Kampf dem Büro-Bauch

Zu viele Kilos um die Hüften erhöhen das Gesundheitsrisiko im Job. Wie Sie mit der Low-Carb-Methode den Bauchspeck zum Schmelzen bringen.

Der Spruch „Bauch macht Mann“ ist so alt wie die Menschheit – und ungefähr seit ebenso vielen Jahren grundfalsch. „Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass nicht Übergewicht alleine, sondern die Ansammlung der Fettpolster im Bauchraum ein erhöhtes gesundheitliches Risiko darstellt“, sagt Ernährungsexpertin Barbara Gassert.

Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Depressionen oder Diabetes mellitus Typ 2 werden durch zu viel Bauchfett begünstigt. Besonders vom leise wachsenden Bauchspeck betroffen sind Männer, bei denen sich durch Esssünden im Büro und mangelnde Bewegung der einstige Sixpack zum Kamelhöcker wandelt. Gemeinsam mit Gesundheitscoach Petra Linné hat Gassert daher einen Ratgeber geschrieben, wie Mann den Bauch ohne quälende Einheiten im Fitness-Studio und Nulldiät wieder auf gesunde Normalgröße schrumpfen lässt.

Der erste Schritt ist das Messen des Bauchumfanges. Alles über 94 Zentimeter birgt laut den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sollte daher dringend reduziert werden. Der Bauchumfang ist übrigens, wie manch anderes am Manne, unabhängig von dessen Körpergröße. Gemessen wird am nackten Oberkörper genau in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm.

Speck-weg-Kalkulation

Kohlenhydratreiche Mahlzeiten und Bewegungsmangel sind die Feinde jedes Sixpacks. Verschärfend kommt hier hinzu, dass bei falscher, sprich: zu kohlenhydratreicher Ernährung das Hormon Insulin eine wahre Heißhunger-Spirale anstößt, welche den Bauch Jahr für Jahr weiterwachsen lässt. Sobald Speisen oder Getränke mit hohem Kohlenhydrat- oder Zuckergehalt genossen werden, erhöht sich der Blutzuckerspiegel, und es wird verstärkt Insulin ausgeschüttet. Das Hormon wirkt wie der Schlüssel zur Zelltüre. Diese wird geöffnet, und der Zucker wird in der Zelle zur Energiegewinnung verbraucht. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt rasch wieder, der Körper signalisiert binnen kurzer Zeit erneut Hunger, viele greifen zum nächsten Snack.

Die Autorinnen empfehlen die LOGI-Methode (Low Glycemic and Insulemic Diet), bei der kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nudeln, Reis oder Erdäpfel nur 20 Prozent der Speisen pro Tag ausmachen dürfen. Gemüse, Salate, Fisch, Fleisch oder Milchprodukte und Eier gehören hingegen zu jeder Mahlzeit. Gassert: „Durch die Umstellung auf LOGI hat Mann weniger Heißhunger auf Süßigkeiten oder andere Snacks und es dadurch viel einfacher, lange Freude am schlanken Bauch zu haben. Ziel ist die Senkung des Kohlenhydratanteils an unserem Essen.“ Der ist nämlich bei den meisten viel zu hoch.

Vorsicht, Kohlenhydratfallen

Gerade das Leben im Büro ist voller Kohlenhydratfallen. Das fängt mit zuckerreichen Softdrinks und Keksen beim Meeting an und endet mit dem „Belohnungs-Schokoriegel“ nach einer Stressphase. Gassert: „Auf vieles kann man ohne Genussverlust verzichten. Statt der Leberkässemmel eine Landjäger mit Kraut, statt Pasta einen Salat, statt Limonade ein Mineralwasser reduziert den täglichen Kohlenhydratanteil enorm.“ Obst ist nur bedingt ein Ersatz und sollte keinesfalls ohne Limit konsumiert werden. Viele Obstsorten, etwa Bananen, haben einen sehr hohen natürlichen Zuckergehalt. Gassert rät auch zu festen Essenszeiten. „Vermeiden Sie Essen und Trinken ,to go‘, denn es ist meist sehr kohlenhydrat- und zuckerreich.“

– Christian Neuhold

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