Nina Raidl sitzt fest im Sattel

Nina Raidl sitzt fest im Sattel

Pharmazeutin Nina Raidl leitet die "Apotheke zum Schwan“, erfand die "Mama Aua!“-Rezepturen und versorgt zwei Kinder, Hund und Katz. Ihr Steckenpferd: Turnierreiten.

Wallach "Noble Dream“ spitzt die Ohren wenn Nina Raidl, 38, früh am Morgen die Stalltüre öffnet. Erst gibt es Streicheleinheiten am Mähnenkamm und dem Widerrist, dann wird der Fuchs gesattelt und auf geht’s in die Klosterneuburger Natur. Ein Prozedere, das der Pharmazeutin und Apothekerin Entspannung beschert, denn ihre Wochentage sind lang und arbeitsintensiv. "Pferde sind mein Leben, mein Augleich, meine Leidenschaft“.

Die junge Frau hat zwei Kinder zu versorgen, leitet die "Apotheke zum Schwan“ am Wiener Schottenring, produziert die Produkte "Mama Aua!“ für Kinder und trainiert für die "Working Equitation Weltmeisterschaft“, die im Juni im Magna Racino veranstaltet wird. Für Raidl ist das kein großes Hindernis, sie hat die Zügel in jeder Lebenslage fest in der Hand.

Pharmazie und Pferde begleiten sie seit Kindesbeinen an. Die "Apotheke zum Schwan“ ist bereits in der 3. Generation in Familienbesitz. Nina Raidl übernahm die Leitung nach dem Studium von ihrer Mutter Elgar Doskar. Und von ihr hat sie auch die Leidenschaft für das Turnierreiten. Schon als Jugendliche startet Nina Raidl erfolgreich für den österreichischen Nationalkader und saß bis zur Geburt ihrer Kinder fest im Sattel. "Dann beschloss ich mit dem Reiten aufzuhören, weil mir alles zur arbeitsintensiv war“.

Die junge Amazone verfiel nur kurz vom Galopp in den Schritt als sie Sattel und Zaumzeug an den Nagel hing. Sie nutzte die Zeit zum Experimentieren mit natürlichen Rezepturen für die Pflege von Kinderhaut und Tinkturen für Hals, Nase oder Bauch. Erst entwickelte sie die Produkte nur für ihre eigenen Kinder Emilia und Paul, bis Freundinnen und Apothekerkunden ebenfalls die Alternativmedizin und Cremen nachfragten. Die Marke "Mama Aua!“ war geboren. Heute gibt es 17 verschiedene Rezepturen - von der Bademilch bis hin zum Wehwehchen-Gel - die österreichweit in Apotheken vertrieben werden.

Als Ausgleich zum Job schrieb sich Raidl im Fitnesscenter ein. "Dieses Training lag mir nicht, denn ich brauche frische Luft, Natur und Pferde“, schildert die Reiterin. Neben "Noble Dream“ stehen heute der einjährige Trakehner "Herr Lincoln“ und der junge Hengst "Sir Marlon“ im Stall von Raidl. Im Vorjahr beschloss die Dressurreiterin in die neue Turniersparte "Working Equitation“ zu wechseln. Das ist eine südeuropäische Arbeitsreitweise, die an die Aufgaben der Pferde in der Landwirtschaft der spanischen Vaqueros, der französischen Gardiens und der italienischen Butterie angelehnt ist, aus der auch das Westernreiten entstanden ist. "Diese Disziplin, eine Mischung aus Dressurreiten mit Stierkampfelementen und einer Menge Hindernissen, macht Pferd und Reiter gleichermaßen Spaߓ, erklärt Raidl. Ein Hauptbestandteil dieser Wettkampfdisziplin ist die Rinderarbeit wie etwa ein Tor vom Pferd aus zu öffnen oder einzelne Rinder von der Herde zu trennen. Geprüft werden Dressur, Trail, Speedtrail und eben die Rinderarbeit.

Raidl war gleich vom Start an im Spitzenfeld des jungen Pferdesportwettkampfs. Im Vorjahr belegte sie bei der Europameisterschaft den 5. Gesamtplatz und stand als beste Frau Europas am Siegerstockerl. Dieses Jahr ist die Raidl Fixstarter im österreichischen Nationalkader bei der Weltmeisterschaft im Magna Racino. Na dann, Hals und Beinbruch, wie die Reitersleute sagen.

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