Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser-Ausstellung

Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser-Ausstellung

International begehrt, ist das Werk des Malers & Ökopioniers Friedensreich Hundertwasser hierzulande immer noch unterbewertet. Das könnte eine Schau im Belvedere ändern.

Rund 309.000 Euro brachte das Werk "La Tour de Babel perfore le Soleil“ bei Sotheby’s, 217.300 Euro die Arbeit "Kommunist mit Flügel“ bei Christie’s - sieben von den zehn aktuellen Top-Zuschlägen für Österreicher auf dem internationalen Auktionsmarkt betreffen Friedensreich Hundertwasser. "Am Sekundärmarkt ist Hundertwasser der international begehrteste heimische Künstler“, bestätigt Otto Ressler vom Wiener Auktionshaus "Im Kinsky“ und setzt mit Bedauern nach, dass in den nächsten beiden Auktionen seines Hauses leider kein Hundertwasser-Original dabei sein wird. "Wir gieren nach jeder Arbeit des Künstlers, bekommen aber höchstens ein Bild pro Jahr.“ Auf das stürzen sich dann Bieter zwischen Deutschland, Amerika und Japan. Der Zeitpunkt der Entstehung eines Werkes spielt bei Hundertwasser dabei kaum eine Rolle. Selbst bei der Druckgrafik erzielt der Künstler - trotz hoher Auflagen von 10.000 Stück - Preise, die ihresgleichen suchen.

Anders hierzulande. Da wird der Name Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser, wie sich der 1928 als Friedrich Stowasser geborene Wiener nannte, immer noch mit Naserümpfen genannt, sein Œuvre unterbewertet.

Der Maler, Baumeister, Visionär und Ökopionier - ein Grüner zu einem Zeitpunkt, zu dem man hierzulande das Wort nicht einmal richtig zu deuten gewusst hätte - wird hier gerne ins Kitsch-Eck gestellt und scheidet, wie kaum ein anderer, die Geister.

Um seinen Fantasia-Stil zwischen Gaudí und Grimms Märchen sind regelrechte Kritikerschlachten entbrannt, die immer noch Architektur- wie Kunstszene aufmischen. Zog er gegen "schöpferische Impotenz“ ins Feld, oder wollte er einen "Beitrag zur Humanisierung der Umwelt“ leisten und eine Antwort auf den Kahlschlag der Moderne liefern, gab es für sein "Neuschwanstein für Gemeindemieter“ oder die "Beulenpest“ eines "Oberflächenbehübschers“ nur harsche Kritik. Auf die Kunstseiten des heimischen Feuilletons schaffte es sein Name jüngst nur noch durch einen neu entfachten Streit um sein Millionenerbe.

Avantgarde-Kontext

Das könnte eine Ausstellung im Belvedere ändern, die sich Hundertwassers Frühwerk widmet und demonstriert, wie sehr der innovative Denker schon in den 50er-Jahren von fernöstlicher Philosophie und japanischer Kunst, wie etwa den Holzschnitten Hokusais, geprägt war. Faktum ist, dass Hundertwassers Arbeiten bereits Mitte der 50er-Jahre von japanischen Magazinen rezipiert wurden. Bei seinem Japanaufenthalt in den 60er-Jahren nahm er dann nicht nur den Namen Friedensreich an, er heiratete auch die Japanerin Yuko Ikewada. Im Unteren Belvedere stellt man nun Hundertwassers experimentelle Bildkompositionen in internationalen Avantgarde-Kontext und präsentiert sie gemeinsam mit Arbeiten von Akira Kito, Yavoi Kusama, Jean Dubuffet oder Yves Klein.

"Mit seiner Kunst macht Hundertwasser etwas, was der gängigen Auffassung, wie Kunst zu sein hat, widerspricht“, resümiert Experte Otto Ressler. "Er lässt Paradiese entstehen. Das ist eine romantische Idee, die vielleicht nicht in die Zeit passt, aber die Sehnsüchte vieler Menschen weckt.“

Hundertwasser, Japan und die Avantgarde

Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Einfluss der japanischen Avantgarde auf das Frühwerk Hundertwassers und zeigt 40 Arbeiten des Künstlers aus internationalen Sammlungen sowie zahlreiche Werke der internationalen Avantgarde von Lucio Fontana bis Yves Klein.

Unteres Belvedere, Eröffnung: 5. 3., 19 Uhr

Leben

Vinyl-Boom bringt Kult-Plattenspieler zurück

Kultur & Style

ePaper Download: Das Ranking der 500 wichtigsten Künstler Österreichs

Kultur & Style

★ David Bowie: Starman, Waiting in the Sky★