PayLife-Chef Neubauer als Rockstar

Peter Neubauer, Chef von PayLife, rockt mit seiner Band „die extraprofis“ Hits von Madonnas „Like A Prayer“ bis hin zu Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

PayLife-Chef Neubauer als Rockstar

Peter Neubauer, 50, ist Chef von PayLife, dem Unternehmen, das für bargeldloses Bezahlen sorgt. Und er wäre ein potenzieller Kandidat für „Wetten, dass ...?“. Wenn der Manager einen Song aus den 60er-, 70er- oder 80er-Jahren hört, kann er bereits nach den ersten Takten den Interpreten, den Titel und das Jahr des Erscheinens benennen. Seine Trefferquote ist hoch: „In 18 von 20 Fällen liege ich richtig, zumindest was Populärmusik betrifft; da kenn ich mich aus.“

Getestet wird Neubauer fast täglich von seinen beiden Assistentinnen, die gerne Radio Arabella hören. Ein Titel wird angespielt – „Blondie, ‚Rapture‘, 1981“, analysiert Neubauer nach wenigen Sekunden wie aus der Pistole geschossen und freut sich diebisch. „Es gibt kaum etwas, das an Musik rankommt. Außer Essen und gutem Sex.“

Erotisches Verhältnis

Könnte sich der Manager heute nochmals für einen Beruf entscheiden, er würde wahrscheinlich Musiker werden. Seine große Leidenschaft gehört der Bassgitarre. „Als ich in meiner Jugend das erste Mal eine Bassgitarre sah, habe ich sofort ein erotisches Verhältnis zu diesem Ding gehabt. Ich wusste, das ist mein Instrument.“ Es habe sich ihn ausgesucht, ist Neubauer überzeugt: „Das Instrument kommt zu dir, nicht umgekehrt.“

Mit 18 Jahren begann er zu spielen, erst als Autodidakt, dann in einer Punkband. Die Namen sind Geschichte, die hat er längst vergessen. Bis Mitte 25 spielte Neubauer regelmäßig, bis ihn der Beruf ins Leben zurückholte – der ihn komplett „aufgesogen hat“. Es dauerte fast ein Vierteljahrhundert, bis Neubauer wieder zur Bassgitarre griff.

Schicksal oder Zufall

Peter Trcka, Neubauers Vorgänger bei Europay, dem heutigen PayLife, sollte mit einer ordentlichen Feier verabschiedet werden. Der Nachfolger hatte die Idee, gemeinsam mit zwei Kollegen ein Abschiedsständchen zu bringen. Zwei spielten Gitarre, Neubauer den Bass. Fendrichs „I Am From Austria“ wurde in „I Am From Europay“ umgetextet. Der zwanzigminütige Auftritt der Band wurde ein voller Erfolg. „Der Wahnsinn war, dass die ganze Firma mitgesungen hat und Tränen geflossen sind. Das war unpackbar“, schildert Neubauer. „Und da habe ich plötzlich alles wieder gespürt.“ Einzig mit dem Singen klappt es bei Neubauer nicht so ganz. „Ich wäre zwar gern ein Sinatra, aber dieses Talent wurde mir leider nicht gegeben“, gesteht er.

Als Manager stand er schon hundertmal auf einer Bühne, aber wenn Neubauer rockt, ist das trotzdem immer wieder wie eine „Euphorisierungsmaschine“. Im Englischen gibt es den Ausdruck „to be in tune“, in derselben Schwingung sein. „Und das spielt sich bei einem Konzert ab“, beschreibt Neubauer den Neustart. Gemeinsam mit seinen Kollegen, dem Schlagzeuger Stefan Zaffalon und dem Gitarristen Peter Zimmerl, gründete er die Band „die extraprofis“. Erst traten sie nur intern im Unternehmen bei diversen Feiern auf, aber rasch wurde ein Proberaum angemietet, wo sie zweimal die Woche üben. „Es ist ein großes Glück, wenn sich drei finden, wo die Chemie stimmt“, freut sich der Bassist, „ein bisserl reinhauen kann jeder. Aber dass etwas entsteht, das Substanz hat, ist grenzgenial.“

Bislang haben „die extraprofis“ 25 Nummern eingespielt: von Boney Ms „Daddy Cool“ über Simon & Garfunkels „Sound of Silence“ bis hin zu Peter Alexanders Hit „Hier ist ein Mensch“ oder Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“. „Wenn wir die Nummer spielen, gibt’s kein Halten mehr, da singen alle mit.“ Neubauers Favorit ist Madonnas „Like A Prayer“ in einer Rock-Version. „Wenn die Madonna unsere Interpretation hören würde, würde sie erst verstehen, was für eine gute Nummer das war.“

Längst trauen sich „die extraprofis“ auch, außerhalb von PayLife aufzutreten, Ob in schicken Cafés oder bei Hochzeitsfeiern. Von ihrem legendären Auftritt beim 60er des Galeristen Ernst Hilger wurde zwei Videos unter dem Titel „Hans Moser Gerechtigkeitsgala“ auf YouTube gestellt.

Jetzt plant Neubauer mit seiner Band erstmals einen größeren Auftritt vor mehreren Hundert Leuten: „Ich habe mein ganzes Leben lang davon geträumt, mit Musik Erfolg zu haben, und das ist jetzt wahr geworden.“

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