Vinoble-Lady Köfer radelt über Weinberge

Vinoble-Lady Köfer radelt über Weinberge

Reben sind das Lebenselixier von Luise Köfer. Sie wuchs in einem Winzerhaus auf, kreierte ihre Naturkosmetik-Linie Vinoble und entspannt beim Radeln in den Weinbergen.

Das südsteirische Weinland bringt nicht nur gute Weine hervor, sondern liefert auch Ingredienzien für eine sehr erfolgreiche Kosmetik-Marke: Vinoble Cosmetics. Die Gründerin Luise Köfer, 50, vertreibt ihre Pflegelinie - die ausschließlich im Spa-Bereich angewendet wird - seit fünf Jahren am Markt. Bislang ließ sie ihre Produkte für Gesicht und Körper in einer Lohnfertigung herstellen. Jetzt eröffnet die Unternehmerin ihre eigene Manufaktur im südsteirischen Fresing, wo Produktion, Logistik und das Kompetenzzentrum unter einem Dach zusammengefasst wurden.

Die Work-Life-Balance der tüchtigen Unternehmerin liegt zur Zeit stark im Ungleichgewicht, die Arbeit dominiert eindeutig. Oft sitzt die Beauty-Expertin schon vor Tagesanbruch an ihrem Schreibtisch. Doch Köfer weiß auch, wie sie wieder zu ihrem Gleichgewicht kommt: "Drei Mal die Woche nehme ich seit Jänner das Mountainbike und radle über meine geliebten Weinberge“. Für die Augen eine Weide, für die Beine eine Qual. Denn immerhin muss die Hobby-Bikerin 700 Höhenmeter bezwingen, wenn sie im südsteirischen Weinland die Gegend abradelt. Ein Terrain, das Köfer altbekannt ist, denn sie ist am Bauernhof der Eltern, einem Winzerhaus in Kitzeck, groß geworden hier. Als Bäuerin hat sich Köfer zum Leidwesen ihrer Eltern nie gesehen. Sie hatte immer schon mehr Affinität zur Schönheit als zum familieneigenen Weingut. Die Mutter bestand allerdings darauf, dass Luise erst eine, gescheite‘ Ausbildung macht. Also ließ Köfer sich zur Laborantin ausbilden. "Eigentlich wollte ich immer raus und mir die Welt anschauen. Doch die Liebe hat mich rasch erwischt, und so bin ich in der Südsteiermark hängen geblieben“.

Antiaging-Kosmetik aus dem Rebstock

Die Karenzpause bei ihrem ersten Sohn nutze die junge Mutter damals, um sich in der Kunst der Heilmassage, Fußpflege und Kosmetik weiterzubilden. Und 1995 eröffnete sie ihr eigenes Day-Spa in Kaindorf an der Sulm. Schon bald reifte der Gedanke in Köfer, eine eigene Beautylinie zu erzeugen. "Ich wollte eine Naturkosmetik entwickeln, die in Bezug zur Regionalität der Südsteiermark steht“. 2003 begann die Pionieren gemeinsam mit Franziska Moser von Fresenius die ersten Kosmetik-Produkte zu kreieren. Hauptbestandteil sind die Schalen von Traubenkernen. Diese enthalten das Antioxidans Resveratrol, das Zellschädigung durch Sauerstoffradikale bekämpft und vor Hautalterung durch Umwelteinflüsse schützt.

Auch ein Name war rasch gefunden: Vinoble Cosmetics. "Wir hatten enormen Zuspruch und unsere Pflegelinie wurde im Spa-Hotel Loipersdorf aufgenommen“. Mittlerweile wird die Vinoble Naturlinie - insgesamt 60 Produkte für Gesicht und Körper - in mehr als 100 gehobenen Spa-Hotels, Kosmetikinstituten, bei Dermatologen und Ästhetikmedizinern vertrieben: in Österreich, Deutschland, Italien und Kroatien. Zu Köfers Kunden zählen das Steigenberger Avance ebenso wie das Relais & Châteaux-Hotel Tennerhof, das Werzer´s, das Pidal-Spa in Luxemburg oder das noble Parco san Marco am Comer See.

Köfers Vinoble Day Spa in Kaindorf wurde mit dem "European Health & Spa Award“ ausgezeichnet. Die Herren-Pflegelinie bekam den Titel "Best Men Body & Facial Treatment“. Doch die Visionärin ist mit ihrem Latein noch lange nicht am Ende. Derzeit tüftelt die Beauty-Expertin an einer Rezeptur für eine Pflegelinie, die als Eigenmarke in den 25 schönsten Spa-Hotels Europas vertrieben werden soll.

Köfer freut sich über ihre Erfolge. Erst kürzlich hat das noble Sieben-Stern-Hotel Burj al Arab aus Dubai um die Vinoble-Kosmetik angefragt. Und die Erfinderin plant auch, ein Vinoble Day Spa in Wien zu eröffnen.

Auch wenn Köfer ehrgeizig ist und ihre Ideen vorantreibt, vergisst sie nicht auf die sozialen Aspekte in ihrem Unternehmen. "Die Südsteiermark ist zwar touristisch gut aufgestellt, trotzdem haben wir eine hohe Arbeitslosigkeit. Wir stellen deshalb auch gerne Mitarbeiter ein, die Vierzig plus sind.“

Radgenuss entlang der Weinstraße

Der gute Wein und die steirischen Schmankerl munden auch der Beauty-Lady nur zu gut. "Ich bin Stier im Sternzeichen und ein Genussmensch. Das hat sich leider auch auf meine Figur geschlagen“, gibt Köfer offenherzig zu. Als frühere Sport-Instruktorin weiß die Steirerin ganz genau, wo sie jetzt ansetzen muss. Rauf auf das Mountainbike und in die Pedale treten.

Die Grundkondition holt sich Köfer bei Radtouren von ihrem Winzerhof in Kitzeck, entlang der Sausaler Weinstraße zur Fabrik nach Fresing: Das sind elf Kilometer und 700 Höhenmeter. Knapp eine Stunde ist sie dafür unterwegs. "Wenn ich müde bin, mache ich einen Stopp und genieße die Natur. Das ist mein bester Ausgleich. Und natürlich die Spaziergänge mit meinem Yorkshire-Terrier.“

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