Glam! Würdigung einer glitzernden Epoche

Glam! Würdigung einer glitzernden Epoche

Großbritannien gilt als Mutterland der Popkultur. Und die Insel ist eine Mutter, die im Laufe der Jahrzehnte eine bunte Kinderschar zur Welt gebracht hat. Ein besonders pfiffiger Nachwuchs wurde Anfang der 1970er Jahre geboren. Der Glam Rock.

Was als sehr extravagante und opulente Strömung in der Rockmusik begann, entwickelte sich relativ rasch zu einem globalen Phänomen abseits von Musik. Oder, um noch ein letztes Mal die Mutter-Kind-Metapher zu bedienen: Das sehr auffällige Baby entpuppte sich als hochbegabt und konnte mit charismatischen Verhaltensauffälligkeiten nebst Musikern auch viele andere Kreative für sich vereinnahmen. Stylisten und Modedesigner etwa, aber auch Filmemacher, Fotografen und Grafikdesigner, revoltierten unter der Flagge Glam gegen tradierte Kategorien wie E- und U-Kultur. Sie alle stellten mit Ironie, wüsten Übertreibungen und frischer Respektlosigkeit Normen in Frage. Gut und hilfreich waren dabei vor allem eine provokant inszenierte Sexualität und offensiv betriebenes Spiel mit Geschlechterrollen und Androgynität, aber auch hemmungsloser Hedonismus und ein unerbitterlicher Zug zum schönen Drogenrausch.

Die Ausstellung „glam! – The Performance of Style“ im Linzer Kunstmuseum Lentos würdigt nun diese glitzernde Epoche. Dabei spannt sie einen Bogen, der sich mit musikalischen Proponenten wie David Bowie, Brian Ferry, Marc Bolan oder dem blutjungen Freddie Mercury beschäftigt, aber auch die anderen Facetten dieser opulenten Zeit zeigt. Etwa mit Werken von Gilbert & George, Nan Goldin, Cindy Sherman, Jürgen Klauke und Richard Hamilton.

Lentos Kunstmuseum Linz, Eröffnung: Fr., 18. Oktober, 19 Uhr

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