Chefposten der Vereinigten Bühnen Wien werden ausgeschrieben

Bei den Vereinigten Bühnen Wien wird in den nächsten Wochen die Zukunft der des Ronacher, des Raimund Theater und des Theater an der Wien entschieden. Und die von Generaldirektor Thomas Drozda. Die Topjobs an den renommierten Bühnen sollen, wie das Wirtschaftsmagazin trend in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, noch im November ausgeschrieben werden. Am Hauptbahnhof-Areal könnte außerdem eine private Musical-Konkurrenz entstehen.

Chefposten der Vereinigten Bühnen Wien werden ausgeschrieben
Chefposten der Vereinigten Bühnen Wien werden ausgeschrieben

Thomas Drozda, (Noch)-Generaldirektor der städtischen Vereinigten Bühnen Wien (VBW)

Thomas Drozda, Generaldirektor der städtischen Vereinigten Bühnen Wien (VBW), zu der das Ronacher, das Raimundtheater und das Theater an der Wien gehören, schwimmt auf einer Erfolgswelle. Nach zwei schwachen Saisonen konnte Drozda dank Publikumsknüllern wie dem ABBA-Musical "Mamma Mia!“ wieder an alte Erfolgszeiten anknüpfen.

Wie das Wirtschaftsmagazin trend in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, steht Drozda jedoch trotz des Erfolges vor seiner Ablöse. Noch im November soll die Ausschreibung seines Jobs für die Zeit nach 2018 erfolgen, wenn sein Vertrag ausläuft. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die VBW für das Jahr 2015 zusätzlich zur Basissubvention von rund 37 Millionen wieder die 4,9 Millionen Euro hohe Zusatzsubvention von der Stadt Wien erhalten können.

Bei Erscheinen des Artikels hatte das Büro von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny prompt per Aussendung reagiert und von "Zurufen aus der dritten Reihe" gesprochen. Nun wurde der Bericht vollinhaltlich bestätigt - der größte Kulturbetrieb der Stadt Wien steht vor dem Umbau, gesucht wird ein "Wunderwuzzi".

Es ist die erste Ausschreibung für den VBW-Topjob und laut "trend" für Drozda für ein "seriöses Prozedere" dem sich dieser im Wissen um meine Qualifikationen und meine Erfahrung stelle. Dass Drozdas Vertrag verlängert wird, gilt jedoch als eher unwahrscheinlich - ebenso bei Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer und bei Musical-Intendant Christian Struppeck. Wie der "trend" in Erfahrung bringen konnte, soll es nämlich künftig eine Doppelspitze aus künstlerischer und kaufmännischer Leitung geben, und des werden Kulturmanager mit internationaler Erfahrung gesucht.

Kulturpolitischer Kampf

Im Hintergrund tobt seit längerer Zeit ein kulturpolitischer Kampf. Die Grünen wollen mehr Geld für die freie Kulturszene und machen das zur Voraussetzung für ihre Zustimmung zur VBW-Zusatzsubvention. Drozdas von der Stadtpolitik bestelltes Strategiepapier hat dem Vernehmen nach wenig Anklang gefunden. Seine kolportierte Lieblingsvariante - ein Ausbau des Raimundtheaters auf 1600 Sitze - wird er wohl nicht durchsetzen können.

Vom Tisch ist auch Drozdas Idee einer neuen VBW-Spielstätte auf dem Areal des neuen Hauptbahnhofs. Stattdessen blicken die VBW-Verantwortlichen nun nervös auf eine private Investorengruppe, die neben dem Bahnhof eine Musicalhalle aufstellen und auf rein kommerzieller Basis betreiben will. Dahinter stecken laut trend-Informationen der Disney-Konzern und die österreichische Firma System Provider.

Drozda versucht seit längerer Zeit, den kaufmännischen Erfolg seiner Häuser mit den niedrigen Zuschusskosten im Vergleich zu ähnlichen Kulturhäusern zu belegen (siehe Grafik ). Ein erfolgreicher privater Konkurrent könnte aber demonstrieren, dass in Wien Ähnliches möglich ist wie in Hamburg, wo die private Stage Entertainment ohne nennenswerte Unterstützung der öffentlichen Hand derzeit bereits ihre vierte Spielstätte baut.

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