Nicole Wegscheider - die Schrittmacherin

Nicole Wegscheider steht ihren Mann als Baustoff- und Immobilienhändlerin. Zum Ausgleich sattelt sie gerne die Pferde.

Nicole Wegscheider - die Schrittmacherin

Nicole Wegscheider, 31, Geschäftsführerin der Tiroler Baustofffirma Alois Mayr, hat einen echten Dickschädel. "Ich kann meine Grenzen ganz gut überschreiten, das ist ein kleines Hobby von mir“, scherzt sie über diesen Charakterzug. Und wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, ist sie nicht davon abzubringen. Manche sagen, dass sie stur wie ein Pferd sein kann. Pferde haben ja in ihrer Familie stets eine Rolle gespielt. Trotzdem hatte Nicole immer "mächtigen Respekt vor den großen Tieren“. Mit 14 Jahren nahm sie sich endlich ein Herz, ging in die Box, sattelte ein Pferd und fiel, kaum dass sie aufgesessen war, rücklinks runter. "Mich hat es richtig obatingelt, wie man auf Tirolerisch sagt“, erinnert sie sich lachend. "Niki, habe ich gesagt, das kann es nicht sein, du musst dranbleiben.“

Seit damals ist sie dem "Pferdewahnsinn“ verfallen. "Wenn ich Sehnsucht bekomme, schlüpfe ich in meine Reitklamotten, zieh die Stiefel über und fahre zu meinem Hengst Ferdinand nach Sauerlach bei München.“ Meist kann die Reiterin ihre Sehnsucht nur nachmittags oder am Wochenende befriedigen, denn der Job fordert die junge Dame sehr.

Die ersten Sporen verdient. Heuer im Sommer übergab ihr der Vater die alleinige Geschäftsführung der Alois Mayr Bauwaren GmbH, wo die Tirolerin 150 Mitarbeiter führt. Die Leitung des Baustoffhandels ist der Unternehmertochter aber keineswegs in den Schoß gefallen. Im Gegenteil, Wegscheider hat sich die ersten Sporen außerhalb des Familienbetriebs verdient. "Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich auf eigenen Beinen stehen kann, und startete mit 25 Jahren mit meiner Immobilienfirma Wega. "Ich habe relativ rasch vier Wohnungen verkauft, was mir einen ziemlichen Auftrieb gegeben hat.“ Heute kauft Nicole Wegscheider in Kitzbühel und Umgebung Grundstücke auf, errichtet dort Wohnhäuser und verkauft sie wieder. Ein Zwölf-Stunden-Tag ist nicht die Ausnahme bei der Leitung von zwei großen Betrieben, eher die Regel.

Für ihr Hobby nimmt sich die Business-Lady trotzdem Zeit, denn die edlen Rösser spielen in ihrer Familie seit Generationen eine Rolle. Den Anfang machte Wegscheiders Urgroßvater Johann Mayr, als er 1901 Gründungsmitglied im Wörgler Trabrennverein wurde. Seit einem Jahr steht Wegscheider diesem Verein als Präsidentin vor. Sie selbst fährt nicht im Sulky, sondern zieht das klassische Reiten vor. "Ich mag es, am Rücken meines Pferdes durch den Wald zu streifen und die Natur zu genießen. Als Fahrerin fehlt mir leider die Zeit zum Trainieren.“ Dafür hilft sie dem Verein mit anderen Aktivitäten auf die Sprünge: Sie tritt als Veranstalterin des traditionellen Traber-Derbys in Wörgl auf, das zeitgleich mit dem Hahnenkammrennen stattfindet.

Vater Alois Wegscheider besitzt selbst 20 hochkarätige Trabrennpferde und bestreitet mit diesen internationale Rennen in Österreich, Deutschland und Italien. "Der Hengst Dream Magic BE ist heuer beim 117. Deutschen Traber-Derby als stolzer Sieger hervorgegangen“, erzählt Nicole Wegscheider stolz. Ihre Angst vor den "großen Tieren“ hat sie längst abgelegt. Obwohl Dream Magic BE alles andere als sanftmütig ist. "Der kann keine drei Minuten still stehen, muss immer beschäftigt werden. Wenn ich nicht aufpasse, beißt er mich von hinten, oder es kommt ihm der Vorderfuß aus“, beschreibt Wegscheider den "Lauser“.

Wellness-Oase für Pferde. In Sachen Pferde ist die Familie gerade dabei, ein großes Projekt zu realisieren. Geplant ist ein Sport- und Physiotherapiezentrum für Pferde in Sauerlach bei München. "Hier wird man nicht nur diverse Pferdesportarten ausüben können, sondern den Tieren auch eine angemessene Erholung anbieten, angefangen bei Wassertherapie und Training mit Pulsuhr über Saunagänge bis hin zu Solarien“, beschreibt Wegscheider die geplante Wellness-Oase für die edlen Tiere. Ein Pferd müsste man sein.

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