Insidertipps für das Urlaubsparadies Südtirol

Eindrucksvolle Gebirgsketten, romantische Hotels, schöne Städte, eine 5.000 Jahre alte Mumie und mehr Michelin-Sterne als irgendeine andere Region Italiens: Südtirol ist ein Urlaubsparadies.

Kürzlich verbrachte ich einige Sommertage in Südtirol und kam glücklich, erholt und zufrieden zurück. Es war eine Energiespritze für Leib und Seele: Berge, Almen, ein feines Hotel, tolles Essen, ausgezeichnete Weine, italienische Lässigkeit, Tiroler Knorrigkeit, schöne Städte, Burgen und Schlösser.

Wir wohnten im Romantik Hotel Turm der Familie Pramstrahler in dem entzückenden Örtchen Völs am Schlern, auf halbem Weg zwischen Bozen und der Seiser Alm. Es ist eines der wunderbarsten Hotels, in denen ich in letzter Zeit abgestiegen bin, eine echt romantische Unterkunft, auf mehrere Gebäude und Türme aufgeteilt. Wer noch immer der alten Frage nachhängt, wohin denn Südtirol gehöre, zu Italien, zu Deutschland oder zu Österreich, der braucht nur auf die Speisekarte der mit Sternen und anderen Auszeichnungen dekorierten Küche von Stefan Pramstrahler zu schauen. Dort findet er Gemsenragout mit Nudeln und Beeren oder Adlerfisch aus der Adria auf Schwammerln. Das ist keine modische Fusion-Küche, sondern ein selbstbewusstes Statement: So schmeckt Südtirol.

In seinem sehr lesenswerten Buch „Gebrauchsanweisung für Südtirol“ schreibt der Bergsteiger Reinhold Messner: „Südtirol liegt heute mitten in Europa. Als Südtiroler habe ich kein national geprägtes Selbstverständnis. Mir reicht ein lokales. Also bin ich weder Italiener noch Österreicher oder Deutscher. Ich bin Südtiroler, als solcher italienischer Staatsbürger, auch Europäer und ein bisschen Weltenbürger.“

Dieses Bewusstsein ist in Südtirol immer wieder zu spüren. Vier Einheimische weisen uns den Weg.

Der älteste Südtiroler

Südtirol ist ein modernes Land, eine globalisierte Provinz. Wer mit dem Begriff „Europa der Regionen“ nichts anzufangen weiß, der sollte nach Südtirol reisen und lernen. Da mag es auf den ersten Blick ein kleiner Widerspruch sein, dass ausgerechnet eine Mumie, die mehr als 5.000 Jahre alt ist und vor fast genau 20 Jahren an der Grenze zu Österreich gefunden wurde, Südtirols beliebteste Sehenswürdigkeit ist: der Ötzi.

Im Archäologischen Museum von Bozen liegt die Mumie in ihrer gut geschützten Eistruhe, in die der Besucher durch ein gläsernes Bullauge blickt. Hier ist zurzeit eine höchst interessante Ausstellung zum Jubiläum zu sehen: „Ötzi20“ ( target="_blank">www.iceman.it ; noch bis 15. Jänner 2012). Sie präsentiert neue Forschungsergebnisse und zeigt: Vieles, was der Ötzi gegessen hatte oder in seinem Korb mit sich herumtrug, hatte seinen Ursprung in halb Europa. Der Ötzi lebte in der durchaus globalisierten Welt der Kupferzeit. Und Südtirol befand sich auch damals im Schnittpunkt vieler Kulturen.

Der berühmteste Bergsteiger

Reinhold Messner ist der bekannteste lebende Südtiroler. Es ist schwer vorstellbar, dass irgendjemand beim Wort „Bergsteiger“ nicht sofort an Messner denkt. Er hat mit fünf Jahren seinen ersten Dreitausender und später als erster Mensch die Gipfel aller 14 Achttausender bestiegen. Außerdem ist er ein kritischer Kopf, der viel über seine Heimat und seinen Beruf nachgedacht hat. Nun hat er an fünf Standorten sein Messner Mountain Museum ( www.messner-mountain-museum.it ) errichtet. Wie es sich für den extremen Burschen gehört, ist das ein ehrgeiziges Projekt, das von der Faszination der Berge, der Geschichte des Bergsteigens, dem Verhältnis von Mensch und Natur und der Schönheit Südtirols erzählt.

Der legendärste Südtiroler

Auch wenn die Zeit ziemlich am Mythos Andreas Hofer gekratzt hat, so wird er dennoch in Tirol immer noch als Nationalheld verehrt. In seinem Geburtsort St. Leonhard in Passeier erinnert ein Museum ( www.museum.passeier.it ) an den (antiaufklärerischen) Helden.

Der Bergfex

Vor Reinhold Messner war Luis Trenker. Also fuhr ich ins Grödner Tal; das ist die Heimat des Bergsteigers, Schriftstellers, Schauspielers und Regisseurs. Mit seinen Romanen und Filmen hat er die Berge im Allgemeinen und Südtirol und das Grödner Tal im Besonderen zum Sehnsuchtsort der deutschsprachigen Städter gemacht. Vor allem im östlichen Teil des Tales ist noch viel von der Erhabenheit zu spüren.

… und was sonst?

Unbedingt gesehen haben sollte jeder Südtirol-Besucher die beiden Städte Meran und Bozen, das Schloss Trauttmansdorff bei Meran mit seiner exotisch-mediterranen Gartenanlage und die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas, die im Winter Zentrum eines weiträumigen Skigebiets ist, das vom Grödner Tal auf der einen Seite bis nach Kastelruth auf der anderen reicht, und die in den anderen drei Jahreszeiten ein ganz wunderbares Wandergebiet ist.

- Gerald Sturz

INFOS: Für alle, die Bozen, Meran und die Gegend um die Seiser Alm erkunden wollen, ist das Romantik Hotel Turm ( www.hotelturm.it ) in Völs am Schlern ein idealer Standort: wunderschönes Hotel, famoses Restaurant, ein großartiger Wellness-Bereich, der vom „Condé Nast Johansens“ zum besten Spa Europas in Südtirol auf ihre Kosten: Mit 18 Michelin-Sternen hat Südtirol mehr Sterne als jede andere Region Italiens. Zu den besten Küchenchefs zählen Norbert Niederkofler im Restaurant St. Hubertus in St. Kassian und Karl Baumgartner im Restaurant Schöneck in Pfalzen-Mühlen.

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