Sängerknaben-Konzertsaal-Direktorin Elke Hesse als Tennisspielerin

Sängerknaben-Konzertsaal-Direktorin Elke Hesse als Tennisspielerin

Auf und durch! So lautet das Motto von Elke Hesse. Die Direktorin des Konzertsaals der Wiener Sängerknaben versucht, sich immer an die Spitze zu spielen. Misslingt ihr das, wechselt sie die Rolle oder die Bühne.

Elke Hesse, 48, gehört zu jenen Menschen, bei denen das Essen offenbar nicht anschlägt. Im Gegenteil. "Ich muss aufpassen, damit ich nicht zu dünn werde“, sprudelt es aus der quirligen Direktorin des Konzertsaals der Wiener Sängerknaben heraus. Die zarte Frau ist ständig in Bewegung, sie hat Elan und Mut. Und wenn sie eine Aufgabe zu meistern hat, ist ihr Credo stets: Auf und durch!

Ars Vivendi

Bereits als Kind war die studierte Musik- und Theaterwissenschaftlerin wie ein Wirbelwind. Ihr Antrieb war immer der Ehrgeiz. Mit sechs Jahren begann sie Tennis zu spielen. "Trainerstunden nahm ich schon vor der Schule, damit auch jeder Schlag perfekt saß.“ Parallel besuchte sie die Ballettschule in Schönbrunn, übte sich im Klavierspielen und erlernte als Zehnjährige am Attersee das Segeln.

Sport, Musik und Tanz - schon früh beherrschte Elke Hesse die Kunst, ihre vielen Interessen zu verbinden. "Ich bin kein ‚Eislaufmutterkind‘, sondern habe mich sehr gerne in die künstlerische Ausbildung hineinbegeben“, unterstreicht Hesse, dass sie keineswegs von den Eltern in die vielen Aktivitäten hineingezwungen worden war. Familiär vorbelastet ist die zweifache Mutter nur bedingt. "Der Vater ist ‚Pappenschlosser‘, also Zahnarzt, und die Ur-Ur-Urfamilie meiner Mutter sind die Wiener Schrammeln“, zeigt sich Hesse als Wiener Mädel.

Das Motto der Künstlerin war immer, sich an die Spitze zu kämpfen, egal in welcher Disziplin. "Ich wollte die beste Pianistin werden und Erfolge im Theater feiern. Aber irgendwann bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich wusste, es geht nicht mehr weiter.“

Bühnenwechsel

Hesse wollte die Schmerzen beim Ballett nicht mehr ertragen, und das "ewige Verstellen“ beim Schauspiel entsprach nicht ihrem Naturell. Doch was nun? Ein Schauspielerkollege riet ihr, in die Produktion zu wechseln, was Hesse prompt tat. Sie gründete eine Theaterproduktionsfirma und arbeitete bald mit Künstlern wie Paulus Manker und Justus Neumann zusammen. Später folgte sie Hans Gratzer ans Wiener Schauspielhaus und wechselte im Anschluss als künstlerische Betriebsdirektorin an die Josefstadt.

Ihren großen Auftritt hatte Hesse vor sechs Jahren als Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, wo die charmante Wienerin mit ihrer unverkrampften Art und ihrem Enthusiasmus bald die Kritiker verstummen ließ. Bei ihrer Verpflichtung als Intendantin war sie ursprünglich nur zweite Wahl, doch bald durfte sie die erste Geige spielen. Die Schulpflicht ihres jüngeren Sohnes gab 2009 den Ausschlag, dass Hesse nach Wien zurückkehrte, wo ihr vor zwei Jahren die Geschäftsleitung des Konzertsaals der Wiener Sängerknaben angeboten wurde. Hesse arbeitet eng mit dem künstlerischen Leiter Gerald Wirth zusammen. 60 bis 80 Wochenstunden sind normal. Und mit bis zu 150 Veranstaltungen im Jahr und einer Hausauslastung von rund 80 Prozent ist Hesse vollends zufrieden.

Aufschlag und Leinen los

Als alleinerziehende Mutter muss die Kultur-Lady gut planen. Sport steht wöchentlich auf ihrer Agenda. "Bewegung ist für mich wichtig, das schult den Körper und macht mich aufmerksam der Umwelt gegenüber.“ Joggen geht sie im Alten AKH, und Tennis spielt sie im Wiener Prater. "Ich muss meinen Ehrgeiz allerdings ein wenig zurückschrauben, denn an mein Können aus der Kindheit komme ich nicht mehr heran“, lacht Hesse. Da kommt wieder der Ehrgeiz der Lebenskünstlerin zum Vorschein, am Center Court macht Hesse jedenfalls nach wie vor gute Figur. Wahrscheinlich holt sich die Kulturmanagerin nur die nötige Kondition für ihre Segeltörns im Sommer. Ihre bevorzugten Reviere liegen zwischen den 1.100 Inseln in Kroatien. "Segeln ist für mich das absolute Gefühl von Freiheit“, kommt Hesse ins Schwärmen. "Für mich gibt es im Sommer nichts Schöneres, als wenn der Spinnaker ausgeholt ist, ich im Trapez stehe und das Boot in die Höhe steigt.“ Auch ihre 75-jährige Mutter ist noch immer Feuer und Flamme für einen Törn. "Sie hat die gleiche Figur wie ich und macht mir Hoffnung, dass auch ich im Alter fit und beweglich sein werde.“

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