Parship-Chefin Sandra Gabler übt sich in WingTsun

Sandra Gabler kuppelt professionell als Parship-Managerin. In der Freizeit dehnt sie bei 35 Grad ihren Körper und übt sich in der alten chinesischen Kampfkunst WingTsun.

Parship-Chefin Sandra Gabler übt sich in WingTsun

Würde Sandra Gabler, 32, ihr Profil auf einer Singlebörse veröffentlichen, gäbe es wahrscheinlich wenige Männer, die auf sie reflektieren würden. Die gebürtige Wienerin hat nicht nur einen ausgefallenen Beruf, sondern auch sehr anspruchsvolle Hobbys. Am Tag managt die Wienerin als Country Director die Online-Partneragentur Parship für Österreich und die Schweiz. Und in ihrer Freizeit trainiert die zierliche Frau Körper und Geist. Beim Bikram Yoga praktiziert Sandra 26 Übungen in einem Raum, der auf 35 bis 40 Grad aufgeheizt wird, damit sie besser dehnen kann und der Körper entgiftet wird. "Das gibt mir einen guten Start in den Tag“, erzählt sie lachend. Die Muskeln stählt sie regelmäßig beim Kieser-Training. Damit sie gut in Form ist, wenn sie zur WingTsun-Stunde geht, denn dort übt sie sich in der alten chinesischen Kunst der Selbstverteidigung.

Liebe auf den ersten Klick

Partner muss sie keinen suchen. Den hat sie schon. Und der ist mindestens so sportlich wie sie. "Ich habe noch nie ein Profil von mir ins Netz gestellt“, gesteht sie. Registriert war Gabler aber schon, um Parship zu testen. Schließlich muss die Betriebswirtin ja wissen, was sie verkauft. Das Online-Dating-Business ist jedenfalls ein boomendes, obwohl sich Gabler via TV-Werbung darüber freut, "täglich Kunden zu verlieren, und die paarweise“.

Experten meinen, dass in Österreich 25.000 bis 40.000 Personen auf kostenpflichtigen Online-Seiten aktiv auf Partnersuche sind.

Damit kommt die Branche auf einen heimischen Jahresumsatz von geschätzten 18 Millionen Euro - achtmal so viel wie noch vor zehn Jahren. Geschätzt werde das Internet bei der Partnersuche vor allem, weil es das Kennenlernen leicht macht: "Der erste Kontakt ist schnell hergestellt, Online-Dating lässt sich effizient und gut in den Alltag integrieren und ermöglicht räumliche sowie zeitliche Unabhängigkeit“, erklärt Gabler.

Klebende Arme

Yoga und Krafttraining sind ja nicht so abwegig, aber wie kam Gabler auf die Kampfkunst WingTsun? "Mich faszinierte die Grundidee. Jene, die körperlich und kräftemäßig unterlegen sind, haben mit WingTsun eine Chance, sich zu verteidigen.“ WingTsun nimmt nämlich die Kraft des Angreifers auf, lenkt sie in eigene Kraft um, verstärkt sie und richtet sie gezielt gegen den Angreifer.

WingTsun ist eine chinesische Kampfkunst, die vor 250 Jahren von einer Frau entwickelt und nach ihrer ersten Schülerin WingTsun benannt wurde. Ziel war es, Zivilisten, die in Kriegszeiten damals wie heute gefährdet sind, eine wirkungsvolle Verteidigungsmöglichkeit zu geben.

Die wichtigste Übung im WingTsun ist Chi-Sao (Klebende Arme). Diese Partnerübung soll schnelle Reflexe hervorbringen, die dann die ausgeklügelten Kampftechniken wie von selbst entstehen lassen. Das Chi-Sao-Training ermöglicht es dem WingTsun-Kämpfer, sein Nervensystem so zu konditionieren, dass es automatisch die richtige Reaktion auslöst, die ihn vor dem überraschenden Angriff schützt. Der Zweck des Chi-Sao-Trainings ist es also, beim Übenden eine schnelle Reaktion hervorzubringen, eine Reaktion, die viel schneller ist als die eines Durchschnittsmenschen. "Ein geübter Kämpfer kann bis zu acht Schläge pro Sekunde ausführen“, erklärt Gabler. "Und die müssen reflexartig kommen, zum Nachdenken hat man nämlich keine Zeit.“ Den Körper so umzupolen dauert freilich.

Die Parship-Managerin trainiert WingTsun bereits seit viereinhalb Jahren beim Verband EWTO in der Wiener Stumpergasse und hat von 12 Schülergraden bereits den achten. Bis sie den vierten Großmeistergrad erreichen wird, ist es noch eine Weile hin. Doch wie bei der Wing Tsun-Philosophie geht es darum, "dranzubleiben und nicht aufzugeben“. Das ist ein wesentlicher Punkt und trifft auch im Leben auf alle Bereiche zu“, sagt Gabler.

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