Die Lieblingsplatten der Kultur-Redaktion

Lenny Kravitz - Black And White America

Lenny Kravitz - Black And White America Drei Jahre war für Lenny Kravitz Kreativpause angesagt. Das betont der 47-Jährige in aktuellen Interviews sehr explizit. Und er erklärt auch gleich, dass er für sein neues Album „Black And White America“ (Roadrunner Records / Warner) auf den Bahamas auf Musenküsse und Schöpfungsschübe wartete. Zwischen ausgedehnten Angeltouren, Leben im Wohnwagen, barfüßigen Spaziergängen am Strand, wochenlang ungewaschener Kleidung kam ihm – eigenen Angaben zufolge – so mancher Song einfach während eines ausgedehnten Nickerchens. Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf, möchte man da am liebsten sagen. Zu viel Inselleben ist aber auch nicht unbedingt zweckdienlich, weshalb die französische Metropole Paris als zweiter, wichtiger Entstehungsort für Kravitz’ neuntes Album herhalten musste.

Die Werkgenese hat dem Resultat jedenfalls nicht geschadet. Die 16 Songs, die es auf den Longplayer des New Yorkers schafften, sind entspannt unverkrampft wie schon lange nicht. Jazz und Funk werden zu großen Melodien verrührt, dazwischen gibt immer wieder die E-Gitarre kräftige Gitarrenriff-Lebenszeichen von sich. Dass dies alles auf einer riesigen Welle an positiven Gefühlen daherrauscht, soll so sein, solange nicht auf kritische Zwischentöne vergessen wird oder es in einem permanenten Predigtton mündet. Und in unruhigen Zeiten hat das Säen von Liebes-, Friedens- & Harmoniebotschaften selten Schaden angerichtet.

Ostbahn Kurti - Ois wosd brauchst

Ostbahn Kurti - Ois wosd brauchst Er überlegte gründlich, am Ende entschied sich Willi Resetarits dafür, die Kult- und Kunstfigur Ostbahn Kurti für zwei Konzerte aus der wohlverdienten Pension zurückzuholen. Auf der Kaiserwiese vorm Wiener Riesenrad wird am Sa., 27., und So., 28. 8., an das legendäre Open Air vor 20 Jahren am Platz des Fußballklubs Ostbahn XI erinnert. Restkarten für den Sonntagstermin sind noch erhältlich. Dazu erscheint am 19. 8. die 3-CD-Box „Ois wosd brauchst“ (Universal; € 23,50), und alle 14 Einzelalben werden remastert ebenfalls wiederveröffentlicht.

The Throne - Watch the Throne

The Throne - Watch the Throne Jay Z und Kanye West, die beiden einflussreichsten Produzenten und Rapper der Gegenwart, haben sich zusammengetan und unterm Projektnamen „The Throne“ das Album „Watch the Throne“ (Universal) produziert. Wenn sich zwei Kaliber dann auch noch Stars wie RZA, The Neptunes, Frank Ocean oder Beyoncé ins Studio holen, lässt sich im Vorfeld schon mal der Verdacht der Überproduktion äußern. Erste Hörproben versprechen aber das Gegenteil. Zwar wurde bis zur Covergestaltung, die von Riccardo Tisci, dem Chefdesigner des französischen Modelabels Givenchy, stammt, nichts dem Zufall überlassen, ein seelenloser Kommerzkracher ist das Resultat aber dennoch nicht. Wohl auch, weil sich die Riesenegos der beiden gegenseitig genügend Raum zur künstlerischen Entfaltung geben.

Theophilus London - Timez Are Weird These Days

Theophilus London - Timez Are Weird These Days Theophilus ist die griechische Variante von Gottlieb, Amadeus wäre das lateinische Pedant. Muss man das wissen, wenn man über den New Yorker Rapper Theophilus London spricht? Nicht unbedingt, auch weil sein Debütalbum ohnehin einiges an Diskussionsstoff liefert. Der 23-jährige modeaffine Brooklyner versteht es nämlich zurzeit wie kaum ein anderer, Genres miteinander zu verbinden. Ungezwungen und unkonventionell wird gerappt, gibt es Soul- Pop, R&B, Postpunk oder Elektrosounds. Das Bizarre dabei: Der Spagat geht sich problemlos aus. Weswegen wohl auch der Titel „Timez Are Weird These Days“ (Reprise) nicht besser gewählt hätte werden können. Ein starkes Debüt, mehr als eine Talentprobe.

- Red

Leben

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