter schweren Schritten, Menschen flüchten panisch vor einem riesigen, zerstörerischen Ungeheuer. Szenen wie diese sind bekannt aus den Filmen um Godzilla - das wohl bekannteste Riesenmonster der Filmgeschichte.

Die Kultkreatur spielte unter anderem in mehr als 25 japanischen Filmen sowie im Blockbuster "Godzilla" von Roland Emmerich (1998) die Hauptrolle. Das erste Werk wurde 1954 in Japan gezeigt. Die Idee dazu stammte von Produzent Tomoyuki Tanaka. Als Auslöser gilt das Schicksal der Mannschaft des japanischen Fischerbootes "Glücklicher Drache", die im gleichen Jahr durch einen US-amerikanischen Kernwaffentest radioaktiv verstrahlt wurde.

Tanaka erschuf daraufhin ein durch nukleare Strahlung mutiertes Monster, das eine Mischung aus Tyrannosaurus und Riesenechse darstellt. Es kommt aus dem Meer und bringt mit seinem radioaktiven Atem Tod und Zerstörung. In den ersten Filmen brauchte es noch einen Darsteller, um Godzilla darzustellen - damals Nakajima Haruo. Doch die Entwicklung der Tricktechnik bietet längst ganz andere Möglichkeiten.

Mehr als ein Jahrzehnt nachdem Roland Emmerich das Filmmonster durch New York wüten und die Metropole in Schutt und Asche legen ließ, kommt nun eine neue Version des Klassikers ins Kino. Dieses Mal wurden Stars wie Bryan Cranston, Aaron Taylor-Johnson, Ken Watanabe und Elizabeth Olsen verpflichtet; Regie führte Gareth Edwards, der sich 2010 bereits mit dem Thriller "Monsters" im Science-Fiction-Genre behaupten konnte. Im neuen "Godzilla" führt nun ein Zwischenfall in einem japanischen Atomkraftwerk zu einer Katastrophe und die gesamte Menschheit ist - wie so oft in diesen Blockbuster-Spektakeln - bedroht.

Von "Gojira" zu "Godzilla"

Kaum ein Filmwerk steht so sehr für Japan wie Godzillas Abenteuer. Die bisher gedrehten Filme lockten allein in dem Inselreich insgesamt fast hundert Millionen Menschen in die Kinos, das Monster wurde zu einer Art Ikone.

Die Geschichte von "Godzilla" begann 1953. In diesem Jahr ließ der US-Reißer "Panik in New York" die Kassen klingeln. Ein aufgetauter, zum Leben erweckter Rhedosaurus tobte über die Leinwand, Trick-Pionier Ray Harryhausen hatte die Effekte geschaffen. Tomoyuki Tanaka, Produzent der japanischen Toho-Studios, reagierte prompt und ließ "Gojira" inszenieren. Unter der Regie von Ishiro Honda erblickte ein Urgigant das Licht der Welt, der schon bald Kultstatus erzielte: In Amerika hieß der Film "Godzilla".

Die Special Effects von 1956 erscheinen heute verstaubt: Aus Zeit-und Kostengründen verzichtete Toho auf Modelle. Stattdessen wurden Schauspieler in 50 Kilogramm schwere Reptilienkostüme aus Gummi gesteckt. Diese watschelten dann durch Miniatursets - in Zeitlupe gefilmt, um "Godzilla" entsprechend massig erscheinen zu lassen. Haruo Nakajima verlor bei dieser Prozedur zehn Kilo, ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, in weiteren zwölf Abenteuern den Urgiganten zu verkörpern.

"Gojira" ("Gorillawal") lockte in Japan die Massen ins Kino, die amerikanische Version machte "Godzilla" in aller Welt bekannt. Für den US-Markt ließ man übrigens zusätzliche Szenen nachdrehen, um den Inhalt zu verändern und Hollywood-Schauspieler einzubauen. In späteren Produktionen wurde einfach unverwertetes Material diverser US-Produktionen in die fertigen "Godzilla"-Filme geschnitten. Viele Fans sammeln daher die japanischen Originalfassungen, die meist nur auf Laserdisc erhältlich sind.

"Die Riesenmonster galten lange als Verkörperung der Atombobe", analysiert das "Filmbuch Science Fiction". Daß gerade Japan von ihnen heimgesucht wurde, ist kein Zufall: "Das atomare Trauma und der Schock der Niederlage wurden in den ersten japanischen Monsterfilmen noch in deutlich selbst-zerstörerischen Träumen kompensiert." Später wird "Godzilla" zum Verbündeten, der gegen Kontrahenten wie "Mothra", "Ghidrah" oder "King Kong" kämpft. In Werken wie "Invasion Of Astro-Monster" treten auch noch Außerirdische und Roboter auf.

Außerdem wurde "Gojira" zum Familienevent: In "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn" (1967) bekommt das Ungetüm Nachwuchs. In dem hervorragenden Sachbuch "Monster aus Japan greifen an" von Jörg Buttgereit wird eine Szene aus dem Werk eindrucksvoll beschrieben: "Die Gottesanbeterinnen graben ein Ei aus, aus dem der pralle Gummisohn Godzillas schlüpft. Doch bevor sie ihn vernaschen können, eilt Papa aus dem Meer herbei und verhaut die Insekten. Brennende Chitinbeine schwirren durch die Luft. In Deckung!"

"Die Brut des Teufels" ("Terror Of Mechagodzilla", 1975) sollte lange Zeit der letzte Streifen der Toho-Serie sein. Honda persönlich inszenierte die Story um außerirdische Invasoren aus dem schwarzen Loch. Die US-Kopie wurde einmal mehr verstümmelt - Tote und nackte Brüste (obwohl nur aus Plastik) wurden herausgeschnitten. Zehn Jahre später hieß es: "Return Of Godzilla". 1995 ließ Toho seinen Star in "Godzilla vs Destroyah" sterben.

Godzilla", der oft verrissene Horror-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 1998 wurde mit drei "Goldenen Himbeeren" für die schlechtesten Hollywood-Leistungen des Jahres "ausgezeichnet".

Der neue Godzilla-Film läuft am 15. Mai in Österreichs Kinos an.

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