Bastelstunde mit Ikea – Der FORMAT-Do-It-Yourself-Test

Bastelstunde mit Ikea – Der FORMAT-Do-It-Yourself-Test

Mein Gott, noch eine Schachtel! Eine stattliche Anzahl von Verpackungen türmt sich bereits auf dem edlen Fischgrät-Parkett und schön langsam kommen erste Zweifel auf, ob die Sache mit dem Do-It-Yourself-Test wirklich eine sooo gute Idee war.

Schließlich hatte Ikea ja auch angeboten, seine "Uppleva“ TV- und Möbel-Kombi fix und fertig zu montieren (ein Service, das ab rund € 200,- zur Verfügung steht). "Uppleva“ bedeutet im Schwedischen übrigens "erleben“. Und erleben heißt für echte "Ikeaner“, vor allem selbst Hand anlegen und auf den Spuren vom Heimwerkerkönig Tim Taylor oder Selfman zu wandeln. Da muss man einfach durch!

Immer wieder diese Montage

Das ganz persönliche Zusammenbau-Erlebnis beginnt beim Ikea TV-System erst einmal mit der Suche nach der richtigen Bedienungsanleitung. Deren gibt es in den verschieden Schachteln mehrere, allerdings betreffen sie nur die jeweiligen Komponenten. Was eigentlich fehlt, ist ein General-Bauplan fürs ganze System, denn "Uppleva“ kann nach dem Ikea-Baukastenprinzip in 28 Versionen, von der einfachen TV-Bank bis zum Wandverbau, zusammengestellt werden. Den "nackten“ Ikea-Fernseher zu kaufen hat übrigens wenig Sinn: Die TV-Schirme des chinesischen Zulieferers TCL werden ohne Universal-Standfuß bzw. Aufhängung geliefert. Damit das Ding also steht oder hängt, benötigt man immer das passende Ikea-Möbel dazu.

Mangels Generalplan startet die Schrauberei mit dem Aufbau des "Besta“-Racks. Die Montage von TV-Bank und Schubladen erfordert zwar keine Tischler-Lehre, allerdings rächt sich die Nicht-Beachtung von Details in der Bauanleitung sofort. Wer Teile an der falschen Seite oder mit den falschen Schrauben befestigt, dem geht’s wie bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht: tief durchatmen und zurück an den Start. Das Versuch-und-Irrtum-Spielchen wann denn was ins Rack eingebaut werden soll, bleibt auch nicht ohne Folgen. Zum Festschrauben des TV-Standfußes müssen am Ende Laden, Regalböden und Soundsystem wieder ausgebaut werden. Aber nach drei Stunden und 58 Minuten steht die TV-Kombi und sieht ziemlich nett aus.

Bild und Ton

Bild und Ton des verbauten "Uppleva“-Fernsehers nebst Soundsystem sind überraschend gut und befinden sich durchaus auf dem Level vieler japanischer oder koreanischer Geräte. Der chinesische Hersteller TCL, inzwischen einer der größten TV-Produzenten der Welt, orientiert sich aber klar am globalen Massenmarkt: "Extras“ wie 3D oder High-End-Gimmicks wie TV-Cam, Gesten- oder Sprachsteuerung sucht man hier vergeblich. Dafür bietet das Smart-TV-Gerät, das in Shenzhen gefertigt wird, den Zugang zu vielen TV-Portalen im Internet und mit Abstrichen auch freies Surfen an.

Ein digitaler Triple-Tuner sowie ein Schacht für eine CI+-Decoderkarte garantieren darüber hinaus den "normalen“ TV-Empfang via Antenne, Kabel oder Sat ohne lästiges "Zusatz-Kastl“. Zwecks Aufzeichnung von TV-Sendungen lässt sich via USB übrigens auch eine Festplatte oder ein Speicherstift anstöpseln.

Technisch auf der Höhe der Zeit präsentiert sich auch das TCL 2.1 Soundsystem mit 100 Watt Musikpower, eingebautem Blu-ray-Player, Radio, USB, Audio In und Funk-Subwoofer. Bei Blu-ray zeigt sich einmal mehr: 3D halten die Chinesen anscheinend für einen technischen Irrweg der Langnasen und ihrer Verbündeten.

Fazit

Ikea hat mit "Uppleva“ zweifellos eine attraktive Marktlücke entdeckt, denn aufeinander abgestimmte Fernseher und Möbel "aus einer Hand“ sind selten. Und: Die fünf Jahre Garantie, die Ikea gratis auf seine "Uppleva“-Geräte gibt, kann man auch als Belohnung für ein sehr ausgedehntes Bastelstündchen ansehen.

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