'Die Liebe zum Nochniedagewesenen': Pollesch-Uraufführung im Akademietheater

Seine Stücke heißen „Menschen in Scheiß-Hotels“, „Das purpurne Muttermal“, Peking Opel“ oder eben „Die Liebe zum Nochniedagewesenen“. Letztgenannter Titelsatz entstammt dem Dietmar-Dath-Roman „Deutschland macht dicht“ und hat René Pollesch zu einem Abend über die Liebe inspiriert, der am 7. Dezember im Akademietheater zur Uraufführung kommt.

Nichts Genaues weiß man – und das ist bei Pollesch-Abenden Programm. Zu Beginn der Proben gibt es ein Textkonvolut, das das eingespielte Pollesch-Ensemble zum Denken und Arbeiten gebrauchen und sich durch weitere Diskussionen auf den Leib spielen kann. Oder auch nicht. Denn es gibt weder einen geschlossenen Werkbegriff noch einen geschlossenen Handlungsbogen.

Die Texte werden als Work in Progress mit den Schauspielern gemeinsam auf der Probe erarbeitet: Im aktuellen Fall beschäftigen sich Catrin Striebeck, Stefan Wieland, Margit Carstensen und Martin Wuttke mit Scheinidentitäten, Kontroll- und Repräsentationsmechanismen und den Produktionsbedingungen des eigenen Metiers. Im Zentrum bei „Die Liebe zum Nochniedagewesenen“ steht aber der Bühnenraum von Bert Neumann mit der Anfangssequenz aus Alfred Hitchcocks Film „Lifeboat“ aus dem Jahr 1944 und Woody Allens fiktive Künstlerbiografie „Sweet and Lowdown“.

Ein energetisch spannender Abend, der humorvoll Tempo, Theorie und Extremschauspiel vereint.

Akademietheater, „Die Liebe zum Nochniedagewesenen“, Uraufführung: Mi., 7. 12., 20 Uhr.

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