Monika Studer – Die Schwester der Nächstenliebe

Monika Studer – Die Schwester der Nächstenliebe

Haustiere und Prostituierte für Altenheime, Charities für Kinder in Kenia: Helfen hat für Monika Studer, 57, viele Gesichter. Seit drei Jahrzehnten gehört die gelernte Krankenschwester, Betriebs- und Landwirtin den Soroptimisten (lat.: die besten Schwestern) an, dem weltweit größten Netzwerk von Frauen, die in verantwortlichen Positionen im Berufsleben stehen und Gutes tun wollen.

Bei der Eröffnung des Soroptimisten Club Goldes in der Südsteiermark versammelte Studer Clubschwestern wie Anja Kruse, Nora Trierenberg, die Immobilien-Managerin Marlies Muhr, Ulli Haselsteiner und die Vinoble-Kosmetikerzeugin Luise Köfer.

Und so facettenreich wie die Hilfsaktivitäten der gebürtigen Steirerin ist auch ihr Leben. Nach ihrer Krankenschwestern-Karriere wechselte sie nach München und leitete dort Alten- und Seniorenheime - und sorgte für große Aufmerksamkeit, als sie den damaligen Gesundheitsminister Horst Seehofer davon überzeugte, dass Haustiere und Kindergärten in die Altenheime integriert werden müssen. Studer: "Den alten Leuten brach das Herz, wenn sie ihre kleinen Freunde zurücklassen mussten. Und ich änderte das.“

Liebesdienste im Altenheim

Doch die Haustiere waren nur der Anfang. Studer organisierte für die männlichen Heimbewohner Prostituierte. Allerdings aus einem pragmatischen Grund. Die alten Männer wurden oft gegenüber den Krankenschwestern handgreiflich. "Da musste Abhilfe geschaffen werden und zwar mit Damen aus dem horizontalen Gewerbe“, erzählt Studer lachend. Ihre progressive Art gefiel sogar dem damaligen Bürgermeister von Tokio, sodass er sie einlud, ihr Konzept zur Revitalisierung von Altenheimen in Tokio vorzustellen.

Das war Mitte der 90er Jahre. Studer war gerade am Sprung von München nach Wien, um am AKH zu arbeiten, als ihr der Liechtensteiner Unternehmer und heutige Ehemann, Alfred Carl Studer, über den Weg lief. "Wir heirateten, ich stieg in Alfreds Firma ein und verantwortete die Qualitätssicherung.“ Nebenbei pflegte sie noch die Mutter und die Schwiegermutter bis zu deren Tod und gründete den Soroptimisten-Club Vaduz.

Bienen, Krebse und Heilkräuter

Die vielen Reisen und Ortswechsel - "Ich bin 17 Mal in meinem Leben umgezogen“ - sollten auch mal ein Ende haben. Und für Studer war es an der Zeit, zu ihren südsteirischen Wurzeln zurückzukehren. "Gemeinsam mit meinem Mann kauften wir den Frontelbauerhof meiner Urgroßmutter in Goldes bei Großklein zurück.“ Auf 16 von 20 Hektar breitet sich jetzt eine bunte Wiese aus, auf der 21 verschiedene Heilkräuter wachsen. Das Heu schenkt Studer einer Freundin für deren Gestüt in Ungarn. Ihre 80 Bienenvölker werden vom Bio-Imker Johannes Wruss bewirtschaftet und im einst kontaminierten Teich hat sie Krebse angesiedelt.

Das idyllische Refugium, in dem sie sich so wohlfühlt, soll auch für andere eine Wohltat sein. Daher stellt sie es auch für den guten Zweck zur Verfügung. Im Oktober luden sie und die Clubs Goldes und Vaduz zu einem musikalischen Event mit einem Quintett der Wiener Philharmoniker. Die Spendeneinnahmen von 13.000 Euro kamen dem Projekt "Water and Food“ in Moldawien zugute. Die Betreuerin vorort ist Apothekerin Angelika Prentner. "Die moldawischen Frauen bekommen von uns Samen und Gerätschaften und verarbeiten dann die Heilkräuter zu Hustensaft und Salben weiter“, erzählt Studer. Die Fische aus dem reaktivierten Teich vermarkten die Frauen in den Dörfern selbst. Unterstützung bekommen die Soroptimisten in Moldawien von der Hilfsorganisation Concordia, um die Logistik abzuwickeln. Erst kürzlich überzeugte sich Studer über die Fortschritte in Moldawien und ist sichtlich stolz: "Unsere Idee, Water and Food‘ ist unter 5.426 eingereichten Projekten von den Soroptimisten unter die Top-Ten gekürt worden.“

Beliebt und sehr einträglich ist auch die Salamanzar Rallye für Oldtimer in Goldes. "Bei der letzten Veranstaltung wurden 20.000 Euro eingenommen. Damit unterstützen wir die Ausbildung eines Mädchens aus schwierigen Verhältnissen und ein Schulprojekt in Kenia, welches Kindern eine warme Mahlzeit sowie sauberes Trinkwasser sichert.“

Die Landwirtin hat alle Hände voll zu tun und wird trotzdem nicht müde, neue Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. In Goldes laufen gerade die Vorbereitungen für das "Keltenklang“-Konzert beim Frontelbauer am 7. September. Die Gäste freuen sich auf Musique et Amuse-Gueule, die Soroptimisten über klingelnde Kassen.

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