Die Lieblingsplatten der Kultur-Redaktion

Neue Musik von Robbie Williams, Madness, Neil Young & Crazy Horse, Joe Cocker, The Rolling Stones, Ellie Goulding, Christina Aguilera, Hercules And Love Affair, I Got You On Tape und HGichT.

Kreisky - Trouble

Erwin Schrott - Rojotango

Robbie Williams - Take the Crown

Robbie Williams - Take the Crown Robbie Williams ist zurück. Die britische Bespaßungsmaschine stellt mit Großmäuligkeit, Witz und Charme Herrschaftsansprüche im Pop-Königreich.

Halten sich alle Beteiligten an chronologische Gepflogenheiten, wird einem Künstler üblicherweise erst gegen Ende seines irdischen Daseins die Ehre zuteil, einen Preis fürs Lebenswerk in Empfang zu nehmen. Alle freuen sich dann, und man erinnert sich mit dem Laureaten an alte Zeiten. So will es das ungeschriebene, aber harte Showbiz-Gesetz.

Nun, Robbie Williams bekam vor zweieinhalb Jahren bei den Brit Awards so eine Auszeichnung. Damals zählte der Engländer 36 Lenze, und man konnte das durchaus als galligen Jury-Gag werten. Hey Robbie, deine Zeit ist vorbei!

Tatsächlich war es um die Karriere des Frauenschwarms in jenen Tagen nicht gut bestellt. Sein Album "Reality Killed the Video Star“ blieb, ob hör- und spürbarer Inspirationslosigkeit hinter den Erwartungen zurück, seine Plattenfirma EMI taumelte am finanziellen Abgrund, und Robbie wankte dazu aufgeschwemmt und hochprozentig durch die Gazetten.

Letzter Ausweg: Band-Reunion. Und zwar mit seinen alten Genossen aus Boygroup-Zeiten von Take That. Bei denen stockten die Solo-Karrieren ebenfalls, mit dem Unterschied, dass sie niemals an die Erfolge von Robbie Williams herankamen. Der brachte an die 70 Millionen Platten an die Menschen - ein Weltstar in Europa.

Fun Factor. Die Wiedervereinigung war ein Erfolg. Enthusiasmus und Größenwahn flossen endlich wieder durch das von Selbstzweifel und Bequemlichkeit angenagte Gemüt des 38-Jährigen. Die Bespaßungsmaschine Robbie Williams, zu deren Credos mitunter ja das penetrante Betteln gehört, die Menschheit doch unterhalten zu dürfen ("Let Me Entertain You!“), läuft wieder.

Als frischgebackener Vater einer Tochter zeigt er sich mit Säugling auf der Brust, als Popstar schäkert er mit barbusigen Damen im italienischen Fernsehen, und in Interviews zu seinem neuen Album "Take the Crown“ erzählt er von bereits fertig geschmiedeten Plänen, die Karriere zu beenden. Kein Wunder, dass die 50.000 Karten für seine London-Konzerte Ende November binnen einer Stunde verkauft waren.

Musikalisch ist Williams also wieder da. Zwar nicht als bester Robbie aller Zeiten, aber der irische Starproduzent Jacknife Lee hat einen für ihn perfekten Stadionpop kreiert, der sich zwischen Kinderlied und weichgespülten Indierockanklängen bewegt. Robbie Williams wird jedenfalls dafür sorgen, dass die ganzen Uhhs, Ahhs und Huh Huhs bei den Damen ankommen werden.

Madness - Oui, Oui, Si, Si, Ja, Ja, Da, Da

Madness - Oui, Oui, Si, Si, Ja, Ja, Da, Da Schlagermusik fürs gereifte Subkulturvolk. Das zehnte Album der Briten will es mit einnehmender Affirmation allen recht machen.

Neil Young & Crazy Horse - Psychedelic Pill

Neil Young & Crazy Horse - Psychedelic Pill Der Alt-Hippie, 66, zieht Bilanz. Zwei Alben, acht Songs, eineinhalb Stunden Musik und erstmals absolut drogenfrei. Das hört man.

Ellie Goulding - Halcyon

Ellie Goulding - Halcyon Trennt man sich vom Freund, gibt es einiges zu verarbeiten. Ellie Goulding fasst die Stadien des Herzschmerz mit Elektroindiefolk zusammen.

Christina Aguilera - Lotus

Christina Aguilera - Lotus Die Pop-Prinzessin versucht mit neuem Körpergefühl die Flops der letzten Jahre stimmgewaltig wegzusingen. Gelingt nicht immer.

I Got You On Tape - Church of the Real

I Got You On Tape - Church of the Real Aus Skandinavien kommt traditionell guter Indiepop. Die vier Dänen untermauern mit dunkler Stimme diesen Ruf.

HGichT - Lecko Grande

HGichT - Lecko Grande Das kunterbunte Kunstkollektiv zerlegt mit Anarchowitz den täglichen Irrsinn. Ein Leben zwischen Diskurs und Stumpfsinn ist möglich.

Hercules And Love Affair - DJ-Kicks

Hercules And Love Affair - DJ-Kicks Für die legendäre Musikreihe wühlen die New Yorker tief in ihrem Plattenfundus. Auch ein Yoga-Lehrer gibt Wortspenden.

Joe Cocker - Fire It Up

Joe Cocker - Fire It Up Der Altmeister macht mit einer gehörigen Portion Theatralik den in Würde gealterten Jazz-, Blues- und Funkopa.

The Rolling Stones - Grrr!

The Rolling Stones - Grrr! In fünf Jahrzehnten Bandgeschichte sammelt sich einiges an Material. 50 Karrierehighlights gibt es ab 9. 11. auf drei CDs gebrannt.

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