Baselworld 2013: Besuch auf der größten Uhrenmesse der Welt

Frederique Constant

Das Familienunternehmen bietet Manufakturwerke zu attraktivem Preis. Neu im Sortiment: Die Slimline Manufacture Moonphase um €2.450,-

Longines

Eine der erfolgreichsten Taucheruhren der letzten Jahre zeigt sich in bestechend schönem Blau. Die HydroConquest Automatic gibt es um großartige €870,-

Blau ist die Farbe der Stunde. Zumindest auf "Baselworld 2013“, der größten Uhrenmesse der Welt. Die schönsten Stücke und die Mikro-Trends der Branche im Schnelldurchlauf.

Erfahrungsgemäß kristallisieren sich schon am ersten Tag der Baselworld zwei bis drei deutliche Trends heraus, die zeigen, welche Werktechnologien und Designs in den Folgemonaten in der Uhrenwelt den Ton angeben werden. Diesmal war jedoch alles ein bisschen anders.

Während sich die führenden Uhrenhersteller im Vorjahr noch gegenseitig mit technischen Innovationen zu übertreffen suchten, lag in diesem Jahr der Fokus eher auf der Selbstdarstellung der Marken. Durch den Um- und Ausbau der Messehalle 1 wurde das Platzangebot deutlich erweitert und umverteilt. In dem von den Basler Architekten Herzog & de Meuron konzipierten Hallenkomplex beeindruckten die Global Player mit deutlich vergrößerten Präsentationsflächen, teilweise sogar mit neuen Standkonzepten - Prädikat: sehenswert.

Im Gegenzug schien die Anzahl der Neuvorstellungen im Produktbereich vielerorts bewusst reduziert worden zu sein. Man darf sich jedoch auf ein paar schöne Jubiläumskollektionen freuen, denn in der traditionsbewussten Uhrenbranche gibt es ja zum Glück immer irgendwelche Geburtstage zu feiern. In der Summe standen aber viele Facelifts bestehender Kollektionen verhältnismäßig wenigen, überzeugenden Innovationen gegenüber.

Super Size

Auf der Baselworld mit insgesamt 1.460 Ausstellern aus der ganzen Welt, bekommt schon immer die Halle 1, in der die internationalen Top-Uhrenmarken logieren, die größte Aufmerksamkeit. Diesmal war das Interesse besonders groß, da umgerechnet 350 Millionen Euro - auch für Schweizer Messe-Verhältnisse eine Rekordsumme - in den gigantischen Umbau investiert wurden.

Sieger im Rennen um den beeindruckendsten Messestand war zweifellos Swatch. Die Schweizer Trenduhrenmarke präsentierte sich überhaupt zum ersten Mal über den gesamten Ausstellungszeitraum der Baselworld und feierte würdig ihren 30. Geburtstag. "Planet Swatch“ beanspruchte nicht weniger als 3.000 Quadratmeter und zeigte in einem nie dagewesenen Umfang seine gesamte Geschichte. Zudem wechselte täglich auch noch das Ausstellungsthema.

Ins Blaue hinein

Wie bereits erwähnt, ließen sich nur wenige Tendenzen erkennen, die sich durch alle Kollektionen ziehen. In Sachen Farbgebung bestätigte sich, was sich schon in den letzten zwei Jahren angekündigt hatte: An der Farbe Blau ist definitiv kein Vorbeikommen mehr. Nicht nur Zifferblätter und Armbänder, sogar PVD-Beschichtungen an Gehäusen und viele Details strahlen in allen erdenklichen Blautönen. Ähnlich wie im Luxussegment beim Werkstoff Rotgold, bei dem jede Marke versucht, einen möglichst individuellen Farbton zu kreieren, spielt man auch mit der Farbe Blau.

Die Resultate sind sehr unterschiedlich. Nur wenigen gelingt eine wirklich attraktive, unverwechselbare Nuance, wie beispielsweise Breitling bei der "Transocean“ oder Omega mit der "Planet Ocean“-Linie. Ähnlich verhält es sich mit einer zweiten Uhren-Trendfarbe, die vermehrt Aufnahme in die Kollektionen findet: Grau. Diese Farbtöne zieren immer öfter Zifferblätter und Bänder. Grau wird daher voraussichtlich ab Herbst 2013 zu den boomenden Uhren-Trendfarben zählen.

Material trifft Marke

Unter den Werkstoff-Klassikern dominieren vor allem Rosé- und Rotgold. Für limitierte Editionen und Sondermodelle bleibt Platin der Favorit. Im Sportuhrensektor ist nach wie vor Edelstahl vorherrschend, aber auch Titan kommt dank seiner hervorragenden Eigenschaften wieder öfter zum Einsatz. Erstaunlich ist, dass das bisherige Trendmaterial Keramik als Allround- oder Komponentenwerkstoff (besonders oft bei Lünetten) inzwischen flächendeckend in allen Preisklassen zu finden ist und damit bereits zum Standardprogramm der Uhrenindustrie zählt.

Zudem werden auch die Legierungen traditioneller Werkstoffe immer wieder verbessert oder mit noch robusteren Materialien kombiniert. Sehr beliebt sind in diesem Zusammenhang auch PVD- oder DLC-beschichtete Komponenten.

Neben der Optik spielt auch das Marken-image eine immer größere Rolle. Eine Strategie, die von vielen Uhrenherstellern konsequent verfolgt wird, ist daher das Thema Nachhaltigkeit. Die Bandbreite reicht von bewussterem Umgang mit Rohstoffen über Recycling und umweltschonenden Produktionsstätten bis hin zu langfristigen Kooperationen mit karitativen oder Umweltschutz-Organisationen. Auch die prominenten Namen und Gesichter, mit denen so gerne geworben wird, sind mit nachhaltigen Kooperationen leichter an die Marke zu binden. Aus den Testimonials von einst sind teilweise ernstzunehmende Aktivisten geworden, die mithilfe potenter Partner aus der Wirtschaft Großes bewegen möchten. Damit unser Planet schön blau bleibt.

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