Geschlechterkampf Web 2.0: Top besetzte Botho-Strauß-Inszenierung an der Burg

Wir müssen erst herausfinden, worum es in diesem Stück geht“, kommentierte Matthias Hartmann noch zu Beginn der Proben ungewohnt zaghaft. Die Rede ist von Botho Strauߒ neuem zivilisationskritischem Text „Das blinde Geschehen“, der am 11. März im Burgtheater zur Uraufführung kommt.

Regisseur Hartmann, über viele Inszenierungen hin längst ein Strauß-Spezialist, kann in dem Stück, das sich einem in der Tat keineswegs beim ersten Lesen erschließt, auf ein Top-Ensemble zurückgreifen, dessen Protagonisten ebenfalls schon Erfahrungen mit den Strauߒschen Gedankengebilden gemacht haben. Im Zentrum steht Dörte Lyssewski als Freya Genetrix, die Venus und Urfrau, kurz die Inkarnation des Weiblichen.

Ihr zur Seite und des Weiteren als Aufgabe gestellt: Robert Hunger-Bühler als Computerfachmann John Porto. Ein Couchpotato, der sich bevorzugt im „Second Life“ bewegt und die Lebenden nur mehr als Realgespenster empfindet. Der Autor selbst sieht den Cyberspace-Spezialisten als eine Mischung zwischen dem Zauberer Merlin und Shakespeares Prospero. Denn natürlich spielt der 66-Jährige, der zu den erfolgreichsten und meistgespielten zeitgenössischen Dramatikern auf deutschen Bühnen zählt, auch in „Das blinde Geschehen“ mit Mythologie, thematisiert aber auch Geschlechterk(r)ampf und das Abdriften in die virtuellen Welten des Internets. Das Stück ist eine Mischung aus Science-Fiction, Zauberposse und theatralem Computerspiel, auf der Bühne wird es, neben den Protagonisten, noch durch eine Besetzung wie Maria Happel, Regina Fritsch, Johann Adam Oest, Peter Matic oder Christiane von Poelnitz bis in die kleinste Nebenrolle veredelt.

Burgtheater, „Das blinde Geschehen“, Premiere: Fr., 11. 3., 19 Uhr. Am 12. 3. um 10 Uhr laden Matthias Hartmann und sein Ensemble zur öffentlichen Kritik der Uraufführung.

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