Die Rolling Stones feiern ihren 50er mit Album und Mini-Tour

Die Rolling Stones feiern ihren 50er mit Album und Mini-Tour

Bildband, Biografie, Best-of: Die Rolling Stones werden 50 und befeuern ihren Legendenstatus nicht nur mit exquisiten Konzerten.

Seit nunmehr 50 Jahren versehen die Rolling Stones ihren Dienst auf den Bühnen dieser Welt. Dass sie mehr als eine Altherrentruppe sind, die von Großtaten im Zeichen des Rock ’n’ Roll lebt, darüber ist man sich einig. Sie haben die Welt- und Popgeschichte geprägt, ihren eigenen Mythos gestrickt und kein Klischee ausgelassen. Wein, Weib, Gesang und Drogen pflastern ihren Weg. Und zwar vom ersten Gig an, der am 12. Juli 1962 im Londoner Club Marquee über die Bühne ging. "Rollin’ Stones“ nannten sie sich damals, nach einem Muddy-Waters-Song, und sie setzten vom ersten Moment an an, Geschmacksgrenzen und Tabus zu brechen. Mit schmutzigem, zornigem Blues, dem musikalischen Ausdrucksmittel der schwarzen Sklaven in den USA.

Die Stones machten das Verpönte massentauglich. Plötzlich tanzten weiße Mittelschichtbuben, zu denen auch Lehrerkind und Wirtschaftsstudent Mick Jagger gehörte, zur Musik der gesellschaftlich Benachteiligten und Unterdrückten. Die Welt befand sich im Umbruch, das Establishment stand kopf, und die vier Engländer lieferten dazu den Soundtrack. Auch für das, was in den späten 1960ern an Aufwieglerischem und Revolutionärem noch kommen sollte.

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Ein halbes Jahrhundert später sieht die Sache ein wenig anders aus. Man hat künstlerische Krisen überwunden, Schlachten geschlagen, Wegbegleiter überlebt, Ehefrauen gewechselt und interne Streitigkeiten beigelegt. Wobei, wenn man den Biografien von Keith Richards und - recht aktuell - Mick Jagger folgt, lassen sich auch mit einer Mauer des Schweigens, die man über die Jahre aufbaut, Meinungsverschiedenheiten aus der Welt schaffen.

Wie weit dies in der Konfliktkommunikation tatsächlich hilfreich ist, sei dahingestellt. Der Legendenbildung dient es jedenfalls, wobei selbst die in den Sphären, in denen die Rolling Stones unterwegs sind, schon eher egal ist. 558 Millionen Dollar spielte die letzte Tour zum Album "A Bigger Bang“ ein. Da lässt sich dann schon leicht tun und lassen, was man will.

Zum Beispiel für acht Millionen Euro beim Nobelbankett des französischen Finanzgurus Edouard Carmignac vor 1.500 Geschäftskunden 75 Minuten lang rocken. Dass die Kundschaft, bestehend aus Bankern, Geldverwaltern und Finanzmanagern, jetzt nicht unbedingt den Rock ’n’ Roll im Blut hat und zurzeit eher übel beleumundet ist, störte Jagger und seine Mannen nicht. Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps. Sympathy for the Devil? Mag sein, Jagger ist ja - im Gegensatz zu seinem ewigen Anti-Körper Richards - ein sehr leidenschaftlicher und gewiefter Geschäftsmann.

Aber so leicht machen es einem die Stones dann auch wieder nicht. Wenige Tage vor dem Fondsmanager-Treffen trat das Quartett zur "Satisfaktion“ an und spielte in einem kleinen Theater im Osten von Paris für 350 Leute ein Spontankonzert. Kartenpreis: 15 Euro.

Die Show geht weiter

So billig kommt man bei den Jubiläumskonzerten, die Ende November in London angesetzt sind, nicht davon. Dennoch, die betagten Rocker können noch immer Stadien füllen: Jagger und Richards werden nächstes Jahr 70, Charlie Watts ist 71 und Ron Wood 65. Binnen sieben Minuten waren die 30.000 Karten für die Gigs verkauft. Mitte Dezember gibt es dann auch noch zwei Konzerte in den USA.

Was es zu hören geben wird, lässt sich vorab leicht eruieren. Auf dem Best-of-Album "Grrr!“, das ein Gorilla des US-Malers Walton Ford ziert, finden sich so ziemlich alle Hits aus einem halben Jahrhundert. Und weil eine Nummernrevue eine fade Angelegenheit ist, haben sich die Stones zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder ins Tonstudio bewegt, um zwei Songs aufzunehmen. Das reicht für eine Tour. Aber nur bei den Stones.

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