Erste große Botero-Schau in Österreich

Dass er kein Fan von körpergetunten Magermodels ist, demonstriert der kolumbianische Maler und Bildhauer Fernando Botero seit über 50 Jahren.

Einen knackigen Po können in Boteros Universum weder die Ballerina noch der Stierkämpfer vorweisen. Leibesfülle und Opulenz kennzeichnen seine wie aufgeblasen wirkenden Figuren. Botero spielt mit der Verzerrung und lässt nicht nur Menschen, sondern auch Früchte oder Gläser aus der Proportion geraten.

Der 79-jährige, in Medellín geborene Künstler spielt sinnlich mit der Übertreibungslust und Lebensfreude seiner südamerikanischen Heimat: doppeldeutig und voll abgründiger Raffinesse. Seine Figuren essen, trinken oder spielen Karten – dennoch ist die Idylle oftmals nur eine vordergründige. Bereits Anfang der 1970er-Jahre zeigte er ironische Porträts der Machthaber der Militärjunta als aufgeplusterte, aber gefährliche Kinder. Das Bank Austria Kunstforum widmet Fernando Botero nun die erste umfassende Präsentation seines Œuvres in Österreich. Man zeigt 70 Gemälde, von den 1950er-Jahren bis heute, von Paraphrasen auf Alte Meister bis zum Abu-Ghraib-Zyklus von 2005.
BA Kunstforum, ab 12. 10.

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